Vier Jahrtausende Schriftgeschichte: Bibelmuseum Münster zeigt „Heilige Texte“

Das Bibelmuseum Münster zeigt vom 8. Mai bis 31. Oktober 2026 die Sonderausstellung „Heilige Texte“ mit rund 100 Exponaten.
Eines der Highlights ist eine handschriftlliche Widmung Martin Luthers in der letzten Bibelausgabe, die zu seinen Lebzeiten erschienen ist. © Bibelmuseum Münster

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Münster. Das Bibelmuseum der Universität Münster widmet sich in einer neuen Sonderausstellung der Geschichte heiliger Texte. Unter dem Titel „Heilige Texte“ zeigt das Museum vom 8. Mai bis zum 31. Oktober 2026 rund 100 ausgewählte Exponate aus seiner Sammlung. Die Ausstellung spannt einen Bogen von frühen Schriftzeugnissen aus Mesopotamien bis zur modernen Erforschung des Neuen Testaments.

Ausstellung zeigt rund 100 besondere Exponate

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung stehen Einzelstücke, die sonst nicht immer in dieser Dichte zusammen zu sehen sind. Gezeigt werden Papyrusfragmente, kunstvoll gestaltete Bibeln, archäologische Funde, Ikonen, Figuren und Skulpturen. Zusammen erzählen sie, wie religiöse Texte über Jahrhunderte überliefert, abgeschrieben, übersetzt und gedeutet wurden.

Die Ausstellung betrachtet die Bibel dabei nicht nur als religiösen Text. Sie zeigt sie auch als kulturgeschichtliches Dokument, das eng mit Schriftgeschichte, Kunst, Theologie, Archäologie und Wissenschaft verbunden ist.

Ältestes Stück stammt aus der Zeit um 2000 vor Christus

Zu den ältesten Exponaten gehört eine Tontafel aus der Zeit um 2000 vor Christus. Sie ist in sumerischer Keilschrift beschrieben und enthält eine Lobpreisung der mesopotamischen Göttin Inana-Ischtar. Damit reicht die Ausstellung weit über die reine Bibelgeschichte hinaus und ordnet heilige Texte in eine größere Kulturgeschichte des Schreibens und Überlieferns ein.

Weitere besondere Stücke sind unter anderem ein gestempelter Ziegelstein vom Bau des Turms zu Babel, eine Kreuzikone aus dem 15. Jahrhundert sowie Original-Briefe Martin Luthers. Auch eine persönliche Widmung Luthers in einer Bibelausgabe von 1544/1545 gehört zu den Exponaten.

Von Papyrusfragmenten bis zur modernen Textforschung

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Textgeschichte des Neuen Testaments. Dabei geht es auch um die Frage, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst nah an die frühesten erreichbaren Textfassungen herankommen. Einen aktuellen Bezug stellt die „Editio Critica Maior“, kurz ECM, her. Sie steht für die wissenschaftliche Rekonstruktion des griechischen Textes des Neuen Testaments.

Das Bibelmuseum ist an das Institut für Neutestamentliche Textforschung angeschlossen. Dort werden rund 5.700 bekannte griechische Handschriften mit Textteilen des Neuen Testaments erfasst, katalogisiert und erforscht. Die Ausstellung macht damit auch sichtbar, wie viel Forschungsarbeit hinter heutigen Bibelausgaben steht.

Bibelmuseum Münster: Ort, Öffnungszeiten und Führungen

Das Bibelmuseum befindet sich an der Pferdegasse 1 in Münster. Neben der Sonderausstellung zeigt die Dauerausstellung die Geschichte der Bibel von den handschriftlichen Anfängen bis in die Gegenwart. Insgesamt umfasst das Museum mehr als 1500 Exponate, darunter Handschriften, Drucke, mehrsprachige Bibelausgaben, Bibelillustrationen und eine originalgetreu nachgebildete Gutenbergpresse.

Geöffnet ist das Bibelmuseum dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Am zweiten Freitag im Monat bleibt das Museum bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Sonntags findet um 15 Uhr eine offene Führung ohne Anmeldung statt. Individuelle Führungen für Schulklassen oder Erwachsene können separat gebucht werden.

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