
Münster. Bei der Erweiterung des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Münster sind archäologische Funde aus mehreren Jahrhunderten entdeckt worden. Nach Angaben der Stadt reichen die Spuren vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.
Die Stadtarchäologie untersucht das Gelände an der Grünen Gasse seit Mitte Mai. Dort waren zu Jahresbeginn die frühere Turnhalle und die alte Gymnastikhalle abgerissen worden. Weitere Fundstellen befinden sich unter ehemaligen Flächen des Schulhofs.
Freigelegt wurden vor allem Fundamente kleinerer Gebäude, die vermutlich zur Krummen Straße und zur Schützenstraße ausgerichtet waren. Hinzu kommen alte Pflasterungen, Abfallgruben und eine Erdkloake. Die Gebäudereste stammen nach Angaben der Stadt überwiegend aus der Zeit zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert.
In einer gemauerten Sickergrube und mehreren Abfallgruben fanden die Archäologen zahlreiche Gegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dazu gehören Scherben von Keramikgefäßen, Glasfragmente und Metallobjekte. Auch Tierknochen, Austernschalen und weitere Lebensmittelreste wurden geborgen.
Ein Teil des Baufeldes gehörte früher zum Garten des Adelshofes der Fürstin von Gallitzin. Der Hof lässt sich nach Angaben der Stadt bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen und lag im Bereich des heutigen Schulgebäudes.
Auf dem früheren Gartengelände stieß die Stadtarchäologie auch auf Siedlungsspuren aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Gefunden wurden mehrere Gruben, ein teilweise in den Boden eingelassenes Grubenhaus und ein Brunnen aus Bruchstein. Grubenhäuser wurden im Mittelalter häufig als kleinere Wirtschaftsgebäude oder für handwerkliche Arbeiten genutzt.
Die laufenden Untersuchungen sollen in diesem Bereich bis Anfang September abgeschlossen werden. Beim geplanten Rückbau des nordöstlichen Klassentrakts an der Grünen Gasse sind später weitere archäologische Arbeiten vorgesehen.
Die Funde werden fotografiert, digital vermessen und beschrieben. Bewegliche Gegenstände gelangen anschließend in das Fundmagazin der Stadtarchäologie in der Speicherstadt in Coerde. Dort werden sie gereinigt, erfasst und archiviert.
Die Erweiterung des Gymnasiums ist Teil der Umstellung auf das neunjährige Abitur. Geplant sind unter anderem eine neue Sporthalle sowie Fach-, Unterrichts- und Differenzierungsräume. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Winter 2028/2029 abgeschlossen sein. Nach Angaben der Stadt belaufen sich die Kosten auf rund 28,3 Millionen Euro.
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