
Münster. Mit Alois Schwartz hat Preußen Münster seinen neuen Cheftrainer offiziell vorgestellt. Der erfahrene Fußballlehrer soll den Trainerwechsel bei Preußen Münster in sportlichen Erfolg ummünzen und den Club im SCP Abstiegskampf zum Klassenerhalt führen. Bei seiner Präsentation im Preußenstadion machte der 58-Jährige deutlich, dass es für ihn zunächst nur um die verbleibenden Spiele und die Stabilisierung der Mannschaft geht. Sein Vertrag läuft nach aktuellem Stand bis zum Ende der Saison.
Die Verpflichtung war am Dienstagabend bekanntgegeben worden, am Mittwochvormittag folgte dann die offizielle Vorstellung vor zahlreichen Medienvertretern. Nach Angaben aus der Pressekonferenz kam die Einigung innerhalb kurzer Zeit zustande. Sportchef Ole Kittner stellte den neuen Coach als die aus seiner Sicht beste verfügbare Lösung für die aktuelle Lage vor. Entscheidend seien Erfahrung, Führungsstärke und die Fähigkeit gewesen, eine Mannschaft auch in schwierigen Phasen mitzunehmen. Für Münster geht es in den nächsten Wochen ausschließlich darum, im Saisonendspurt in der 2. Bundesliga die Klasse zu halten.
Bei seiner ersten öffentlichen Vorstellung machte Schwartz klar, dass er in der aktuellen Situation keinen radikalen Neuanfang ausrufen will. Vielmehr gehe es darum, die Mannschaft in kurzer Zeit zu ordnen und wieder verlässlicher zu machen. Nach seinen Worten müsse vor allem mehr Stabilität ins Spiel zurückkehren. Der Schwerpunkt liege darauf, die Abläufe zu ordnen und die Basis für bessere Ergebnisse zu schaffen. Gerade im Abstiegskampf sei es aus seiner Sicht entscheidend, Ruhe in die Arbeit zu bekommen und die richtigen Hebel zu finden.
Dabei betonte der neue Trainer auch, dass er sich zunächst ein genaues Bild vom Kader verschaffen müsse. Gespräche mit der Mannschaft stünden erst noch an, ein detaillierter Plan werde nun Schritt für Schritt erarbeitet. Auffällig ist für ihn offenbar auch die personelle Struktur des Kaders. Nach Einschätzung aus der Pressekonferenz gibt es viele Spieler für das Zentrum, während die Flügel dünner besetzt wirken. Deshalb will Schwartz die vorhandenen Erkenntnisse aus dem Verein eng einbeziehen. Kieran Schulze-Marmeling und Janis Hohenhövel sollen dabei weiter eine wichtige Rolle spielen. Nach Angaben von Kittner war es sogar ein ausdrücklicher Wunsch des neuen Trainers, die beiden Mitarbeiter einzubinden. Damit setzt Preußen Münster in der sportlich heiklen Lage nicht nur auf einen neuen Chef an der Seitenlinie, sondern zugleich auf Kontinuität im bestehenden Trainerumfeld.
Dass der Vertrag zunächst nur bis zum Saisonende läuft, passt zur sportlichen Ausgangslage. Schwartz selbst machte deutlich, dass für ihn im Moment allein die Rettungsaufgabe zählt. Alles Weitere soll erst danach bewertet werden. Damit ist die Konstellation klar umrissen. Münster holt keinen Trainer für ein langfristiges Aufbauprojekt mitten in der Saison, sondern einen erfahrenen Spezialisten für eine schwierige Schlussphase. Gerade diese Rolle wurde in der Pressekonferenz offen angesprochen. Schwartz wies sinngemäß darauf hin, dass er in solchen Situationen bereits mehrfach gearbeitet und entsprechende Erfahrungen gesammelt habe.
Sportlich bleibt die Lage angespannt, und auch im Detail will der neue Coach nichts überstürzen. Sogar der Wochenendplan der Mannschaft wurde bei der Vorstellung noch offengelassen. Eigentlich waren freie Tage vorgesehen, nun soll zunächst geprüft werden, wie der Zustand der Spieler ist und was die Mannschaft in den kommenden Tagen am meisten braucht. Dass Schwartz das Preußenstadion noch aus früheren Erfolgen mit dem Karlsruher SC kennt, spielte bei seiner Vorstellung zwar ebenfalls eine Rolle, für die aktuelle Aufgabe wollte er daraus aber keinen besonderen Effekt ableiten. Entscheidend sei allein die Gegenwart. Für Preußen Münster beginnt damit eine kurze, intensive Phase, in der schnelle Wirkung gefragt ist. Der neue Trainer soll nun genau dafür sorgen, dass aus Unsicherheit wieder Hoffnung wird.
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