
Die Welt rüstet auf – und hat dabei einmal mehr alle Rekorde gebrochen. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI haben die globalen Militärausgaben im Jahr 2025 mit rund 2,89 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand erreicht. Es ist das elfte Jahr in Folge, in dem die weltweiten Verteidigungsausgaben gestiegen sind. Besonders auffällig: Deutschland hat sich erstmals seit 1990 wieder über das NATO-Zwei-Prozent-Ziel hinausbewegt und belegt nun Platz vier im weltweiten Vergleich.
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI veröffentlichte am 27. April 2026 seinen aktuellen Bericht zu den globalen Militärausgaben 2025. Das Ergebnis ist eindeutig: Noch nie haben die Staaten der Welt so viel Geld in ihre Streitkräfte investiert wie im vergangenen Jahr. Die Gesamtsumme von 2,89 Billionen US-Dollar entspricht einem Anstieg von rund 2,9 Prozent gegenüber 2024. Getrieben wird dieser Trend laut SIPRI vor allem durch anhaltende Konflikte, geopolitische Spannungen und eine tiefgreifende Neuausrichtung der Sicherheitspolitik in vielen Ländern – insbesondere in Europa.
An der Spitze der größten Militärausgaben steht nach wie vor die USA mit 954 Milliarden US-Dollar. Allerdings ist das ein Rückgang von rund 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was die SIPRI-Forscher vor allem damit erklären, dass im Verlauf des Jahres keine neue finanzielle Militärhilfe für die Ukraine bewilligt worden ist. Auf Platz zwei folgt China mit 336 Milliarden Dollar, gefolgt von Russland mit 190 Milliarden Dollar.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung Deutschlands: Die Bundesrepublik hat ihre Militärausgaben im Jahr 2025 um 24 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar gesteigert und kletterte damit im weltweiten Ranking vom fünften auf den vierten Platz. Noch wichtiger: Erstmals seit 1990 – also seit dem Ende des Kalten Krieges – überschritten die deutschen Verteidigungsausgaben damit das NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Bundesregierung hatte sich vorgenommen, die Militärausgaben mittelfristig sogar an das neue, diskutierte Nato-Ziel von fünf Prozent anzupassen. Dass dieser Schritt in der öffentlichen Debatte stark umstritten ist, zeigte sich zuletzt auch beim Ostermarsch in Münster, wo rund 150 Menschen für Frieden und Abrüstung demonstrierten.
Die gestiegenen Ausgaben spiegeln sich auch im Alltag wider: Erst kürzlich rollten im Rahmen von NATO-Manövern rund 3.000 Bundeswehrsoldaten mit Fahrzeugkonvois durch Norddeutschland – ein sichtbares Zeichen der wachsenden militärischen Präsenz in der Bundesrepublik.
Der Haupttreiber des globalen Anstiegs ist laut SIPRI eindeutig Europa. Die Militärausgaben der europäischen Staaten wuchsen 2025 um insgesamt 14 Prozent – ein Wert, der die geopolitischen Verwerfungen des Kontinents eindrucksvoll widerspiegelt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, hybride Bedrohungsszenarien und ein wachsendes Misstrauen in die US-amerikanischen Sicherheitsgarantien haben in vielen europäischen Hauptstädten zu einem tiefgreifenden Umdenken geführt. Sicherheitsforscher sehen in dieser Entwicklung eine strukturelle Verschiebung, die über kurzfristige Krisen hinausgeht.
Auch in NRW wurde diese Bedrohungslage zuletzt neu bewertet: NRW rückt wegen hybrider Kriegsführung stärker in den Fokus der Sicherheitspolitik, berichtete ms-aktuell.de. Angriffe auf kritische Infrastruktur, Desinformationskampagnen und Cyberoperationen gelten als neue Dimensionen eines modernen Konflikts.
SIPRI-Forscher Lorenzo Scarazzato sieht keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil: Für 2026 erwartet er eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Solange geopolitische Spannungen ungelöst bleiben und Staaten in ihre militärische Handlungsfähigkeit investieren, dürften die globalen Verteidigungsausgaben weiter steigen. Ob dieser Prozess irgendwann eine Grenze findet – politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich –, bleibt eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.
Für Deutschland bedeutet das: Der Umbau der Bundeswehr, die Beschaffung neuer Waffensysteme und die stärkere Einbindung in europäische Verteidigungsstrukturen werden das politische und wirtschaftliche Bild der Republik noch auf Jahre hinaus prägen. Für alle, die die Entwicklungen auf europäischer Ebene verfolgen, lohnt auch ein Blick auf den EU-Gipfel auf Zypern, bei dem ein 90-Milliarden-Paket für die Ukraine beschlossen wurde.
Quellen: SIPRI Jahresbericht 2026 (veröffentlicht 27.04.2026), t-online.de, Handelsblatt, ZDF heute, nw.de
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