Große Befischung im Aasee: 4,2 Tonnen Fisch entnommen

Im Aasee in Münster wurden 4,2 Tonnen Friedfisch entnommen, um das ökologische Gleichgewicht im See zu stabilisieren.
Rund 4,2 Tonnen Friedfisch haben Fischer in den vergangenen vierzehn Tagen dem Aasee entnommen. Raubfische, wie dieser Hecht, wurden zurückgesetzt. ©Stadt Münster

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Im Aasee in Münster hat die Stadt in den vergangenen zwei Wochen erneut massiv in den Fischbestand eingegriffen. Zwischen dem 7. und 20. April 2026 wurden rund 4,2 Tonnen Friedfische aus dem See entnommen. Ziel der Maßnahme ist es, das Verhältnis von Raub- und Friedfischen zu verbessern und das ökologische Gleichgewicht im Aasee langfristig zu stabilisieren. Die Stadt setzt damit einen Kurs fort, den sie bereits seit 2021 verfolgt.

Warum die Stadt im Aasee erneut Fische entnehmen lässt

Hintergrund der Aktion ist ein aus Sicht der Stadt weiterhin unausgewogener Fischbestand. Vor allem Friedfische wie Brassen, Güster, Rotaugen und Karpfen sind im Aasee in zu großer Zahl vorhanden. Nach Angaben der Stadt würde ihr Bestand ohne Eingriffe weiter wachsen und das Gleichgewicht im See beeinträchtigen. Bereits Ende März hatte die Stadt angekündigt, deshalb wieder gezielt Friedfische entnehmen zu lassen. Damals hieß es auch, dass der Anteil der Raubfische trotz Fortschritten noch unter dem angestrebten Wert liege.

4,2 Tonnen Friedfisch in nur zwei Wochen aus dem Aasee geholt

Für die diesjährige Intensivbefischung waren zwei Wochen angesetzt. Berufsfischer aus Karlsruhe setzten dafür Netze, Reusen und ein Fischerboot ein, um die Tiere gezielt zu fangen. Die entnommenen Friedfische wurden anschließend gemeinsam mit dem Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster in andere Gewässer umgesetzt. Raubfische wie Hechte und Zander wurden dagegen wieder in den Aasee zurückgesetzt, weil sie dort zur natürlichen Regulierung des Bestands beitragen sollen.

Raubfische sollen im Aasee langfristig das Gleichgewicht sichern

Die Stadt verfolgt am Aasee seit mehreren Jahren eine klare Strategie. Friedfische werden entnommen, während Raubfische gestärkt werden sollen. Seit Beginn der Maßnahmen wurden nach städtischen Angaben insgesamt rund 18,8 Tonnen Friedfische aus dem Aasee geholt. Parallel dazu wurden etwa 600.000 Hechtbrütlinge und mehr als 40.000 junge Zander eingesetzt. Ziel ist ein stabiler Fischbestand von rund zehn Tonnen, bei dem der Anteil der Raubfische bei etwa 30 Prozent liegt. Ende März hatte die Stadt mitgeteilt, dass der Raubfischanteil bei der letzten Untersuchung noch bei rund zwölf Prozent der Gesamtbiomasse lag.

Erste positive Entwicklungen im Aasee sind laut Stadt schon sichtbar

Nach Einschätzung der Stadt zeigen die Maßnahmen inzwischen erste Wirkung. Eine Untersuchung aus dem Oktober 2025 habe ergeben, dass die Zahl der Raubfische zugenommen habe. Außerdem seien wieder mehr Wasserpflanzen im Aasee zu sehen. Solche Entwicklungen gelten als wichtig, weil sich ein stabiles Nahrungsnetz in belasteten Gewässern meist nur über mehrere Jahre hinweg aufbaut. Die Stadt will die Entwicklung deshalb weiter beobachten und die Eingriffe bei Bedarf anpassen.

Befischung brachte auch Einschränkungen für den Wassersport

Während der zweiwöchigen Aktion kam es zeitweise zu Einschränkungen auf dem Wasser. Laut Stadt wurden die Arbeiten deshalb eng mit den Segelclubs, der Segelschule Overschmidt und weiteren Nutzergruppen abgestimmt. Der Münsteraner Regattaverein unterstützte bei der Markierung der Netze, der SC Hansa stellte Infrastruktur am Aasee zur Verfügung. Die Stadt hebt diese Zusammenarbeit ausdrücklich hervor, weil der Eingriff in einem stark genutzten Freizeit- und Erholungsraum stattfand.

Der Aasee bleibt ein langfristiges Umweltprojekt für Münster

Die aktuelle Intensivbefischung ist nur ein Baustein in einem größeren Programm. Grundlage sind nach Angaben der Stadt die Resilienzstrategie sowie das Handlungskonzept für den Aasee. Der Fischbestand soll nicht kurzfristig, sondern dauerhaft in eine stabilere Balance gebracht werden. Dass die Stadt dabei weiter auf wiederkehrende Eingriffe setzt, zeigt auch der Vergleich zu den Vorjahren. Schon 2024 waren mehrere Tonnen Weißfisch aus dem Aasee geholt worden, um den Bestand zu regulieren.

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