EU genehmigt BASF-Coatings-Verkauf mit direktem Bezug zu Münster

BASF verkauft seine Lacke-Sparte an Carlyle. Was das Milliarden-Geschäft für den Standort Münster-Hiltrup bedeutet.
Stahlkocher, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Münster. Der geplante Verkauf von BASF Coatings an den US-Finanzinvestor Carlyle rückt auch den Standort Münster-Hiltrup in den Fokus. Die EU-Kommission hat die Übernahme unter Auflagen genehmigt. Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Hauptsitz in Münster liegt und der zu den wichtigen Industriestandorten der Stadt gehört.

Carlyle muss Geschäft von Nouryon verkaufen

Die EU-Kommission knüpft ihre Zustimmung an eine klare Bedingung. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft des Spezialchemieunternehmens Nouryon verkaufen. Nouryon gehört zum Portfolio des Finanzinvestors. Polysulfide werden unter anderem für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt benötigt.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter wollen mit der Auflage verhindern, dass Wettbewerber von BASF Coatings beim Zugang zu wichtigen Vorprodukten benachteiligt werden. Zudem geht es um den Schutz wirtschaftlich sensibler Informationen. Nach Einschätzung der Kommission gehört Nouryon weltweit zu den wenigen Anbietern in diesem Spezialmarkt.

Münster-Hiltrup ist Hauptsitz von BASF Coatings

Für Münster hat die Entscheidung besondere Bedeutung, weil BASF Coatings seinen Hauptsitz in Hiltrup hat. Der Standort ist innerhalb des Unternehmensbereichs ein zentraler Ort für Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Lacklösungen. Dazu zählen unter anderem Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik.

BASF Coatings ist damit nicht nur ein Teil eines internationalen Chemiekonzerns, sondern auch ein wichtiger industrieller Standort in Münster. Die Entscheidung aus Brüssel betrifft deshalb einen Geschäftsbereich, der eng mit Hiltrup verbunden ist. Konkrete Änderungen am Standort Münster sind mit der Genehmigung jedoch nicht angekündigt.

Deal hat einen Wert von 7,7 Milliarden Euro

BASF und Carlyle hatten den Verkauf des Lacke-Geschäfts bereits im Oktober 2025 angekündigt. Der Unternehmenswert der Sparte wurde mit 7,7 Milliarden Euro angegeben. BASF will weiterhin 40 Prozent an dem Geschäft halten. Dem Konzern sollen durch die Transaktion rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar zufließen.

Mit der Genehmigung der EU-Kommission ist der Verkauf einen wichtigen Schritt vorangekommen. Vollzogen werden kann die Transaktion aber nur, wenn die Bedingungen der Wettbewerbshüter erfüllt werden. Für BASF bedeutet der Deal eine Neuordnung des Lacke-Geschäfts, ohne dass sich der Konzern vollständig aus dem Bereich zurückzieht.

Keine konkreten Standortfolgen angekündigt

Für die Beschäftigten in Münster-Hiltrup ergeben sich aus der EU-Entscheidung zunächst keine öffentlich bekannten konkreten Veränderungen. Weder Arbeitsplatzmaßnahmen noch Produktionsverlagerungen am Standort sind angekündigt. Die Bedeutung für Münster liegt deshalb vor allem darin, dass der Hauptsitz des betroffenen Geschäftsbereichs Teil der Transaktion ist.

Der weitere Verlauf hängt nun von der Erfüllung der EU-Auflagen und dem Abschluss der Übernahme ab. Erst danach dürfte klarer werden, wie der Bereich unter der neuen Eigentümerstruktur aufgestellt wird. Für Münster bleibt BASF Coatings damit ein wichtiger Standortfaktor, dessen Entwicklung nach dem Verkauf besonders aufmerksam verfolgt werden dürfte.

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