
Die Grundschule York in Münster hat es auf die Shortlist des Erich-Mendelsohn-Preises 2026 für Backstein-Architektur geschafft. Damit gehört das Schulgebäude zu 99 ausgewählten Projekten aus 18 Ländern, die sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen können.
Eingereicht wurde das Projekt vom Büro Hehn Scholz Pohl Architekten BDA. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden am 4. September 2026 bei einer Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben. Neben Gold, Silber und Bronze vergibt die Jury mehrere besondere Anerkennungen. Erstmals ist zudem die Auszeichnung „Best in Germany“ vorgesehen.
Mehr als 500 Projekte aus insgesamt 41 Ländern wurden für den Wettbewerb eingereicht. Die international besetzte Jury wählte daraus 99 Arbeiten und Architekturbüros für die Shortlist aus. Unter ihnen befindet sich die Grundschule York in Münster, die vom Büro Hehn Scholz Pohl Architekten BDA eingereicht wurde. Die vollständige Shortlist führt das Münsteraner Schulprojekt gemeinsam mit internationalen Wohnhäusern, Bildungsbauten, Museen, Kirchen, Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen auf.
Bewertet wurden die Einreichungen in mehreren Kategorien. Dazu gehören Wohnungsbau, Büro- und Gewerbebauten, öffentliche Gebäude, Freizeit- und Sportbauten sowie Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften. Die Grundschule York dürfte als Schulgebäude dem Bereich der öffentlichen Bauten zugeordnet sein. Eine konkrete Kategorie für das Münsteraner Projekt wird in der regionalen Mitteilung allerdings nicht ausdrücklich genannt.
Nach Angaben der Veranstalter achtete die Jury insbesondere darauf, wie Material, Konstruktion und Gestaltung miteinander verbunden sind. Außerdem spielte eine Rolle, wie zeitgemäß die Projekte mit dem Baustoff Backstein umgehen. Die Nominierung ist noch keine Auszeichnung. Sie zeigt jedoch, dass die Grundschule York aus Sicht der Jury zu den bemerkenswerten Einreichungen des Wettbewerbs gehört.
Welche Projekte Gold, Silber oder Bronze erhalten, entscheidet sich bei der Preisverleihung am 4. September in Berlin. Daneben kann die Jury sogenannte Special Mentions vergeben. Diese besonderen Erwähnungen würdigen Projekte, die in einzelnen Bereichen außergewöhnliche Lösungen zeigen.
Neu ist 2026 die Kategorie „Best in Germany“. Mit ihr soll erstmals ein Projekt besonders hervorgehoben werden, das innerhalb der deutschen Einreichungen überzeugt. Ob die Grundschule York dafür infrage kommt, ist bislang offen. Die Shortlist enthält zahlreiche weitere Projekte aus Deutschland, darunter Bildungsbauten in München, Köln und Hamburg sowie Wohn-, Kultur- und Verwaltungsgebäude.
Der Jury gehören Fachleute aus Architektur und Fachjournalismus an. Vertreten sind unter anderem die Architektin Jórunn Ragnarsdóttir, BDA-Vorstandsmitglied Max Wasserkampf und die Bauwelt-Redakteurin Marie Bruun Yde. Ergänzt wird das Gremium durch Josep Ricart vom katalanischen Büro Harquitectes und Lena Unger vom Leipziger Büro Meier Unger.
Die Jury tagte Anfang Juli in Berlin. Laut Pressemitteilung wurden dabei sowohl die gestalterische Qualität als auch der Einsatz von Backstein im jeweiligen Baukonzept betrachtet. Für Münster bedeutet die Nominierung, dass ein örtliches Schulprojekt auf internationaler Ebene sichtbar wird.
Der Architekturwettbewerb wird seit 2008 von der Initiative Bauen mit Backstein ausgerichtet. Seit 2011 unterstützt der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten den Preis als Partner. Seinen heutigen Namen trägt der Wettbewerb seit 2022. Er erinnert an den Architekten Erich Mendelsohn und rückt zeitgenössische Backsteinarchitektur aus verschiedenen Ländern in den Mittelpunkt.
Zu den früheren ausgezeichneten Projekten gehören der Siza-Pavillon auf der Museumsinsel Hombroich, die Bremer Landesbank und das Musée Cantonal des Beaux-Arts in Lausanne. Im Jahr 2023 ging der Grand Prix an das katalanische Büro Harquitectes für die Clos Pachem Winery.
Der Preis wird alle drei Jahre vergeben. Die Einreichungen zeigen nach Angaben der Veranstalter, wie unterschiedlich Backstein im modernen Bauen eingesetzt werden kann. Dabei reicht das Spektrum von Wohngebäuden über Schulen und Kulturstätten bis zu Industrie- und Verwaltungsbauten.
Die Grundschule York ist das einzige Projekt aus Münster, das in der veröffentlichten Liste genannt wird. Auf Seite zwei der Shortlist steht sie gemeinsam mit dem verantwortlichen Büro Hehn Scholz Pohl Architekten BDA. Ob aus der Nominierung eine Auszeichnung wird, entscheidet sich Anfang September.
Quelle: Presseinformation des Erich-Mendelsohn-Preises für Backstein-Architektur und veröffentlichte Shortlist 2026
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