
Die Universität Münster stellt ihre islamisch-theologische Ausbildung organisatorisch neu auf. Zum 1. Juli 2026 soll eine eigene Islamisch-Theologische Fakultät eingerichtet werden. Der Senat hat die Entscheidung des Rektorats am Mittwoch, 15. April, zustimmend zur Kenntnis genommen. Als Gründungsdekan ist Prof. Dr. Mouhanad Khorchide vorgesehen, der das Zentrum für Islamische Theologie seit Jahren prägt.
Mit dem Schritt zur Fakultät hebt die Universität Münster das bisherige Zentrum für Islamische Theologie auf eine neue Ebene. Das ZIT soll zum 1. Oktober 2026 in der neuen Struktur aufgehen und dort seine Arbeit fortsetzen. Nach den vorliegenden Angaben umfasst der Bereich derzeit vier Professorinnen und vier Professoren. Hinzu kommen rund 250 Studierende und 17 Studiengänge. Seit 2012 werden in Münster unter anderem Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht, Imame und islamische Theologen ausgebildet.
Die Entscheidung hat nicht nur für die Universität selbst Gewicht, sondern auch überregional. Münster gehört zu den Standorten, an denen der Bund seit 2011 den Aufbau islamisch-theologischer Strukturen an staatlichen Hochschulen gefördert hat. Ziel war es, islamisch-theologische Forschung dauerhaft im Wissenschaftssystem zu verankern und eine deutschsprachige akademische Ausbildung für Schule, Wissenschaft und religiöse Praxis zu schaffen. Dass Münster diesen Weg nun mit einer eigenen Fakultät fortsetzt, unterstreicht die besondere Rolle des Standorts in Deutschland.
Mit Mouhanad Khorchide setzt die Universität auf eine Persönlichkeit, die den Aufbau der islamischen Theologie in Münster seit Jahren begleitet. Er ist Professor für Islamische Religionspädagogik und wird auf den Seiten der Universität als geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie geführt. Schon in einer Ausschusssitzung des NRW-Landtags im Januar 2026 sprach Khorchide davon, dass in Münster die erste islamisch-theologische Fakultät in Westeuropa entstehe. Diese Formulierung taucht damit nicht nur in der aktuellen Mitteilung auf, sondern wurde bereits zuvor öffentlich verwendet.
Für die Universität Münster ist die Gründung auch institutionell ein Signal. Nach den vorliegenden Informationen wäre es der erste neue Fachbereich seit mehr als zwei Jahrzehnten. Perspektivisch soll die Fakultät zudem auf dem neuen Campus der Theologien und Religionswissenschaft angesiedelt werden. Dort sollen katholische, evangelische und islamische Theologie sowie Religionswissenschaft räumlich enger zusammenrücken. Aktuelle Uni-Seiten nennen für die Bezugsfertigkeit inzwischen das Jahr 2027, was darauf hindeutet, dass sich das Bauprojekt gegenüber früheren Planungen verschoben hat.
Noch sind nicht alle organisatorischen Details öffentlich. Weitere Informationen zur neuen Fakultät will die Universität am 22. April 2026 vorstellen.
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