
Köln/Münster. Thiel und Boerne sind wieder im Einsatz – und diesmal geht es um ein Vermögen, das offenbar niemand einfach bekommen soll. Seit dem 15. September wird der Münster Tatort „Edle Spender“ gedreht. Für Axel Prahl und Jan Josef Liefers ist es bereits der 51. gemeinsame Fall. Die Geschichte verbindet einen Todesfall in einer Seniorenresidenz mit einem Millionen-Nachlass, ungeklärten Familienverhältnissen und einer ungewöhnlich großen Zahl an DNA-Spuren.
Für Münster ist der Dreh zugleich die Fortsetzung einer inzwischen fast 25-jährigen Erfolgsgeschichte. Seit 2002 stehen Frank Thiel und Professor Karl-Friedrich Boerne für den Münsteraner „Tatort“ vor der Kamera. Inzwischen gehört das Duo zu den bekanntesten Ermittlerteams der ARD-Reihe.
Der neue Fall beginnt mit dem Tod des fast 90-jährigen Otto Arenz. Der frühere Unternehmer ist vermögend, kinderlos und lebt in der Altenresidenz „Aaseeblick“. Noch bevor er seinen Nachlass neu regeln kann, wird er tot in seinem Apartment gefunden.
Brisant ist vor allem, wem Arenz sein Vermögen hinterlassen will. Vorgesehen ist Patrick Reitemeyer, Mitgründer der fiktiven Partei „Vorteil für Alle“. Die Partei vertritt ausgerechnet die Forderung, Erbschaften vollständig zugunsten der Allgemeinheit zu besteuern.
Damit bekommt Thiel keinen gewöhnlichen Mordfall auf den Tisch. Er muss nicht nur herausfinden, was mit Arenz passiert ist, sondern auch, wer überhaupt zur Familie gehört und Anspruch auf das Vermögen erheben könnte.
Die Spur führt tief in die Vergangenheit der Familie Arenz – und genau dort wird der Fall für Boerne interessant.
Der Rechtsmediziner setzt diesmal auf einen mobilen DNA-Sequenzierer. Das Gerät soll dabei helfen, Verwandtschaftsverhältnisse aufzuklären und mögliche Erben zu identifizieren.
Für Boerne klingt das zunächst nach einem idealen Einsatz moderner Forensik. Doch statt den Fall sofort übersichtlicher zu machen, entstehen immer neue DNA-Spuren und damit zusätzliche Fragen.
Das passt zum Münster-„Tatort“, der seine Kriminalfälle regelmäßig mit den gegensätzlichen Charakteren seiner Hauptfiguren verbindet: Thiel arbeitet eher pragmatisch, Boerne nutzt jede Gelegenheit für wissenschaftlichen Ehrgeiz und Selbstdarstellung.
Das Thema Nachlass bleibt nicht auf den eigentlichen Kriminalfall beschränkt. Auch Herbert Thiel, von seinem Sohn meist nur „Vaddern“ genannt, beschäftigt sich in der neuen Folge bereits mit seinem eigenen Erbe.
Damit landet der Fall auch im privaten Umfeld des Hauptkommissars. Claus D. Clausnitzer gehört als Thiels Vater seit vielen Jahren zum festen Figurenensemble des Münsteraner „Tatorts“.
Ebenfalls wieder dabei ist Christine Urspruch als Boernes Assistentin Silke Haller. Björn Meyer spielt Mirko Schrader, Lou Strenger Staatsanwältin Nicole König.
Für Münsteraner Zuschauer ist König noch eine vergleichsweise neue Figur. Sie folgt auf Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, die von Mechthild Großmann seit dem ersten Münster-Fall im Jahr 2002 gespielt wurde.
„Edle Spender“ ist bereits der 51. Einsatz von Thiel und Boerne. Erst zuvor wurde der Jubiläumsfall Nummer 50 produziert.
Damit befindet sich das Münster-Team in einem bemerkenswerten Abschnitt seiner Geschichte: Axel Prahl und Jan Josef Liefers spielen ihre Rollen seit dem ersten gemeinsamen Film „Der dunkle Fleck“, der im Oktober 2002 ausgestrahlt wurde.
Aus dem damals neuen Ermittlerduo ist längst eine feste Größe des Sonntagabendprogramms geworden. Münster dient dabei nicht nur als Name des Teams. Außenaufnahmen und bekannte Orte der Stadt gehören seit Jahren zum Erscheinungsbild der Filme – auch wenn ein großer Teil der Produktion traditionell außerhalb Münsters entsteht.
Genau das dürfte für viele Münsteraner die spannendste Frage sein. Offiziell bestätigt ist bislang, dass die Dreharbeiten bis Mitte Oktober in Münster, Köln und der Umgebung laufen.
Welche konkreten Orte in Münster in „Edle Spender“ zu sehen sein werden, ist bislang nicht veröffentlicht worden. Die im Film erwähnte Seniorenresidenz „Aaseeblick“ gehört zur Handlung und sollte nicht mit einer tatsächlich so benannten Einrichtung in Münster verwechselt werden.
Beim vorherigen 50. Fall waren unter anderem Aufnahmen am Prinzipalmarkt und am Aasee entstanden. Ob ähnlich prominente Münster-Kulissen auch im neuen Film auftauchen, bleibt zunächst offen.
Neben dem festen Ensemble treten mehrere Gäste auf. Reiner Schöne spielt den vermögenden Otto Arenz, Elias Reichert übernimmt die Rolle von Patrick Reitemeyer. Hinzu kommen Petra Kelling, Steffi Kühnert, Lotte Becker, Markus Wiedemann, Silvina Buchbauer, Peter Trabner und Michael Maertens.
Regie führt Nils Willbrandt. Das Drehbuch stammt von Benjamin Hessler, der bereits Erfahrung mit dem Münsteraner „Tatort“ hat. Die Kamera übernimmt Michał Grabowski.
Die Arbeiten sollen bis Mitte Oktober 2026 dauern. Einen konkreten Sendetermin gibt es bislang nicht. Fest steht lediglich: „Edle Spender“ soll 2027 im Ersten ausgestrahlt werden.
Für Münster bedeutet das: Auch fast 25 Jahre nach Thiels erstem Dienstantritt ist mit dem wohl bekanntesten Fernseh-Ermittlerduo der Stadt noch lange nicht Schluss.
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