Münster kommt der Wärme aus der Tiefe einen Schritt näher

Am Osttor in Hiltrup startet 2027 eine Forschungsbohrung. Sie soll zeigen, ob Geothermie in Münster wirklich nutzbar ist.
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Münster. Geothermie in Münster wird konkreter. Im Südosten der Stadt soll 2027 erstmals gebohrt werden, um das Potenzial von Erdwärme genauer zu untersuchen. Der Standort liegt am Osttor in Hiltrup, in einem Bereich zwischen Gremmendorf und Hiltrup-Lodden. Dort will der Geologische Dienst NRW prüfen, ob in den tiefen Kalksteinschichten warmes Wasser zirkuliert, das später für die Wärmeversorgung interessant werden könnte. Aus den Messdaten der vergangenen Jahre wird damit ein reales Bohrprojekt. Ob Münster damit tatsächlich eine neue Energiequelle erschließen kann, bleibt aber offen.

Forschungsbohrung Hiltrup soll den Untergrund prüfen

Die Bohrung am Osttor ist zunächst ein Forschungsprojekt. Sie soll zeigen, was sich unter Münster tatsächlich befindet. Erwartet werden Kalksteinschichten aus der Kreidezeit in rund 1.000 bis 1.300 Metern Tiefe. Solche Gesteine können Klüfte und Hohlräume enthalten, durch die warmes Wasser fließt. Genau darauf richtet sich das Interesse der Fachleute. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Temperatur. Für eine spätere Nutzung müsste das Wasser auch in ausreichender Menge vorhanden sein und dauerhaft nachströmen. Erst die Bohrung kann diese Frage beantworten.

Erdwärme in Münster bleibt vorerst eine Chance

Der Standort am Osttor bedeutet nicht, dass dort bereits ein Heizwerk entsteht. Die Forschungsbohrung soll Daten liefern, keine Wärme ins Netz einspeisen. Für eine spätere geothermische Nutzung wären weitere Schritte nötig. In der Regel braucht ein solches System mindestens zwei Bohrungen. Eine fördert heißes Tiefenwasser nach oben, eine zweite führt das abgekühlte Wasser wieder zurück in den Untergrund. Dazwischen wird die Wärme technisch nutzbar gemacht. Ob dieser Weg in Münster möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Ergebnis der Erkundung ab.

Tiefengeothermie Münster hat auch den Hafen im Blick

Parallel zur landesweiten Forschungsbohrung verfolgen die Stadtwerke Münster eigene Pläne. Besonders geprüft wird ein Standort am Hafen, weil dort die Nähe zur bestehenden Fernwärme-Infrastruktur ein Vorteil wäre. Die Stadtwerke hatten Ende 2024 umfangreiche seismische Messungen durchführen lassen. Die dabei gewonnenen Daten zeigen geologische Strukturen bis in mehrere Tausend Meter Tiefe. Eine eigene Tiefenbohrung der Stadtwerke könnte nach aktuellem Stand 2028 folgen. Dafür sind allerdings weitere Planungen, Fördermittel und bergrechtliche Genehmigungen erforderlich.

```html ```

Bohrung am Osttor wird zum Test für die Wärmewende

Für Münster ist die Bohrung mehr als ein geologisches Experiment. Die Stadt sucht nach Wegen, Wärme langfristig klimafreundlicher zu erzeugen. Tiefengeothermie hätte dabei einen besonderen Vorteil: Sie könnte unabhängig von Wetter und Tageszeit Wärme liefern. Gleichzeitig bleibt sie ein Projekt mit geologischem Risiko. Moderne Messverfahren können viel vorbereiten, aber sie ersetzen keine Bohrung. Am Osttor entscheidet sich deshalb, ob die Hoffnung auf Erdwärme unter Münster eine belastbare Grundlage bekommt. Erst danach lässt sich sagen, welche Rolle Geothermie in Münster wirklich spielen kann.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu