
Münster. Das Wasserwerk Hohe Ward in Hiltrup gehört zu den auffälligsten Bauwerken der Münsteraner Infrastrukturgeschichte. Seit 1906 wird dort Trinkwasser gewonnen. Bis heute ist die Anlage ein wichtiger Teil der Versorgung im Süden der Stadt. Zugleich erinnert das Gebäude an eine Zeit, in der technische Zweckbauten nicht nur funktionieren, sondern auch architektonisch wirken sollten.
Für die Stadtwerke Münster ist das Wasserwerk ein sichtbares Stück Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen blickt auf 125 Jahre zurück. Zu den markanten Spuren dieser Entwicklung zählen der Wasserturm auf der Geist und das Wasserwerk Hohe Ward. Beide stehen für den frühen Ausbau einer modernen Trinkwasserversorgung in Münster.
Das Wasserwerk Hohe Ward wurde als Ergänzung zu den damaligen Pumpwerken an der Mecklenbecker Straße und in der Vennheide errichtet. Die Eröffnung im Jahr 1906 war ein wichtiger Schritt, um die wachsende Stadt zuverlässig mit Trinkwasser zu versorgen.
Auch mehr als ein Jahrhundert später ist der Standort weiter in Betrieb. Hinter der historischen Fassade wird bis heute Wasser gewonnen, aufbereitet und in das Versorgungsnetz eingespeist. Damit ist die Anlage nicht nur ein Denkmal der Stadtgeschichte, sondern weiterhin Teil der funktionierenden Infrastruktur Münsters.
Architektonisch hebt sich das Wasserwerk deutlich von vielen anderen technischen Anlagen ab. Besonders prägend ist der zwölfeckige Bau, der dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter gibt. Die Gestaltung im Jugendstil zeigt, welchen Stellenwert öffentliche Infrastruktur zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte.
Früher lag das Wasserwerk direkt an der Straße zwischen Münster und Sendenhorst. Dadurch war es für viele Menschen im Alltag sichtbar. Heute steht es stärker im Zusammenhang mit der Hohen Ward als Waldgebiet, Wasserschutzraum und Naherholungslandschaft südlich von Münster.
Die Hohe Ward ist nicht nur ein technischer Standort, sondern auch ein sensibler Naturraum. Das Wasserwerk liegt damit an einer besonderen Schnittstelle: Hier treffen Trinkwasserversorgung, Stadtgeschichte, Umweltschutz und Naherholung aufeinander.
Diese Lage prägt auch die Bildungsangebote der Stadtwerke. Bei Führungen können Gruppen nach Voranmeldung erfahren, wie Trinkwasser in Münster gewonnen wird. Bei Angeboten für Kinder spielt der Schutz des Gebietes eine besondere Rolle. Deshalb wird der letzte Teil solcher Führungen nicht mit dem Bus, sondern per Pferdekutsche zurückgelegt.
Die Bedeutung der Hohen Ward zeigt sich nicht nur historisch, sondern auch aktuell. Für das Wasserschutzgebiet rund um die Wassergewinnungsanlage gab es 2024 eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts NRW. Die Wasserschutzgebietsverordnung wurde teilweise für unwirksam erklärt.
Das macht deutlich, dass Trinkwassergewinnung in Münster weiterhin ein planerisch und rechtlich sensibles Thema ist. Der Schutz solcher Standorte bleibt wichtig, weil sie für die Versorgung der Stadt eine zentrale Rolle spielen.
Das Wasserwerk Hohe Ward ist mehr als ein schönes historisches Gebäude. Es erzählt von der Entwicklung Münsters zur modernen Stadt, vom Ausbau der öffentlichen Versorgung und vom Wert sicherer Trinkwassergewinnung. Seit 1906 verbindet der Standort technische Funktion mit architektonischer Qualität.
Gerade im Jubiläumsjahr der Stadtwerke rückt damit ein Bauwerk in den Blick, das vielen Münsteranern bekannt ist, aber im Alltag oft selbstverständlich wirkt. Das Wasserwerk Hohe Ward zeigt, dass Infrastruktur nicht nur im Verborgenen arbeitet. Sie kann auch Stadtgeschichte sichtbar machen.
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