Mäc Geiz Insolvenz: 183 Filialen auf dem Prüfstand

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Mäc Geiz Insolvenz trifft den deutschen Nonfood-Handel erneut hart: Der Discounter soll am 12. Mai 2026 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt haben. Laut Medienberichten stehen dabei 183 Filialen und rund 1.175 Beschäftigte vor einer ungewissen Zukunft. Der Antrag kommt nur wenige Monate nach der Übernahme durch die Kodi-Gruppe.

Mäc Geiz Insolvenz: Was bisher bekannt ist

Nach Informationen von t-online.de und der WirtschaftsWoche soll die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH zusammen mit ihrer Schwestergesellschaft MTH Retail Services (Germany) das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) beantragt haben. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt das Management zunächst im Amt und steuert das Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters weiter. Zum vorläufigen Sachwalter soll laut Medienberichten Lucas Flöther bestellt worden sein. Als Verfahrensbevollmächtigte soll die auf Restrukturierungen spezialisierte Kanzlei Andres Partner mandatiert worden sein, die 2023 bereits den Schutzschirm des Düsseldorfer Modehändlers Peek & Cloppenburg begleitet hatte.

Für Mitarbeiter gibt es zunächst Entlastung: Die Gehälter sollen laut Berichten für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert sein. Der Geschäftsbetrieb in allen 183 Märkten soll vorerst weiterlaufen. Dennoch schließt das Unternehmen Filialschließungen und strukturelle Anpassungen ausdrücklich nicht aus – Gespräche mit Vermietern hätten bereits begonnen.

Mäc Geiz Insolvenz: Hintergründe und Ursachen

Die aktuelle Lage hat sich laut Medienberichten vor allem durch den Wegfall einer wichtigen Absicherung zugespitzt: Die Warenkreditversicherung durch Allianz Trade über die Markant-Gruppe soll zum 31. Mai 2026 enden. Ohne diese Absicherung würden Lieferanten auf Vorkasse bestehen – ein erhebliches Liquiditätsproblem für einen Discounter mit umfangreichem Sortiment. Mäc Geiz leidet damit wie viele andere Unternehmen im Nonfood-Handel unter schwacher Kauflaune der Verbraucher und deutlich gestiegenen Kosten für Energie, Personal und Logistik.

Hinzu kommt die kurze Geschichte unter dem neuen Eigentümer: Erst im Februar 2026 soll Kodi-Inhaber Fabian Grund den angeschlagenen Discounter übernommen haben. Die erhofften Synergien zwischen Kodi und Mäc Geiz konnten die strukturellen Probleme offenbar nicht schnell genug ausgleichen. Vergleichbare Fälle im deutschen Einzelhandel häufen sich: KiK schloss zuletzt 135 Filialen in Deutschland, und auch andere Handelsketten stehen unter Druck.

Mäc Geiz: Geschichte und Profil des Discounters

Mäc Geiz wurde 1994 in Halle (Saale) gegründet und wuchs vor allem in Ostdeutschland zu einem bekannten Namen. Das Unternehmen betreibt Filialen schwerpunktmäßig in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin, ist aber auch in anderen Bundesländern vertreten. Das Kernsortiment umfasst Haushalts- und Reinigungsprodukte, Schreibwaren, Spielzeug, Dekoartikel sowie Tierfutter – allesamt Nonfood-Waren des täglichen Bedarfs zu günstigen Preisen. Das Konzept des Billig-Discounters hat in wirtschaftlich starken Zeiten gut funktioniert, leidet aber besonders in Phasen zurückhaltender Konsumstimmung.

Die Insolvenz von Mäc Geiz reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung im deutschen Handel ein: Laut einer aktuellen Ifo-Umfrage sieht jedes zwölfte Unternehmen in Deutschland seine Existenz bedroht. Der stationäre Nonfood-Handel zählt zu den am stärksten unter Druck stehenden Branchen.

Was passiert jetzt mit den 183 Mäc-Geiz-Filialen?

Im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird zunächst geprüft, welche der 183 Filialen rentabel sind und welche geschlossen werden müssen. Gespräche mit Vermietern über Mietanpassungen laufen laut Medienberichten bereits. Ziel der Eigenverwaltung ist es, das Unternehmen zu sanieren und möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten. Ob und wie viele Filialen am Ende schließen müssen, ist derzeit noch offen. Kunden können die Märkte vorerst weiterhin besuchen – solange die Insolvenz nicht in ein Regelinsolvenzverfahren übergeht, bleibt der Betrieb aufrechterhalten.

Die Mäc Geiz Insolvenz ist ein weiteres Zeichen dafür, wie angespannt die Lage im deutschen Einzelhandel bleibt. Experten erwarten, dass die Konsolidierung im Nonfood-Segment in den kommenden Monaten weitergeht.

Quellen: t-online.de, WirtschaftsWoche, Business Insider, Lebensmittelzeitung, zvw.de

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