Nach Kritik und Verzögerung: Schifffahrter Damm wird nun doch zur Einbahnstraße

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Foto: Markus Winkler

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Münster. Am Schifffahrter Damm in Münster kommt die zunächst verschobene Einbahnstraßenregelung nun doch. Ab Mittwoch, 6. Mai 2026, wird der Abschnitt zwischen Sudmühlenstraße und Hessenweg nur noch stadtauswärts befahrbar sein. Grund sind Arbeiten an der Anbindung des neuen Abschnitts der B481n an den Schifffahrter Damm. Die Verkehrsänderungen sollen voraussichtlich bis in die Sommerferien andauern, die Gesamtmaßnahme bis September 2026.

Damit steht nach mehreren Tagen Unsicherheit fest, wie die Baustelle zunächst geführt wird. Ursprünglich sollte die Einbahnstraße bereits am Montag, 27. April, starten. Nach Kritik aus Wirtschaft und Umfeld wurde dieser Schritt jedoch zunächst verschoben. Die Stadt Münster hatte am 24. April mitgeteilt, dass sie mit Straßen.NRW noch einmal über die geplante Verkehrsführung spreche. Nun bleibt es im Kern bei der Einbahnstraßenlösung, ergänzt um eine zusätzliche Entlastung für Gelmer.

Erst angekündigt, dann verschoben, nun umgesetzt

Die Chronologie der vergangenen Tage zeigt, wie umstritten die Verkehrsführung war. Zunächst war vorgesehen, den Schifffahrter Damm ab dem 27. April stadtauswärts als Einbahnstraße zu führen. Besonders aus Richtung Wirtschaft kam daran Kritik. Die IHK Nord Westfalen bemängelte, dass Unternehmen zu spät informiert und nicht ausreichend in die Abstimmung einbezogen worden seien. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel sprach in diesem Zusammenhang vom „Gegenteil eines abgestimmten Prozesses“.

Daraufhin wurde der Start der Einbahnstraßenregelung zunächst ausgesetzt. Die Sudmühlenstraße blieb von dieser Verzögerung allerdings nicht ausgenommen und wurde im Einmündungsbereich wie vorgesehen gesperrt. Mit der neuen Mitteilung ist nun klar: Die Einbahnstraße am Schifffahrter Damm startet am 6. Mai.

Schifffahrter Damm bleibt stadtauswärts befahrbar

Während der Bauphase kann der Verkehr den Schifffahrter Damm nur in Richtung Greven und A1 nutzen. Wer stadtauswärts fährt, bleibt also grundsätzlich auf der gewohnten Verbindung. Stadteinwärts wird der Verkehr dagegen großräumig umgeleitet.

Vorgesehen ist eine Route über die L588, Westbevern und die L811 zur B51. Für Pendlerinnen und Pendler, Anwohner sowie Betriebe im Norden und Nordosten Münsters bedeutet das längere Wege und zusätzliche Fahrzeit. Besonders betroffen sind Verbindungen aus Richtung Gelmer, Hessenweg und Schifffahrter Damm in Richtung Innenstadt.

Coerheide wird als Entlastung für Gelmer geöffnet

Eine wichtige Änderung gegenüber der ursprünglichen Verkehrsplanung betrifft die Straße Coerheide. Sie wird während der Bauarbeiten für Pkw vorübergehend als Einbahnstraße von Gelmer in Richtung Coerde freigegeben. Die Verbindung war wegen des angrenzenden Naturschutzgebiets zunächst nicht als Umleitungsstrecke vorgesehen.

Nach Angaben der Stadt wurde diese Lösung erst in der späten Planungsphase ergänzt. Sie soll vor allem die rund 2000 Menschen in Gelmer entlasten. Ohne die Öffnung der Coerheide wären für Fahrten in Richtung Münster deutlich größere Umwege notwendig gewesen.

Sudmühlenstraße bis Ende Juni voll gesperrt

Unabhängig von der verschobenen Einbahnstraßenregelung bleibt die Sudmühlenstraße ein zentraler Teil der Baustelle. Sie ist im Einmündungsbereich bis Ende Juni vollständig gesperrt. Anfangs waren zudem Arbeiten auf dem parallel zum Schifffahrter Damm verlaufenden Wirtschaftsweg vorgesehen, der als Rettungsweg gesichert werden soll.

Für Schulbusse und Linienbusse sind Sonderlösungen geplant. Sie sollen entgegen der Einbahnstraßenrichtung über gesonderte Flächen parallel zum Schifffahrter Damm geführt werden. Dadurch sollen die Einschränkungen für den öffentlichen Nahverkehr begrenzt bleiben.

Für den Anschluss der neuen Umgehungsstraße wird der Schifffahrter Damm bis zum Ende der Sommerferien zur Einbahnstraße stadtauswärts. Stadteinwärts gibt es eine großräumige Umleitung über Westbevern und Telgte sowie für Pkw von Gelmer über die Straße Coerheide. ©Stadt Münster

IHK fordert bessere Abstimmung mit Unternehmen

Die IHK Nord Westfalen stellt die Notwendigkeit der Baumaßnahme nicht grundsätzlich infrage. Die Kammer kritisiert jedoch die Kommunikation und Beteiligung im Vorfeld. Aus Sicht der IHK hätten die Folgen für Lieferverkehr, Beschäftigte und betriebliche Abläufe früher in die Planung einbezogen werden müssen.

Betroffen sind unter anderem Unternehmen im Umfeld des Industriegebiets Hessenweg. Für sie können längere Anfahrtswege, erschwerte Erreichbarkeit und veränderte Lieferprozesse erhebliche organisatorische Folgen haben. Nach Angaben der Stadt werden mit besonders betroffenen Wirtschaftsunternehmen noch Sonderlösungen besprochen.

Dreiwöchige Vollsperrung in den Sommerferien geplant

In der zweiten Hälfte der Sommerferien soll es voraussichtlich noch einmal deutlich schwieriger werden. Dann ist eine rund dreiwöchige Vollsperrung des Schifffahrter Damms in diesem Bereich vorgesehen. Details zur Verkehrsführung in dieser Phase wollen die Stadt Münster und Straßen.NRW gesondert mitteilen.

Bis dahin werden in den kommenden Tagen zunächst Beschilderungen, Absperrungen und weitere Einrichtungen aufgebaut. Sie sollen den Verkehr auf die vorgesehenen Umleitungsstrecken führen und die neue Regelung ab dem 6. Mai vorbereiten.

Baustelle ist Teil des Ausbaus von B51 und B481n

Die Arbeiten am Schifffahrter Damm gehören zum Gesamtprojekt für den Ausbau der B51 und den Neubau der B481n als Umgehungsstraße im Osten Münsters. Im Bereich Sudmühlenstraße wird dafür ein wichtiger Anschluss an den neuen Straßenabschnitt hergestellt.

Auf rund 600 Metern wird die Straße grundlegend erneuert. Zusätzlich werden ein Brückenbauwerk instandgesetzt und eine etwa 300 Meter lange Betonschutzwand errichtet. Viele dieser Arbeiten benötigen ausreichend Platz, insbesondere beim Einbau der neuen Fahrbahn. Die Einbahnstraßenregelung soll deshalb eine zügige und technisch saubere Umsetzung ermöglichen.

Verkehrsbelastung bleibt bis September Thema

Für den Norden und Osten Münsters bleibt die Baustelle über Monate ein zentrales Verkehrsthema. Die Einbahnstraßenregelung soll bis in die Sommerferien gelten, die Arbeiten insgesamt voraussichtlich bis September 2026 dauern. Die angekündigte Vollsperrung in den Sommerferien dürfte die Lage zeitweise zusätzlich verschärfen.

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