Nach monatelangem Arbeitskampf gibt es bei Haupt Pharma in Münster eine Tarifeinigung

Nach monatelangem Arbeitskampf gibt es bei Haupt Pharma in Münster eine Tarifeinigung
Fotograf: Leo Ammelung

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Münster. Nach 15 Monaten Verhandlungen und mehreren Wochen Streik gibt es bei Haupt Pharma in Münster eine Einigung im Tarifkonflikt. Wie die IGBCE Nordrhein mitteilt, wurde der Arbeitskampf beendet, die Beschäftigten nahmen ihre Arbeit am 29. April wieder auf.

Das Ergebnis sieht höhere Entgelte, Einmalzahlungen und strukturelle Änderungen bei einzelnen tariflichen Ansprüchen vor. Endgültig beschlossen ist die Vereinbarung allerdings noch nicht. Die Tarifkommission der Gewerkschaft empfiehlt die Annahme, die Mitglieder entscheiden in einer anstehenden Urabstimmung.

Tarifeinigung Haupt Pharma Münster sieht höhere Löhne in drei Stufen vor

Der Tarifabschluss bei Haupt Pharma Münster umfasst Entgelterhöhungen in mehreren Schritten. Rückwirkend zum 1. Januar 2026 steigen die Tabellenentgelte nach Angaben der IGBCE um 2,3 Prozent. Zum 1. November 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 1,9 Prozent. Ab dem 1. September 2027 sollen die Entgelte dann nochmals um 2,8 Prozent steigen. Der neue Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2027 laufen.

Zusätzlich wurden Einmalzahlungen vereinbart. Die Beschäftigten sollen 1.000 Euro steuerfrei erhalten, wobei die Auszahlung nach Angaben der Gewerkschaft so früh wie möglich erfolgen soll. Mit der Januar-Abrechnung 2027 kommen weitere 420 Euro brutto hinzu. Für Auszubildende gelten jeweils 50 Prozent dieser Beträge. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Zahlungen anteilig entsprechend ihrer Arbeitszeit.

Damit endet ein langer Tarifkonflikt, der sich über mehr als ein Jahr hingezogen hatte. Für die Beschäftigten geht es nun nicht nur um höhere Einkommen, sondern auch um Planungssicherheit bis Ende 2027.

IGBCE Haupt Pharma Münster verweist auf langen Konflikt

Die IGBCE bewertet die Einigung als Ergebnis eines intensiven Arbeitskampfs. Nach Darstellung der Gewerkschaft hatten die Beschäftigten über Monate hinweg deutlich gemacht, dass sie weitere Einschnitte bei Arbeitsbedingungen und tariflichen Regelungen nicht akzeptieren wollten. Die Tarifkommission sieht sich durch den erreichten Abschluss bestätigt.

Thomas Krug, Mitglied der Tarifkommission und Betriebsratsvorsitzender bei Haupt Pharma in Münster, erklärte laut Mitteilung der IGBCE, der Abschluss sei hart erkämpft worden. Entscheidend seien demnach der Zusammenhalt der Beschäftigten und der Druck aus der Belegschaft gewesen.

Auch Christian Gronau, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IGBCE im Bezirk Nordwestfalen, ordnete das Ergebnis als Zeichen gewerkschaftlicher Durchsetzungskraft ein. Nach seiner Einschätzung habe sich der Arbeitgeber erst bewegt, als der Druck der Beschäftigten spürbar geworden sei. Die Gewerkschaft stellt den Abschluss daher als Beleg dafür dar, dass Tarifverhandlungen in festgefahrenen Konflikten auch durch Arbeitskampf entschieden werden können.

Streik Haupt Pharma Münster ist beendet, Urabstimmung folgt

Mit der Einigung ist der Streik bei Haupt Pharma Münster beendet. Die Arbeit wurde nach Angaben der IGBCE am 29. April wieder aufgenommen. Damit kehrt der Betrieb nach mehreren Wochen Arbeitskampf zunächst in den regulären Ablauf zurück.

Neben den Entgelterhöhungen enthält das Ergebnis auch strukturelle Veränderungen. Der Anspruch auf Altersfreizeiten soll schrittweise reduziert und über mehrere Jahre sozialverträglich zurückgeführt werden. Beim sogenannten Zukunftstag bleibt der bisherige Status für bereits Beschäftigte erhalten. Neu eingestellte Beschäftigte sollen dagegen keinen Anspruch mehr darauf erhalten.

Die Entscheidung über die endgültige Annahme liegt nun bei den Gewerkschaftsmitgliedern. Die Tarifkommission empfiehlt, dem Ergebnis zuzustimmen. Erst nach der Urabstimmung steht fest, ob die Vereinbarung endgültig angenommen wird. Für Haupt Pharma in Münster wäre damit ein monatelanger Konflikt formal abgeschlossen.

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