Nach Monaten der Hängepartie soll der Kreisel in Gievenbeck Ampeln weichen

Ems-Brücke in Münster-Gelmer ab 3. März 2026 einspurig befahrbar. Fahrzeuge bis 30 Tonnen wieder zugelassen. Umleitung für Schwerlastverkehr bleibt.
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Münster. Beim Kreisverkehr Gievenbeck ist nach langer Debatte erstmals wieder eine klare politische Linie sichtbar geworden. Die Bezirksvertretung West hat sich für den Umbau des Knotens an Von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße und Roxeler Straße zu einer signalisierten Kreuzung ausgesprochen. Damit liegt für die weiteren Beratungen in Münster nun eine Empfehlung vor, die sich auf die anhaltend problematische Sicherheitslage, ein externes Gutachten und den zunehmenden Handlungsdruck stützt. Die Stadt führt den Bereich seit Jahren als Unfallhäufungsstelle und plant nicht nur kleinere Korrekturen, sondern einen grundlegenden Umbau.

Die Abstimmung bringt Bewegung in ein seit Monaten festgefahrenes Thema

Neu ist vor allem das politische Signal aus dem Westen der Stadt. In der Bezirksvertretung votierten CDU, SPD und FDP mit zehn Stimmen für die Ampellösung, während Grüne, Volt und Linke mit sieben Stimmen dagegenhielten. Ein erneuter Versuch, die Entscheidung zu vertagen, bekam zuvor keine Mehrheit. Für das Verfahren ist das relevant, weil der Streit damit nicht mehr nur abstrakt zwischen Gutachten, Verwaltung und Koalitionspartnern geführt wird, sondern in einem Gremium bereits in eine konkrete Empfehlung übersetzt wurde. Die Bezirksvertretung entscheidet zwar nicht abschließend, sie gibt den zuständigen städtischen Gremien aber eine politische Richtung mit auf den Weg.

Unfalllage, Gutachten und Kosten erklären, warum der Umbau jetzt vorangetrieben wird

Dass die Debatte so hart geführt wird, hat vor allem mit der Vorgeschichte des Knotenpunkts zu tun. Der Kreisverkehr ist seit 2002 in Betrieb und wurde nach Angaben der Stadt bereits 2004 erstmals als unfallauffällig eingestuft. Seit 2018 liegt laut Verwaltung sogar durchgehend eine Unfallhäufungsstelle vor. Für die Jahre 2018 bis 2023 nennt die Ratsvorlage mehr als 60 Unfälle mit 29 verletzten Menschen. Besonders auffällig ist aus Sicht der Stadt, dass alle verletzten Verkehrsteilnehmenden auf Zweirädern unterwegs waren, darunter 25 Radfahrende. Die Analyse verweist vor allem auf Konflikte zwischen Kraftfahrzeugen und Radverkehr beim Ein- und Ausfahren des Kreisverkehrs. Frühere Sofortmaßnahmen wie Markierungen und Rüttelstreifen hätten die Lage nicht dauerhaft entschärft.

Aus diesem Befund leitet die Verwaltung ihren Umbauplan ab. Vorgesehen ist eine signalisierte Kreuzung mit gesicherter Führung des Radverkehrs auf dem Hochbord, breiten Furten, Aufstellflächen vor den Haltelinien und zusätzlichen Markierungen nach niederländischem Vorbild. Die Stadt beziffert die Gesamtkosten auf rund 1,9 Millionen Euro. Etwa 1,35 Millionen Euro könnten über Fördermittel gedeckt werden. Zusammen mit möglichen Rückzahlungen früherer Fördergelder für den bestehenden Kreisel ergibt sich nach städtischer Darstellung ein Eigenanteil von insgesamt rund 750.000 Euro. Die Maßnahme soll in den Jahren 2026 und 2027 umgesetzt werden. Politisch bleibt das Thema dennoch heikel, weil sich an diesem Knotenpunkt längst zwei größere Linien gegenüberstehen: die Forderung nach maximaler Sicherheit am bekannten Unfallschwerpunkt und der Wunsch, den Kreisverkehr als grundsätzlich andere Verkehrsform zu erhalten. Nach der Abstimmung in der Bezirksvertretung West spricht nun aber deutlich mehr dafür, dass Münster den Umbau tatsächlich weiterverfolgt.

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