
Münster. Das Galaktische Wochenende am Allwetterzoo Münster ist am Samstag von Protest begleitet worden. Der Tierbefreiungstreff Münster demonstrierte nach eigenen Angaben vor dem Zoo gegen die Veranstaltung und gegen Zoohaltung grundsätzlich.
Während sich am Allwetterzoo Münster Star-Wars-Fans zu einer Cosplay-Show und Parade trafen, machte der Tierbefreiungstreff Münster vor dem Gelände auf seine Kritik aufmerksam. Nach Angaben der Gruppe waren Aktivistinnen und Aktivisten mit Bannern, Plakaten und Flyern vor Ort. Ziel sei es gewesen, Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken über Zoos und alternative Freizeitangebote zu bewegen.
Die Demonstrierenden kritisierten vor allem, dass ein Zoo-Event mit Kostümen und Parade aus ihrer Sicht den eigentlichen Anspruch des Artenschutzes verfehle. Laut Mitteilung des Tierbefreiungstreffs könne Artenschutz nicht durch Gehegehaltung ersetzt werden, sondern müsse vor allem über den Schutz und die Renaturierung natürlicher Lebensräume funktionieren. Eine Landschaftsökologin der Gruppe erklärte demnach, mit einer Star-Wars-Parade sei den Tieren nicht geholfen.
Außerdem warf die Gruppe Zoos vor, Kindern ein falsches Bild von Tieren zu vermitteln. Tiere würden dort als Teil eines Freizeitangebots erscheinen, obwohl nach Ansicht der Demonstrierenden Respekt vor ihnen im Mittelpunkt stehen müsse. Der Protest am Allwetterzoo war damit nicht nur gegen das einzelne Wochenende gerichtet, sondern gegen das Grundmodell Zoo.
Der Tierbefreiungstreff Münster verbindet seine Demo am Allwetterzoo mit grundsätzlicher Kritik an der Haltung von Tieren in Zoos. In der Mitteilung heißt es, viele Tierarten in europäischen Zoos seien nicht vom Aussterben bedroht. Zudem ließen sich Tiere aus Zoohaltung nach Ansicht der Gruppe häufig nicht mehr auswildern, weil sie ihre ursprüngliche Lebensweise nicht mehr ausüben könnten.
Als weiteres Argument führt der Tierbefreiungstreff Fälle an, in denen Zoos wegen der Tötung sogenannter überschüssiger Tiere in die Kritik geraten seien. Genannt werden die Pavian-Tötungen im Nürnberger Zoo im Juni 2025, die bundesweit Proteste ausgelöst hatten. Die Gruppe sieht darin ein Beispiel für strukturelle Probleme in der Zoohaltung.
Auch die Finanzierung des Allwetterzoos Münster ist Teil der Kritik. Laut Mitteilung verweist der Tierbefreiungstreff darauf, dass die Meranti-Halle des Zoos mit 20 Millionen Euro durch die Stadt Münster finanziert worden sei. Aus Sicht der Aktivistinnen und Aktivisten sollten solche Mittel nicht in Zooinfrastruktur fließen, sondern direkt in Artenschutzprojekte in natürlichen Lebensräumen. Damit rückt die Gruppe auch die Frage in den Mittelpunkt, welche Rolle öffentlich geförderte Zoos künftig spielen sollen.
Der Tierbefreiungstreff Münster fordert nach eigenen Angaben seit Jahren die Schließung von Zoos. Statt Tiere weiter nachzuzüchten oder aus der Natur zu entnehmen, sollten die verbliebenen Tiere nach Vorstellung der Gruppe in Reservate gebracht werden. Artenschutzprojekte sollten demnach direkt in den Lebensräumen der Tiere unterstützt werden.
Die Aktivistinnen und Aktivisten begründen ihre Haltung mit den Lebensbedingungen der Tiere. Gehege seien im Vergleich zu natürlichen Lebensräumen erheblich kleiner, deshalb könnten Tiere ihre Bedürfnisse nicht ausreichend ausleben. Aus Sicht der Gruppe lässt sich dieses Problem nicht durch einzelne Modernisierungen oder neue Anlagen lösen.
Nach Angaben der Veranstaltenden erreichte der Protest vor dem Allwetterzoo viele Menschen. Es habe Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern gegeben, außerdem seien Flyer verteilt und Demoschilder gezeigt worden.
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