
Die OHB-Aktie hat am Dienstag, 19. Mai 2026, deutlich zugelegt. Auf Xetra wurde das Papier am Vormittag bei 584 Euro notiert, ein Plus von 20,66 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Schlusskurs des Vortags lag bei 484 Euro, das Tageshoch wurde zunächst mit 588 Euro angegeben. Damit rückte der Bremer Raumfahrtkonzern erneut stark in den Fokus des Kapitalmarkts. Die Angaben zeigen allerdings nur einen Zwischenstand des Handelstages, da sich Kurse während der Börsenzeit laufend verändern können.
Der Kursanstieg fällt in eine Phase, in der OHB mehrere Unternehmensnachrichten veröffentlicht hat. Besonders relevant ist eine neue Kooperation im Verteidigungs- und Raumfahrtbereich. Gleichzeitig stützen jüngste Finanzzahlen das Bild eines Unternehmens, das vom wachsenden Bedarf an Satellitentechnik, Erdbeobachtung und europäischer Raumfahrtinfrastruktur profitiert.
Am Dienstagmorgen meldete OHB die Gründung eines Joint Ventures mit dem europäischen KI-Verteidigungsunternehmen Helsing. Das Projekt trägt den Arbeitstitel KIRK und soll ein weltraumgestütztes System für taktische Überwachung, Aufklärung und Zielerfassung entwickeln. OHB und Helsing übernehmen dabei gemeinsam eine Führungsrolle in einem Konsortium, zu dem auch Kongsberg Defence & Aerospace und Hensoldt gehören.
Nach Angaben der Unternehmen soll das System Satellitendaten, Sensorik und künstliche Intelligenz verbinden. Ziel ist eine schnellere Auswertung von Daten aus dem All. OHB bringt dabei seine Erfahrung bei kompletten Raumfahrtsystemen, Erdbeobachtung, Kommunikation, Navigation und Aufklärung ein. Helsing steuert KI-Technologie für Datenverarbeitung, Sensordatenfusion und automatisierte Zielerkennung bei.
Für OHB ist die Kooperation strategisch bedeutsam, weil Europas Sicherheits- und Verteidigungspolitik den Weltraum zunehmend als kritische Infrastruktur betrachtet. Der Konzern positioniert sich damit noch stärker in einem Markt, in dem staatliche Auftraggeber und europäische Programme eine wichtige Rolle spielen.
Bereits Anfang Mai hatte OHB Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Die Gesamtleistung stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Auch das bereinigte EBIT legte deutlich zu und erreichte 16,8 Millionen Euro.
Besonders auffällig ist der Auftragsbestand. Dieser lag nach drei Monaten bei 3,354 Milliarden Euro und damit 45 Prozent über dem Vorjahreswert. Der größte Teil entfiel mit 2,683 Milliarden Euro auf das Segment Space Systems. Weitere 362 Millionen Euro lagen im Bereich Access to Space und 309 Millionen Euro im Segment Digital.
OHB hatte beim Capital Market Day 2026 im Januar einen ambitionierten Ausblick gegeben. Für 2026 stellte das Unternehmen eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro in Aussicht. Für 2027 werden 1,7 Milliarden Euro erwartet, für 2028 mehr als 2 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge soll 2026 bei 11 Prozent, 2027 bei 12 Prozent und 2028 über 12 Prozent liegen.
Als Grundlage nannte das Unternehmen wachsende Budgets der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der Europäischen Union und nationaler Kunden. Der Verteidigungsmarkt gewinnt dabei laut OHB an Bedeutung. Mittelfristig strebt der Konzern einen durchschnittlichen Auftragseingang von rund 3 Milliarden Euro pro Jahr an.
OHB hatte im Januar erklärt, ein Rückzug von der Börse stehe derzeit nicht an. Die Gesellschaft solle vorerst börsennotiert bleiben, weil der Zugang zu den Kapitalmärkten künftiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unterstützen könne. Im März hatte Reuters unter Berufung auf Bloomberg berichtet, OHB arbeite an einer möglichen Aktienplatzierung, die KKR eine Reduzierung seines Anteils ermöglichen könnte. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Die nächsten wichtigen Termine sind die Hauptversammlung am 8. Juni 2026 und die Veröffentlichung der Q2-Zahlen am 6. August 2026.
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