
Der Eurovision Song Contest 2026 hat in der Republik Moldau ein politisches Nachspiel ausgelöst. Vlad Țurcanu, Generaldirektor des öffentlichen Rundfunkunternehmens Teleradio-Moldova, kündigte am 18. Mai seinen Rücktritt an. Hintergrund ist die Kritik an der Punktevergabe der moldauischen Jury im Finale von Wien. Țurcanu erklärte, er werde sein Rücktrittsgesuch beim Aufsichtsrat von TRM einreichen. Die Juryentscheidung sei zwar unabhängig getroffen worden, die Verantwortung liege jedoch auch bei der Leitung der Institution.
Auslöser der Debatte war vor allem das Ergebnis der moldauischen Jurywertung. Rumänien erhielt aus Moldau nur drei Punkte, obwohl das Land kulturell und sprachlich eng mit der Republik Moldau verbunden ist. Das Publikum in Moldau bewertete Rumänien dagegen mit der Höchstpunktzahl von zwölf Punkten. Zudem vergab die Jury keine Punkte an die Ukraine. Genau diese Abweichung zwischen Jury und Publikum führte zu öffentlicher Kritik in Moldau und Rumänien.
Musikalisch war der Wettbewerb für Moldau erfolgreich. Sänger Satoshi trat mit dem Beitrag Viva, Moldova! an und erreichte im Finale den achten Platz. Nach Angaben des Eurovision Song Contest kam Moldau im ersten Halbfinale auf Rang vier und im Finale auf Rang acht mit 226 Punkten.
Satoshi, mit bürgerlichem Namen Vlad Sabajuc, stammt aus Cahul im Südwesten der Republik Moldau. Der Beitrag wurde von Andrei Vulpe, Cătălin Temciuc, Vasile Advahov und Vlad Sabajuc geschrieben.
Die Reaktionen zeigen, dass der Eurovision Song Contest in Moldau weit über ein Musikereignis hinaus wahrgenommen wird. Das Land steht innenpolitisch und außenpolitisch unter besonderer Beobachtung, auch wegen seiner Nähe zu Rumänien, der Solidarität mit der Ukraine und seines europäischen Kurses. Für TRM ist der Vorgang besonders heikel, weil der öffentliche Rundfunk die Jury auswählte, zugleich aber betonte, deren Entscheidung spiegele nicht die offizielle Position des Unternehmens wider.
Der ESC 2026 fand am 16. Mai in Wien statt. Gewonnen wurde der Wettbewerb von Bulgarien. Dara erreichte mit Bangaranga 516 Punkte. Israel belegte mit Noam Bettan und dem Lied Michelle den zweiten Platz, Rumänien wurde mit Alexandra Căpitănescu und Choke Me Dritter. Moldau gehörte mit Platz acht zu den erfolgreicheren Teilnehmerländern des Finales.
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