
Münster. Der Blick in die Stadtgeschichte zeigt: Rechtsextremismus in Münster ist kein neues Thema. Schon Ende der 1960er-Jahre formierte sich in der Stadt deutlicher Protest gegen die NPD. Am 20. September 1969 gingen rund 6.000 Bürgerinnen und Bürger auf dem Domplatz gegen die damals noch junge rechtsextreme Partei auf die Straße. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. An diesen historischen Einschnitt knüpft nun ein Themenabend im Stadtarchiv Münster an.
Unter dem Titel „Ganz Münster hasst… die NPD?“ lädt das Stadtarchiv Münster am Donnerstag, 30. April, um 18 Uhr zu einem Themenabend in die Speicherstadt in Coerde ein. Die Historikerin Ricarda Holthaus geht der Frage nach, wie stark rechtsextreme Parteien in Münster tatsächlich verankert waren und welche Gegenbewegungen sich in der Stadtgesellschaft entwickelten.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die verbreitete Wahrnehmung Münsters als engagierte, vielfältige und politisch wache Stadt. Der Vortrag fragt auch, ob diese Einschätzung den historischen Entwicklungen der vergangenen sechs Jahrzehnte standhält.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands. Die NPD konnte in den 1960er-Jahren erste Wahlerfolge erzielen und verfehlte damals nur knapp den Einzug in den Bundestag. Für Münster rekonstruiert Ricarda Holthaus, wie sich die Partei vor Ort gründete, welche Strukturen sie aufbaute und mit welchen Aktivitäten sie in Erscheinung trat.
Zugleich geht es um die Reaktionen der münsterschen Stadtgesellschaft. Große Gegendemonstrationen, zivilgesellschaftliches Engagement und politische Gegenwehr prägten immer wieder den Umgang mit rechten Aufmärschen und Parteiauftritten.
Der Themenabend findet im Stadtarchiv Münster in der Speicherstadt statt. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Interessierte können sich per E-Mail an themenabend-anmeldung@stadt-muenster.de oder telefonisch unter 02 51/4 92-47 01 anmelden.
Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zum Gespräch. Zusätzlich wird die Veranstaltung live im Internet übertragen. Weitere Informationen zum Livestream und zum Jahresprogramm der Themenabende stellt die Stadt Münster online bereit.
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