
Münster. Bei der Kaderplanung von Preußen Münster sind wichtige Entscheidungen gefallen, doch der Umbau für die kommende Drittliga-Saison ist noch nicht abgeschlossen. Niko Koulis und Rico Preißinger bleiben, Mika Stuhlmacher, Lucas Zeller und Ryan Johansson sind neu dabei. Damit hat der Verein mehrere zentrale Positionen besetzt. Die größten Fragen liegen aber weiter in der Offensive, auf den Außenbahnen und in der Breite der Defensive.
Der größte Handlungsbedarf liegt im Sturm. Preußen Münster hat dort zwar mehrere Namen im Kader, doch die Ausgangslage ist kompliziert. Malik Batmaz wird nach seinem Kreuzbandriss noch Wochen brauchen. Oscar Vilhelmsson gilt als anfällig. Bei Oliver Batista Meier wird mit einem Verkauf gerechnet. Eine Ausstiegsklausel besitzt er nicht, dennoch soll er eine mittlere sechsstellige Ablöse einbringen.
Damit fehlt dem Angriff noch Verlässlichkeit. Der junge Marvin Schulz kommt als Entwicklungsspieler zurück, Ryan Johansson erweitert die Möglichkeiten in der Offensive, löst aber nicht alle Fragen im Zentrum. Deshalb benötigt Preußen weiter neue Stürmer mit unterschiedlichen Profilen. Mindestens zwei weitere Angreifer sollen noch kommen, eher drei. Entscheidend wird dabei nicht nur die Zahl der Zugänge, sondern ihre Rollenverteilung. Der Kader braucht Tiefe, Tempo und Spieler, die sofort Drittliga-Niveau liefern können.
Auch auf den Außenbahnen ist die Kaderplanung noch nicht abgeschlossen. Der Abschied von Jano ter Horst ist beschlossen, die finale Bestätigung des Wechsels zum SC Paderborn steht noch aus. Für die rechte Seite braucht Preußen deshalb eine neue Stammkraft. Zusätzlich fehlt dort ein klarer Vertreter.
Interne Lösungen gibt es, aber sie wirken eher wie Übergänge. Leon Tasov, Lucas Zeller oder Ryan Johansson könnten auf der rechten Seite aushelfen. Eine feste Antwort auf die Position ist das noch nicht. Links sind Luca Bolay und Niklas Varelmann eingeplant. Bolay kommt aus einer langen Verletzungspause, Varelmann ist ein Talent. Auch dort sucht Preußen noch nach einer weiteren Option. Für ein System mit Dreierkette sind die Schienenpositionen besonders wichtig, weil sie sowohl defensive Stabilität als auch offensiven Druck liefern müssen.
Im Zentrum ist die Lage deutlich geordneter. Rico Preißinger bleibt dem Verein erhalten. Dazu stehen Zidan Sertdemir und Jakob Korte zur Verfügung. Korte kehrt nach seiner Leihe zurück. Außerdem steht die Verpflichtung von Marvin Schulz unmittelbar bevor. Damit wäre die Position vor der Abwehr breit und erfahren besetzt.
Auch im offensiven Mittelfeld gibt es Optionen. Joshua Mees soll nach einer schwierigen Saison wieder an seine frühere Form anknüpfen. Mika Stuhlmacher kann ebenfalls hinter der Spitze oder weiter vorne eingesetzt werden. Ein weiterer Spieler für das Mittelfeldzentrum ist deshalb aktuell nicht zwingend zu erwarten. In diesem Mannschaftsteil hat Preußen bereits eine Struktur, auf der der neue Trainer Thomas Wörle aufbauen kann.
Die Innenverteidigung ist zahlenmäßig besetzt, aber noch nicht endgültig abgesichert. Fünf zentrale Abwehrspieler stehen unter Vertrag. Zwei davon, Antonio Tikvic und Simon Scherder, kommen jedoch aus Kreuzbandrissen zurück. Gerade Scherder wird zum Auftakt noch nicht bei 100 Prozent sein.
Deshalb soll noch ein sechster Innenverteidiger hinzukommen. Das passt auch zur geplanten Dreierkette. Dieses System verlangt nicht nur drei Startelfspieler, sondern belastbare Alternativen über eine lange Saison. Lucas Zeller ist bereits neu dazugekommen und bringt zusätzliche Körperlichkeit in die Abwehr. Trotzdem bleibt die Position ein Bereich, in dem Preußen noch nachlegen muss.
Im Tor entscheidet die Zukunft von Johannes Schenk über die weitere Planung. Sollte der 23-Jährige noch gegen Ablöse wechseln, müsste Preußen reagieren. Zu spät dürfte ein solcher Transfer nicht kommen, weil der Verein dann noch Ersatz finden müsste.
Morten Behrens würde in diesem Fall zur Nummer eins aufrücken. Gleichzeitig soll dann ein weiterer Torwart dazukommen, der den Konkurrenzkampf eröffnet. Paul Ervens bleibt als junger Keeper dahinter. Solange Schenks Zukunft offen ist, bleibt auch diese Position ein Unsicherheitsfaktor im Kader.
Preußen Münster hat die ersten Bausteine gesetzt. Koulis und Preißinger stehen für Kontinuität, Stuhlmacher, Zeller und Johansson bringen neue Optionen. Trotzdem ist der Kader noch nicht fertig. Besonders der Sturm muss noch verstärkt werden. Auf den Außenbahnen fehlen klare Lösungen. In der Innenverteidigung braucht es wegen der Verletzungsrückkehrer zusätzliche Absicherung.
Der Rahmen ist damit klar: Preußen hat bereits Substanz im Kader, aber noch keine vollständige Balance. Für Thomas Wörle geht es nun darum, aus vorhandener Erfahrung, neuen Spielern und weiteren Zugängen eine Mannschaft zu formen, die den Anforderungen der 3. Liga gewachsen ist. Die nächsten Transfers werden deshalb mehr sein als Ergänzungen. Sie werden bestimmen, wie stabil der Neustart wirklich wird.
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