
Münster. Gegen die geplante Einstellung des Mittagstischs im Stadtteilhaus Wuddi in Münster-Kinderhaus regt sich Widerstand. Innerhalb von zwei Wochen wurden rund 600 Unterschriften für den Erhalt des Angebots gesammelt. Die Liste wurde am Montag, 20. Juli 2026, im Büro der zuständigen Stadträtin Cornelia Wilkens übergeben.
Die Stadt Münster hatte Ende Juni angekündigt, den öffentlichen Mittagstisch mit Beginn der Sommerferien einzustellen. Organisiert wurde die Unterschriftenaktion von der 75 Jahre alten Stammkundin Irmgard Müssig, die das Angebot nach Angaben des WDR seit rund 15 Jahren nahezu täglich nutzt.
Vor allem ältere Menschen kommen regelmäßig ins Wuddi. Für viele ist der Mittagstisch nicht nur eine Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zu bekommen. Er dient zugleich als sozialer Treffpunkt und bringt Struktur in den Alltag. Die Initiative fordert deshalb entweder den Erhalt des bisherigen Angebots oder eine vergleichbare Lösung für Senioren in Kinderhaus.
Unmittelbarer Anlass für die Einstellung ist eine freie Stelle in der Küche. Der bisherige Koch hatte gekündigt. Eine wirtschaftliche Prüfung ergab laut Stadt, dass der Mittagstisch wegen gestiegener Lebensmittelpreise und höherer Personalkosten nicht mehr kostendeckend betrieben werden könne.
Wie hoch das Defizit ausfällt und welcher Zuschuss für eine Fortführung nötig wäre, teilte die Verwaltung nicht mit. Aus dem Stadtteil wurde bereits ein möglicher neuer Koch vorgeschlagen. Stammgäste hätten zudem angeboten, künftig mehr für das Essen zu zahlen. Die Entscheidung der Stadt änderte sich dadurch bislang nicht.
Das Stadtteilhaus soll künftig wieder stärker auf die offene Kinder- und Jugendarbeit ausgerichtet werden. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien will das neue Konzept nach den Sommerferien konkretisieren. Ob später wieder ein Mittagstisch oder ein ähnliches Angebot eingerichtet wird, ist offen.
Das Wuddi am Idenbrockplatz 8 wird nicht vollständig geschlossen. Das Café bleibt nach Angaben der Stadt geöffnet. Auch private Veranstaltungen sollen weiterhin möglich sein. Die Essensversorgung von zwei OGS-Gruppen der Grundschule am Kinderbach übernimmt künftig die Schule. Die Gruppen können die Räume im Wuddi weiterhin nutzen.
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