
Die Polizei im Kreis Steinfurt warnt vor einer Erpressungsmasche, die vor allem junge Menschen unter Druck setzt. In den vergangenen Wochen seien erneut Anzeigen wegen sogenannter Sextortion eingegangen. Nach Angaben der Kreispolizeibehörde waren unter anderem ein 27-Jähriger aus Steinfurt, ein 21-Jähriger aus Ibbenbüren und ein 14-Jähriger aus Emsdetten betroffen.
Bei Sextortion werden intime Bilder oder Videos genutzt, um Opfer zu erpressen. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Sex und Extortion zusammen. Die Polizei beschreibt damit Fälle, in denen Täter nach einem Kontakt über soziale Netzwerke oder Messenger Geld fordern und mit der Veröffentlichung intimer Aufnahmen drohen.
Die Masche beginnt häufig mit einer scheinbar harmlosen Kontaktaufnahme. Unbekannte Profile schreiben Betroffene über Social Media oder Messenger an. Oft geben sich die Täter als attraktive Frauen oder Männer aus. Die verwendeten Bilder sind nach Angaben der Polizei jedoch gefälscht.
Nach ersten Nachrichten wechseln die Gespräche oft in private Chats. Dort versuchen die Täter, Vertrauen aufzubauen. Später drängen sie ihre Opfer dazu, intime Fotos oder Videos zu verschicken oder sich im Videochat zu entblößen.
Sobald die Täter intimes Material erhalten haben, folgt die Drohung. Die Aufnahmen sollen angeblich an Freunde, Familie oder Kontakte in sozialen Netzwerken geschickt werden, falls kein Geld gezahlt wird.
Gerade für Jugendliche kann dieser Druck enorm sein. Viele Betroffene schämen sich und sprechen nicht mit Eltern oder anderen Vertrauenspersonen. Die Polizei warnt deshalb ausdrücklich davor, auf Geldforderungen einzugehen. Nach einer ersten Zahlung könne die Erpressung weitergehen.
Von Sextortion können grundsätzlich alle Geschlechter betroffen sein. Nach Angaben der Polizei werden jedoch besonders häufig junge Männer angeschrieben. Auch Jugendliche im Alter von 14, 15 oder 16 Jahren geraten ins Visier der Täter.
Eltern sollten deshalb frühzeitig mit ihren Kindern über die Masche sprechen. Wichtig ist, dass Jugendliche wissen: Wer erpresst wird, trägt nicht die Schuld. Entscheidend ist, den Kontakt sofort abzubrechen und Hilfe zu holen.
Die Polizei empfiehlt, Freundschaftsanfragen unbekannter Personen konsequent zu ignorieren. Jugendliche sollten nicht in private Chats mit Unbekannten wechseln und niemals intime Bilder oder Videos verschicken. Auch sexuelle Handlungen im Videochat können aufgezeichnet und später zur Erpressung genutzt werden.
Wer bereits bedroht wird, sollte nicht zahlen, nicht weiter antworten und Beweise sichern. Dazu gehören Screenshots von Nachrichten, Profilen und Zahlungsforderungen. Anschließend sollte Anzeige erstattet werden. Hilfe gibt es auch anonym bei der Nummer gegen Kummer unter 116111.
Die Stadtverwaltung und die Polizei werden die Entwicklung am Servatiiplatz eng begleiten und, wenn nötig, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eingreifen. Die Stadt wird immer dann als Ordnungsbehörde tätig, wenn geltende Regeln verletzt und die öffentliche Sicherheit durch konkrete Verhaltensweisen von Personen gefährdet wird.
Am Servatiiplatz kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Erst kürzlich gerieten dort zwei Männer in einen Streit, der in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Die Polizei konnte die Kontrahenten trennen und hat ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 17-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet.
Eine spezielle Ermittlungskommission der Polizei kümmert sich um den Servatiiplatz. In den vergangenen acht Wochen hat diese bereits 25 Strafverfahren eingeleitet. Zudem wurde ein 22-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, der im Verdacht steht, über einen längeren Zeitraum am Servatiiplatz mit Marihuana und Kokain gehandelt zu haben
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