Pflanzliche Ernährung und Krebsrisiko: Was neue Studien wirklich zeigen

Vegane Restaurants in Münster bieten eine beeindruckende Auswahl an pflanzlichen Gerichten, die jeden Gaumen erfreuen. Vegane und vegetarische Küche.
Foto: Unsplash, Ella Olsson

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Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko stehen erneut im Fokus der Forschung. Zwei große wissenschaftliche Auswertungen deuten darauf hin, dass Menschen mit überwiegend pflanzlicher Kost seltener an bestimmten Krebsarten erkranken könnten. Ein sicherer Beweis ist das aber nicht. Die Studien zeigen Zusammenhänge, keine eindeutige Ursache-Wirkung-Kette.

Große Datensätze zeigen niedrigere Risiken bei mehreren Krebsarten

Eine im British Journal of Cancer veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von mehr als 1,8 Millionen Menschen aus. Dabei wurden verschiedene Ernährungsformen miteinander verglichen, darunter Fleischkonsum, Fischkonsum, vegetarische Ernährung und vegane Ernährung. Die Ergebnisse zeigen: Vegetarierinnen und Vegetarier hatten in dieser Auswertung ein niedrigeres Risiko für mehrere Krebsarten, darunter Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs und Multiples Myelom.

Auch eine weitere systematische Übersichtsarbeit im European Journal of Epidemiology kommt zu dem Ergebnis, dass vegetarische Ernährung im Vergleich zu nicht-vegetarischer Ernährung mit einem geringeren Gesamtkrebsrisiko verbunden sein kann. Für vegane Ernährung wurde ebenfalls ein niedrigeres Gesamtrisiko beschrieben, allerdings ist die Datenlage bei einzelnen Krebsarten weniger stabil.

Wichtig ist die Einordnung: Solche Studien können Hinweise liefern, aber nicht beweisen, dass allein der Verzicht auf Fleisch das Krebsrisiko senkt. Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, unterscheiden sich häufig auch in anderen Punkten von der Gesamtbevölkerung. Sie rauchen möglicherweise seltener, trinken weniger Alkohol, bewegen sich mehr oder achten stärker auf Vorsorge. Solche Faktoren beeinflussen das Krebsrisiko ebenfalls erheblich.

Bei veganer Ernährung bleiben einige Fragen offen

Besonders vorsichtig müssen die Ergebnisse zur veganen Ernährung bewertet werden. Zwar zeigen einige Auswertungen ein niedrigeres Gesamtrisiko, doch bei einzelnen Krebsarten sind die Fallzahlen teilweise klein. Dadurch können statistische Ausschläge entstehen, die sich in weiteren Untersuchungen relativieren.

Unklar bleibt vor allem die Datenlage beim Darmkrebs. Eine große Auswertung fand bei vegan lebenden Menschen Hinweise auf ein höheres Darmkrebsrisiko, andere Untersuchungen bestätigten diesen Zusammenhang nicht eindeutig. Fachlich ist deshalb Zurückhaltung geboten. Die Ergebnisse reichen nicht aus, um vegan lebenden Menschen pauschal ein erhöhtes Risiko zuzuschreiben.

Für die Krebsprävention bleibt ohnehin nicht eine einzelne Ernährungsform entscheidend, sondern das Gesamtbild. Die Deutsche Krebshilfe weist darauf hin, dass ballaststoffreiche Lebensmittel das Darmkrebsrisiko senken können. Gleichzeitig gilt ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch als Risikofaktor für Darmkrebs.

Eine pflanzenbetonte Ernährung kann deshalb sinnvoll sein, wenn sie ausgewogen zusammengestellt ist. Dazu gehören Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und ausreichend Nährstoffquellen. Bei veganer Ernährung kommt zusätzlich die Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Vitamin B12 in den Blick. Wer Krebs vorbeugen will, sollte außerdem nicht rauchen, Alkohol möglichst meiden, auf Bewegung achten und Übergewicht vermeiden. Genau dieses Zusammenspiel dürfte für das tatsächliche Risiko wichtiger sein als ein einzelner Ernährungsbegriff.

 

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