
Ahaus. Die Castor-Transporte nach Ahaus beschäftigen weiter Politik, Polizei und Anti-Atomkraft-Initiativen in Nordrhein-Westfalen. Nach den ersten beiden Transporten von Jülich nach Ahaus haben mehrere Initiativen einen Fragenkatalog an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und NRW-Innenminister Herbert Reul geschickt. Im Mittelpunkt stehen mögliche Pannen, Polizeikosten, Sicherheitsfragen und der weitere Zeitplan für die noch ausstehenden Transporte.
Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und SOFA Münster wollen von der Landesregierung unter anderem wissen, ob Vorfälle im Zusammenhang mit den ersten beiden Transporten als meldepflichtige Ereignisse eingestuft wurden. Nach Angaben der Initiativen hatte sich die Abfahrt des zweiten Castor-Transports in Jülich wegen einer Panne verzögert. Außerdem sei der erste Castor-Behälter im Zwischenlager Ahaus zunächst nicht fachgerecht an die Überwachungssysteme angeschlossen worden.
Daneben fragen die Gruppen nach den Kosten der Polizeieinsätze. Unklar ist aus Sicht der Initiativen, wie hoch die bisherigen Polizeikosten waren und ob Nordrhein-Westfalen diese allein trägt. Auch mögliche Verstöße gegen Flugverbotszonen sowie der weitere Zeitrahmen bis August 2027 werden in dem Schreiben angesprochen. Hintergrund ist, dass insgesamt zahlreiche weitere Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus gebracht werden sollen.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen an, ihre Proteste entlang der Strecke zwischen Jülich und Ahaus fortzusetzen. Sie kritisieren, dass die ersten Transporte nur mit großem Polizeiaufgebot durchgeführt worden seien. Nach ihrer Einschätzung werfen die bisherigen Abläufe neue Fragen zur Sicherheit, zur Organisation und zu den tatsächlichen Kosten der Transporte auf.
Besonders aufmerksam verfolgen die Initiativen den weiteren Transportplan. Nach ihrem bisherigen Kenntnisstand rechnen sie damit, dass wenige Tage vor Pfingsten Mitte Mai ein weiterer Castor-Transport von Jülich nach Ahaus stattfinden könnte. Die Gruppen erklären, sie seien darauf vorbereitet, auch kurzfristig Proteste zu organisieren. Eine offizielle Bestätigung dieses Termins liegt in der Mitteilung nicht vor.
Neben den laufenden Castor-Transporten von Jülich nach Ahaus verweisen die Initiativen auch auf angekündigte Atommüll-Transporte aus Garching. Sie sehen darin eine zusätzliche Belastung für den Standort Ahaus und fordern eine politische Klärung, bevor weitere Transporte auf den Weg gebracht werden.
Die Kritik richtet sich dabei nicht nur gegen einzelne Fahrten, sondern gegen das gesamte Konzept der Atommüllverlagerung. Aus Sicht der Initiativen löst der Transport nach Ahaus nicht die grundsätzliche Frage der langfristigen Entsorgung. Sie fordern deshalb weiterhin, Alternativen zu prüfen und die Transporte zu stoppen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu