Explosionen und Brand in Rheine: 43-Jähriger gesteht vor Gericht

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Foto: Daniel Bone

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Rheine. Nach zwei Explosionen und einem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Bernhardstraße steht ein 43 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Münster. In dem Sicherungsverfahren geht es nicht um eine reguläre Freiheitsstrafe, sondern um die mögliche dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus.

43-Jähriger gesteht Einsatz von Sprengkörpern

Dem Mann wird vorgeworfen, am 4. Februar 2026 mehrere Sprengkörper in dem Wohnhaus eingesetzt zu haben. Im Erdgeschoss brach anschließend ein Feuer aus. Der Beschuldigte hat die Tat im Verfahren gestanden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nahm er dabei eine Gefährdung der weiteren Hausbewohner bewusst in Kauf. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt. Zwei Polizisten erlitten während des Einsatzes jedoch leichte Verletzungen durch Rauchgase.

Das Mehrfamilienhaus wurde erheblich beschädigt, galt zunächst als einsturzgefährdet und war nicht mehr bewohnbar. Betroffene Bewohner mussten anderweitig untergebracht werden. Rund 60 Feuerwehrleute waren an den Löscharbeiten beteiligt.

Gutachter diagnostiziert schizophrene Psychose

Ein psychiatrischer Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass der 43-Jährige zum Tatzeitpunkt an einer schizophrenen Psychose litt. Bereits am Tag nach dem Brand hatte das Amtsgericht Rheine seine einstweilige Unterbringung in einem forensischen Krankenhaus angeordnet. Die Staatsanwaltschaft hält den Mann weiterhin für gefährlich und beantragt deshalb eine dauerhafte Unterbringung.

In einem Sicherungsverfahren prüft das Gericht, ob der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Taten begangen hat, möglicherweise schuldunfähig war und weiterhin erhebliche Straftaten zu erwarten sind. Das Gericht ist dabei nicht an den Antrag der Staatsanwaltschaft gebunden.

Prozess wird am 21. Juli fortgesetzt

Die Polizei Münster hatte nach dem Brand eine Mordkommission eingesetzt. Der ursprüngliche Verdacht lautete auf das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und schwere Brandstiftung. Sachverständige des Landeskriminalamtes untersuchten das beschädigte Gebäude und die Ursache der Explosionen.

Das Verfahren vor dem Landgericht Münster soll am Dienstag, 21. Juli 2026, fortgesetzt werden. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung sind die Tat und die Voraussetzungen einer dauerhaften Unterbringung vom Gericht abschließend zu prüfen.

 

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