Fast jeder Dritte betroffen: Bluthochdruck bleibt in Westfalen-Lippe ein Volksleiden

Fast jeder Dritte in Westfalen-Lippe leidet an Bluthochdruck. Die AOK warnt vor Risiken und verweist auf Prävention.
Foto: Engin Akyurt

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Bluthochdruck gehört in Westfalen-Lippe zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Nach einer Auswertung der AOK NordWest waren im Jahr 2023 rund 2,098 Millionen Menschen ab 20 Jahren von Hypertonie betroffen. Damit wurde bei fast jedem dritten Menschen in der Region ein zu hoher Blutdruck diagnostiziert. Gegenüber 2020 entspricht das einem Anstieg von fünf Prozent. Landesweit lag der Anteil der Betroffenen an der Gesamtbevölkerung bei 31,1 Prozent. Frauen waren mit 32,6 Prozent etwas häufiger betroffen als Männer. Bei ihnen lag der Anteil bei 29,6 Prozent.

Warum Bluthochdruck so gefährlich ist

Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt, kann aber erhebliche Folgen haben. Unbehandelt erhöht Hypertonie das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählen Schlaganfälle, Herzinfarkte, koronare Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Auch ein Zusammenhang mit einem erhöhten Demenzrisiko wird genannt. AOK-NordWest-Vorstandschef Tom Ackermann warnt deshalb vor einer Unterschätzung der Erkrankung: „Ein anhaltend und unzureichend therapierter Bluthochdruck zählt zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Zugleich betont er, dass Hypertonie mit den heute verfügbaren Methoden gut behandelbar sei.

Blutdrucksenker gehören zu den häufigsten Verordnungen

Die große Zahl der Betroffenen zeigt sich auch bei den Arzneimittelverordnungen. Im Jahr 2023 verschrieben niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe insgesamt 16,4 Millionen Packungen blutdrucksenkender Mittel für gesetzlich Versicherte. Damit entfielen 21,5 Prozent aller Verordnungen im Fertigarzneimittelmarkt auf Blutdrucksenker. Die gesetzlichen Krankenkassen in Westfalen-Lippe zahlten dafür insgesamt mehr als 365 Millionen Euro. Blutdrucksenkende Medikamente gehören damit weiterhin zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln in der Region.

Blutdruck kennen, Risiken senken

Ein Problem bleibt, dass viele Menschen ihren Blutdruck nicht kennen. Dabei ist genau das entscheidend für eine rechtzeitige Behandlung. „Voraussetzung ist, dass die Blutdruckwerte bekannt sind. Das ist häufig nicht der Fall“, erklärt Ackermann. Nur wer eine Diagnose erhält, kann auch gezielt ärztlich behandelt werden. Wichtig ist zudem, verordnete Medikamente regelmäßig einzunehmen und sie nicht eigenständig abzusetzen. Änderungen sollten immer mit Ärztinnen oder Ärzten besprochen werden.

Bewegung, Ernährung und weniger Stress helfen

Neben Medikamenten spielt der Lebensstil eine zentrale Rolle. Eine salzarme und ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, weniger Alkohol, Gewichtsreduktion, Stressabbau und der Verzicht auf Nikotin können helfen, den Blutdruck günstig zu beeinflussen. In manchen Fällen lässt sich Bluthochdruck dadurch sogar vermeiden oder deutlich abschwächen.

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