
Das Naturbad Ennigerloh bleibt vorerst geschlossen. Nach zahlreichen Erkrankungen unter Badegästen sollen neue Untersuchungen klären, ob das Badewasser mit Noroviren belastet war. Mit belastbaren Ergebnissen wird voraussichtlich erst Ende Juli gerechnet.
Die Stadt Ennigerloh und das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf haben das weitere Vorgehen gemeinsam abgestimmt. Da nur wenige spezialisierte Labore Noroviren direkt im Badewasser nachweisen können, wurde das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen eingeschaltet.
Das LANUK NRW soll in der Woche ab dem 13. Juli 2026 neue Wasserproben aus dem Naturbad entnehmen. Diese werden gezielt auf Noroviren untersucht. Die Auswertung soll etwa zwei Wochen dauern. Eine Wiedereröffnung des Naturbades ist deshalb frühestens nach Vorliegen der Ergebnisse möglich.
Die Krankheitsfälle waren am Wochenende des 27. und 28. Juni 2026 gehäuft aufgetreten. In der Kinderklinik des St.-Franziskus-Hospitals in Ahlen wurden innerhalb kurzer Zeit rund 40 bis 50 Kinder mit Übelkeit, Durchfall und teilweise starkem Erbrechen behandelt. Sechs Kinder mussten zunächst stationär aufgenommen werden.
Später gingen bei den zuständigen Gesundheitsämtern insgesamt etwa 200 Verdachtsmeldungen ein. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um laborbestätigte Norovirus-Infektionen.
In mehreren Stuhlproben erkrankter Badegäste konnten Noroviren nachgewiesen werden. Bislang ist jedoch nicht belegt, dass sich die Viren tatsächlich im Wasser des Naturbades befanden. Auch das Naturbad als gemeinsame Infektionsquelle ist noch nicht abschließend bestätigt.
Die geplanten Untersuchungen sollen klären, ob ein Zusammenhang zwischen dem Badewasser und den Erkrankungen besteht.
Reguläre Wasseruntersuchungen und tägliche Schnelltests hatten zuvor keine auffälligen Werte ergeben. Lediglich eine leicht erhöhte Wassertemperatur wurde festgestellt.
Die üblichen Kontrollen erfassen vor allem die allgemeine Wasserqualität und mögliche bakterielle Belastungen. Eine gezielte Untersuchung auf Noroviren gehört nicht automatisch zu diesen Routinetests. Die weitere Schließung soll daher dem Schutz der Badegäste dienen und eine belastbare fachliche Bewertung ermöglichen.
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