Zufallsfund beim Wandern: Mann aus Ibbenbüren entdeckt neue Hai-Art

Ein Wanderfund in den Schweizer Alpen führt zur Beschreibung einer neuen Hai-Art. Entdecker ist Timo Lübke aus Ibbenbüren.
Foto: Los Muertos Crew

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Ein Zufallsfund bei einer Wanderung in den Schweizer Alpen hat zur wissenschaftlichen Beschreibung einer bislang unbekannten Hai-Art geführt. Entdeckt wurden die Fossilien von Timo Lübke, der aus Ibbenbüren stammt. Der heute 30-Jährige fand die versteinerten Zähne im Juli 2023 am Chli Mythen im Kanton Schwyz. Zwei Jahre später wurde die neue Art in einer Fachpublikation beschrieben. Sie trägt nun den Namen Strophodus timoluebkei und erinnert damit an ihren Finder.

Der Fund zeigt, wie eng Zufall und Forschung in der Paläontologie manchmal beieinanderliegen. Lübke fotografierte die Zähne zunächst und schickte das Bild an die ETH Zürich. Fachleute untersuchten das Material anschließend genauer. Dabei stellte sich heraus, dass die Zähne keiner bereits bekannten Art der Gattung Strophodus zugeordnet werden konnten.

Drei Zähne aus dem Oberjura geben Forschern neue Hinweise

Nach Angaben der wissenschaftlichen Beschreibung wurden drei vollständige Zähne gefunden, die vermutlich von demselben Tier stammen. Zudem wird ein kleines Fragment eines vierten Zahns erwähnt. Die Fossilien lagen offenbar in annähernd zusammenhängender Lage am südöstlichen Hang des Chli Mythen, auf etwa 1420 Metern Höhe.

Geologisch stammt der Fund aus der Sulzfluh-Kalk-Formation und wird dem Oberjura zugeordnet. Damit ist er mehr als 160 Millionen Jahre alt. Die Region, in der heute die Schweizer Alpen liegen, war damals Teil eines tropisch geprägten Meeresraums der Tethys. Dort lebten zahlreiche Meeresorganismen, darunter auch urzeitliche Haie.

Strophodus timoluebkei fraß wohl Muscheln und Schnecken

Die neu beschriebene Art gehörte zu einer ausgestorbenen Gruppe von Haien. Strophodus timoluebkei konnte den Angaben zufolge bis zu drei Meter lang werden. Die Zähne des Tieres waren jedoch nicht darauf ausgelegt, große Beute zu zerreißen. Sie dienten vor allem dazu, harte Nahrung zu zerquetschen.

Zu seiner Nahrung dürften unter anderem Muscheln, Schnecken und Ammoniten gehört haben. Die Zahnform gibt den Forschenden damit wichtige Hinweise auf die Lebensweise des Tieres und auf die ökologischen Bedingungen im damaligen Meer.

Fossil gehört dem Kanton Schwyz

Die wissenschaftliche Beschreibung der neuen Art erschien 2025 im Swiss Journal of Palaeontology. Der Titel der Studie lautet A new hybodontiform shark (Strophodus Agassiz, 1838) from the Upper Jurassic of Switzerland. Als Veröffentlichungsdatum ist der 9. Juli 2025 angegeben.

Das Fossil gehört dem Kanton Schwyz. Es befindet sich als Leihgabe an der Universität Zürich. Für Timo Lübke ist der Fund nicht nur eine persönliche Besonderheit, sondern auch wissenschaftlich bedeutsam: Eine neu beschriebene Art trägt nun dauerhaft seinen Namen.

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