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Prävention von Partnerschaftsgewalt: Der Fall Constanze

Polizei: Mordfall Constanze aus Neuss.
Foto: Markus Spiske

Im Frühjahr 2019 erschütterte der Mord an der 27-jährigen Constanze die Stadt Neuss tief. Sie wurde direkt vor ihrem Zuhause ermordet. Der Vorfall löste weitreichende Bestürzung aus, und es erhob sich die Frage, ob dieser tragische Ausgang vermeidbar gewesen wäre.

Eine Beziehung im Schatten 

Constanze, bekannt für ihre positive Ausstrahlung und ihr soziales Engagement, begegnete Patrick, ihrem späteren Mörder, auf der Dating-Plattform Tinder. Schnell verliebte sie sich und zog nach kurzer Zeit zu ihm. Doch was als Liebesgeschichte begann, entwickelte sich bald zu einem Alptraum aus Eifersucht und Dominanz. Patrick zeigte ein wechselhaftes Verhalten: mal liebevoll, dann wieder distanziert und kontrollierend, was Constanzes Gefühl von Freiheit immer mehr einschränkte.

Der Wendepunkt und seine Folgen

Nachdem die Beziehung immer toxischer wurde, entschied sich Constanze im Oktober 2018, sich von Patrick zu trennen. Diese Entscheidung konnte Patrick jedoch nicht akzeptieren. Getrieben von Eifersucht und einem Wahn nach Kontrolle, begann er, Constanze zu stalken, bedrohte sie und belästigte ihr Umfeld. Patrick war entschlossen, um jeden Preis die Kontrolle wiederzuerlangen.

Eine eskalierende Gefahr

Die Lage spitzte sich zu Neujahr 2019 zu, als Patrick Constanze in der einst gemeinsamen Wohnung überfiel, würgte und schwer verletzte. Trotz einer Anzeige gegen Patrick schienen die Behörden das Risiko nicht angemessen zu bewerten. Trotz seiner Vorstrafe wegen Gewalt gegen eine frühere Partnerin im Jahr 2017 wurden keine ausreichenden Schutzmaßnahmen für Constanze getroffen.

Erst durch das Engagement von Constanzes Rechtsbeistand wurde im April 2019 eine einstweilige Verfügung gegen Patrick erwirkt. Dennoch fehlte es an effektiver Überwachung, und Patrick konnte ungehindert weiter agieren. Drei Wochen später endete Constanzes Leben tragisch, als Patrick ihr auflauerte und sie in einem Blumenladen erschoss.

Fragen, die bleiben

Constanzes Familie steht nun vor unerträglichen Fragen: Hätte die vorherige Kenntnis von Patricks Gewalttätigkeit die Behörden alarmieren und so den Mord verhindern müssen? Warum wurde Patrick nicht intensiver überwacht, um Constanze besser zu schützen?

Die Lehren aus Constanzes Geschichte

Der Fall von Constanze aus Neuss verdeutlicht schmerzlich die Defizite im Schutz vor Partnerschaftsgewalt in Deutschland. Es unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Risikopersonen strenger zu überwachen und Betroffene effektiver zu schützen. Eine Sensibilisierung der Polizei und Justiz für solche Gefahren und die Verbesserung ihrer Methoden sind unerlässlich, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu vermeiden. Die Prävention von Partnerschaftsgewalt muss verstärkt in den Fokus gerückt werden, um potenzielle Täter zu stoppen und das Leben von Frauen zu retten.

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