Neue Sonntagsfragen sehen AfD deutlich vor der Union

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Die aktuelle AfD-Umfrage zeigt Anfang August 2026 ein weitgehend einheitliches Bild: In den jüngsten Erhebungen der fünf großen Institute Forsa, INSA, Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap und YouGov erreicht die Partei bundesweit 27 oder 28 Prozent. CDU und CSU folgen je nach Institut mit 20 bis 23 Prozent. Die Unterschiede zwischen einzelnen Erhebungen fallen damit kleiner aus als der Abstand zwischen AfD und Union. Wahlumfragen bilden allerdings nur die politische Stimmung während des jeweiligen Befragungszeitraums ab. Sie sind keine Vorhersage eines späteren Wahlergebnisses.

Forsa misst 28 Prozent für die AfD

Die am 4. August veröffentlichte Forsa-Erhebung sieht die AfD bei 28 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. CDU und CSU bleiben unverändert bei 21 Prozent. Die Grünen erreichen erneut 16 Prozent. SPD und Linke liegen jeweils bei 12 Prozent. Für die Linke bedeutet dies ein Minus von einem Punkt, während sich der SPD-Wert nicht verändert. Die FDP kommt unverändert auf 4 Prozent. Das BSW wird nicht gesondert ausgewiesen und ist in der Kategorie der sonstigen Parteien enthalten, die zusammen 7 Prozent erreicht.

Forsa befragte im Auftrag von RTL und ntv vom 28. Juli bis zum 3. August insgesamt 2.501 Wahlberechtigte telefonisch. Gegenüber der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 liegt die AfD 7,2 Prozentpunkte höher. Die Union verliert im Vergleich zum Wahlergebnis 7,5 Punkte. Die Grünen liegen 4,4 Punkte und die Linke 3,2 Punkte darüber. Die SPD erreicht 4,4 Punkte weniger, die FDP 0,3 Punkte weniger.

INSA sieht FDP wieder bei fünf Prozent

Auch INSA weist in seiner am 4. August veröffentlichten Erhebung 28 Prozent für die AfD und 21 Prozent für CDU und CSU aus. Die Grünen kommen auf 13,5 Prozent, die SPD auf 12 Prozent und die Linke auf 11 Prozent. Die FDP erreicht 5 Prozent, das BSW 4 Prozent. Weitere Parteien kommen zusammen auf 5,5 Prozent.

Für die Online-Erhebung wurden vom 31. Juli bis zum 3. August insgesamt 2.004 Wahlberechtigte befragt. Gegenüber der vorherigen INSA-Veröffentlichung vom 2. August verliert nur der Grünen-Wert einen halben Prozentpunkt. Alle einzeln ausgewiesenen übrigen Parteien bleiben unverändert. Ein klassischer Vergleich mit der Vorwoche ist nur eingeschränkt aussagekräftig, weil INSA innerhalb weniger Tage mehrere Erhebungen veröffentlicht hat.

Im Vergleich zur Bundestagswahl liegt die AfD auch bei INSA 7,2 Punkte höher, die Union 7,5 Punkte niedriger. Die SPD verliert 4,4 Punkte, während die Grünen 1,9 Punkte und die Linke 2,2 Punkte hinzugewinnen. Die FDP liegt 0,7 Punkte über ihrem Wahlergebnis. Das BSW erreicht einen Wert, der knapp einen Punkt unter seinem damaligen Ergebnis von 4,98 Prozent liegt.

Politbarometer bestätigt Abstand zwischen AfD und Union

Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte für das am 31. Juli veröffentlichte ZDF-Politbarometer ebenfalls 28 Prozent für die AfD. Gegenüber der vorangegangenen Politbarometer-Erhebung ist das ein Plus von einem Punkt. Die Union bleibt bei 23 Prozent. SPD und Linke erreichen jeweils 12 Prozent. Die Grünen kommen auf 13 Prozent, einen Punkt weniger als zuvor. Auch die Linke verliert einen Punkt. Die FDP bleibt bei 4 Prozent.

Das BSW wird nicht einzeln aufgeführt. Es gehört zu den sonstigen Parteien, die zusammen auf 8 Prozent kommen. Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen erreichte keine der darin enthaltenen Parteien mindestens 3 Prozent. Befragt wurden vom 28. bis zum 30. Juli insgesamt 1.405 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon und online.

Gegenüber der Bundestagswahl liegt die AfD 7,2 Punkte höher. CDU und CSU verlieren 5,5 Punkte, die SPD 4,4 Punkte. Die Grünen verbessern sich um 1,4 Punkte, die Linke um 3,2 Punkte. Die FDP liegt 0,3 Punkte unter ihrem Wahlergebnis.

Infratest dimap mit älterem Juli-Wert

Der jüngste bundesweite ARD-DeutschlandTrend von Infratest dimap wurde am 2. Juli veröffentlicht. Darin erreicht die AfD 27 Prozent, CDU und CSU kommen auf 22 Prozent. Die Grünen liegen bei 15 Prozent, die SPD bei 12 Prozent und die Linke bei 11 Prozent. Die FDP erreicht 4 Prozent. Das BSW wird nicht gesondert ausgewiesen. Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 9 Prozent.

Infratest dimap befragte vom 29. Juni bis zum 1. Juli insgesamt 1.317 Wahlberechtigte. Die Erhebung erfolgte telefonisch und online. Gegenüber dem vorherigen DeutschlandTrend verlor die Union einen Punkt, ebenso die SPD. Der Abstand zwischen AfD und Union vergrößerte sich dadurch auf fünf Punkte.

Verglichen mit der Bundestagswahl liegt die AfD 6,2 Punkte höher. Die Union verliert 6,5 Punkte, die SPD 4,4 Punkte. Die Grünen gewinnen 3,4 Punkte und die Linke 2,2 Punkte. Die FDP liegt 0,3 Punkte unter ihrem Ergebnis vom Februar 2025. Wegen des früheren Erhebungszeitraums lässt sich dieser Wert nicht unmittelbar als gleichzeitige Gegenmessung zu den August-Zahlen betrachten.

YouGov registrierte im Juli einen Rückgang der AfD

YouGov veröffentlichte seine jüngste Sonntagsfrage am 14. Juli. Die AfD erreichte darin 27 Prozent und verlor damit zwei Punkte gegenüber der Juni-Erhebung. CDU und CSU blieben bei 20 Prozent. Die Grünen kamen unverändert auf 14 Prozent. SPD und Linke erreichten jeweils 12 Prozent. Die FDP lag bei 5 Prozent, das BSW bei 4 Prozent. Beide Werte hatten sich gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Sonstige Parteien kamen zusammen auf 6 Prozent.

Die Befragung fand vom 10. bis zum 13. Juli online statt. Insgesamt nahmen 2.230 Wahlberechtigte teil, von denen 1.827 eine Wahlabsicht angaben. Ein Vergleich zur unmittelbar vorherigen Woche ist nicht möglich, da YouGov diese Sonntagsfrage monatlich veröffentlicht.

Gegenüber der Bundestagswahl liegt die AfD 6,2 Punkte höher. Die Union verliert 8,5 Punkte und die SPD 4,4 Punkte. Die Grünen erreichen 2,4 Punkte mehr, die Linke 3,2 Punkte mehr. Die FDP liegt 0,7 Punkte über dem Wahlergebnis, das BSW knapp einen Punkt darunter.

Institute zeigen gemeinsame Grundtendenz

Trotz unterschiedlicher Befragungsmethoden und Gewichtungsverfahren zeigen alle fünf Institute eine ähnliche Reihenfolge. Die AfD liegt mit 27 bis 28 Prozent jeweils vorn. Die Union erreicht 20 bis 23 Prozent. Dahinter folgen Grüne, SPD und Linke, deren Reihenfolge je nach Institut wechselt. Die FDP wird zwischen 4 und 5 Prozent gemessen. Das BSW liegt dort, wo es einzeln ausgewiesen wird, bei 4 Prozent.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung seit der Bundestagswahl 2025. Die AfD liegt in allen fünf Erhebungen mindestens 6,2 Prozentpunkte über ihrem damaligen Ergebnis von 20,8 Prozent. CDU und CSU werden dagegen zwischen 5,5 und 8,5 Punkte unter ihren damaligen 28,5 Prozent gemessen. Die SPD liegt durchgehend bei 12 Prozent und damit 4,4 Punkte unter ihrem Wahlergebnis. Grüne und Linke erreichen bei allen Instituten höhere Werte als bei der Wahl.

Einzelne Veränderungen liegen innerhalb der Fehlertoleranz

Wahlforscher warnen regelmäßig davor, Veränderungen von einem halben oder einem Prozentpunkt zu überinterpretieren. Solche Bewegungen können allein durch die statistische Unsicherheit einer Stichprobe entstehen. Infratest dimap beziffert die Schwankungsbreite beispielsweise auf etwa zwei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent und auf etwa drei Punkte bei einem Wert von 50 Prozent. Bei anderen Instituten und Stichprobengrößen gelten vergleichbare Größenordnungen.

Auch die Unterschiede zwischen den Instituten sind nicht automatisch tatsächliche Veränderungen der politischen Stimmung. Forsa misst die Grünen beispielsweise bei 16 Prozent, INSA dagegen bei 13,5 Prozent. Für die Union reicht die Spanne von 20 Prozent bei YouGov bis 23 Prozent bei der Forschungsgruppe Wahlen. Solche Abweichungen können durch Befragungsart, Erhebungszeitpunkt, Auswahl der Teilnehmenden und Gewichtungsverfahren entstehen.

Belastbarer als einzelne Wochenbewegungen ist deshalb die institutsübergreifende Grundtendenz. Anfang August messen alle fünf Institute die AfD vor der Union. Zugleich zeigen mehrere Begleitbefragungen eine hohe Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. Daraus allein lässt sich jedoch nicht ableiten, aus welchen konkreten Gründen Befragte ihre Parteipräferenz verändern. Wahlabsichten können sich bis zur nächsten Bundestagswahl mehrfach verschieben.

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