
Holstein Kiel treibt den Umbau seines Kaders weiter voran und holt Faride Alidou vom 1. FC Kaiserslautern. Der Zweitligist bindet den 24-Jährigen zunächst für ein Jahr, mit Option auf Verlängerung. Der 1. FC Kaiserslautern führt Alidou offiziell als Abgang, die DFL bestätigt die Vereinszugehörigkeit für die 2. Bundesliga 2026/27.
Alidou bringt Erfahrung mit, die er in den vergangenen Jahren aber nicht dauerhaft abrufen konnte. Der Angreifer ist 1,86 Meter groß, dynamisch und kommt bevorzugt über die linke Seite. Seine Stärken liegen im Tempo, im Tiefgang und im Eins-gegen-eins. Genau diese Elemente könnten Kiel helfen, das Offensivspiel breiter aufzustellen.
Für die Störche ist Alidou ein Transfer mit überschaubarem Risiko. Die Vertragslaufzeit von zunächst einem Jahr gibt beiden Seiten Spielraum. Sollte der Flügelspieler in Kiel wieder Konstanz finden, könnte die Option greifen. Sollte der Neustart nicht wie erhofft verlaufen, wäre die Bindung zunächst begrenzt. Aus Kieler Sicht dürfte besonders wichtig sein, dass Alidou trotz seines jungen Alters bereits viel erlebt hat: Bundesliga, 2. Bundesliga, Champions League und eine Auslandsstation in Italien.
Alidous Weg begann in Hamburg. Nach seinen ersten Schritten bei Einigkeit Wilhelmsburg wechselte er früh in den Nachwuchs des Hamburger SV. Dort schaffte er den Sprung in den Profikader. Später führte ihn sein Weg zu Eintracht Frankfurt und anschließend zu Hellas Verona. Die Italien-Station blieb jedoch nur ein Zwischenschritt. Im Januar 2025 wechselte Alidou von Eintracht Frankfurt nach einer Leihe zu Hellas Verona zum 1. FC Kaiserslautern.
Am Betzenberg sollte Alidou eigentlich eine längerfristige Rolle einnehmen. Sein Vertrag beim FCK lief ursprünglich deutlich länger. Sportlich wurde daraus jedoch kein stabiler Neustart. In Kaiserslautern kam er auf 23 Zweitligaeinsätze und drei Partien im DFB-Pokal. In der Rückrunde der Saison 2025/26 wurde er an Eintracht Braunschweig verliehen. Dort erzielte er in neun Zweitligaspielen zwei Tore, blieb aber ebenfalls ohne dauerhafte Festsetzung als Stammkraft.
Für den 1. FC Kaiserslautern ist Alidous Abgang Teil eines größeren Umbruchs im Sommer 2026. Die Roten Teufel verändern ihren Kader für die neue Zweitliga-Saison deutlich. Neben Alidou werden weitere Abgänge geführt. Der Klub muss den Kader sportlich neu ausrichten und finanziell konsolidieren.
Neben Faride Alidou zählen Sebastian Schonlau, Giorgi Kvilitaia, Taisei Abe, Hiroki Sekine, Ben Schmit und Moritz Reimers zu den Zugängen. Alidou erweitert dabei vor allem die offensive Breite. Kiel dürfte von ihm Tempo auf dem Flügel, Tiefenläufe und mehr Konkurrenz im Angriff erwarten. Der Transfer wirkt zugleich wie ein Neustart für einen Spieler, dessen Talent lange unbestritten war, der aber nun verlässliche Leistungen über eine komplette Saison zeigen muss.
Für Kaiserslautern endet ein Kapitel, das sportlich nicht den erhofften Verlauf nahm. Der FCK kann seinen Kader weiter verschlanken und den offensiven Bereich neu sortieren. Für Kiel ist Alidou ein Spieler mit Entwicklungspotenzial, der bereits Erfahrung auf hohem Niveau gesammelt hat. Die Möglichkeit, ihn zunächst mit begrenztem Risiko zu verpflichten, macht den Wechsel wirtschaftlich attraktiv. Für Alidou geht es nicht nur um einen Vereinswechsel, sondern um einen Karriere-Neustart mit realer Perspektive.
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