ASML-Aktie: Kurs unter Druck vor Q2-Zahlen

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die ASML Aktie bleibt einer der wichtigsten Gradmesser für den europäischen Technologiesektor. Der niederländische Chipausrüster profitiert weiter von Investitionen in künstliche Intelligenz, Rechenzentren und moderne Speicherchips. Gleichzeitig belasten hohe Erwartungen, mögliche neue US-Exportbeschränkungen gegen China und die Frage, wie schnell ASML seine EUV-Kapazitäten ausweiten kann.

ASML Aktie heute: Kurs in Amsterdam und Xetra

Die ASML Aktie notierte am Montagnachmittag an der Euronext Amsterdam zuletzt bei rund 1.622 Euro und lag damit etwa 0,5 Prozent unter dem Vortag. Die Handelsspanne reichte laut Kursdaten von 1.588,20 Euro bis 1.636,80 Euro. Auf Xetra wurde die Aktie kurz zuvor bei etwa 1.632 Euro gehandelt. Die Marktkapitalisierung lag je nach Datenanbieter und Zeitpunkt bei rund 631 Milliarden Euro. Damit bleibt ASML eines der wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas. Der Kursrückgang am Montag wirkt vor allem wie eine Konsolidierung nach einer starken ersten Jahreshälfte. Im Fokus steht nun der nächste Quartalsbericht. ASML hat die Veröffentlichung der Q2-Zahlen für den 15. Juli 2026 terminiert.

Q1 stark, Q2 noch ohne veröffentlichte Ist-Zahlen

Operativ legte ASML im ersten Quartal 2026 solide Zahlen vor. Der Konzern meldete einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro, eine Bruttomarge von 53,0 Prozent und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 7,15 Euro. Für das zweite Quartal stellte ASML einen Umsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge zwischen 51 und 52 Prozent in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen inzwischen 36 bis 40 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge zwischen 51 und 53 Prozent. Beim Auftragseingang ist die Lage weniger transparent als in früheren Quartalen. ASML weist in der Q1-Mitteilung keinen konkreten neuen Nettoauftragseingang aus. Der letzte detailliert veröffentlichte Vergleichswert stammt aus dem Schlussquartal 2025: Damals lag der Nettoauftragseingang bei 13,2 Milliarden Euro, davon 7,4 Milliarden Euro im EUV-Bereich.

EUV bleibt der Kern der Investmentstory

ASML ist der zentrale Anbieter von EUV-Lithografiesystemen. Diese Maschinen sind für führende Strukturbreiten bei modernen Chips entscheidend. Kunden wie TSMC, Samsung, Intel, SK Hynix und Micron treiben ihre Investitionen vor allem wegen KI-Prozessoren, High-Bandwidth-Memory und neuer Fertigungsknoten voran. ASML will die Auslieferung seiner wichtigsten Low-NA-EUV-Systeme 2026 deutlich erhöhen. CFO Roger Dassen sagte, ASML könne 2026 rund 60 dieser Systeme ausliefern. Das wären etwa 25 Prozent mehr als 2025. Für 2027 sei eine Kapazität von 80 Systemen vorgesehen. Diese Zahlen sind für den Kapitalmarkt wichtig, weil sie zeigen sollen, ob ASML die Nachfrage der großen Foundries und Speicherchip-Hersteller tatsächlich bedienen könne. Auch High-NA-EUV bleibt ein langfristiger Kurstreiber. ASML erwartet erste Chips aus den neuen High-NA-Maschinen innerhalb weniger Monate. Intel gilt als früher Anwender, während TSMC bei High-NA-EUV bislang vorsichtiger agiert.

China-Risiko: US-Exportregeln bleiben Belastungsfaktor

Der größte politische Risikofaktor bleibt China. ASML darf seine modernsten Anlagen bereits nicht nach China liefern. Zusätzliche US-Vorstöße könnten weitere Systeme betreffen. Für ASML bedeutet das: Der Konzern profitiert vom weltweiten KI-Investitionszyklus, bleibt aber stark von geopolitischen Entscheidungen abhängig. Insbesondere die Frage, wie stark China-Umsätze in den kommenden Quartalen zurückgehen, gilt als zentrales Risiko für die weitere Kursentwicklung.

Analysten sehen 2026 und 2027 weiter Wachstum

Die Analystenlage bleibt überwiegend positiv, aber nicht frei von Bewertungsrisiken. MarketScreener weist für ASML einen Konsens von Buy aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt dort bei 1.713,11 Euro, bei einer Spanne von 980 Euro bis 2.500 Euro. Auf Basis des zuletzt genannten Schlusskurses ergäbe sich nur noch ein moderates durchschnittliches Kurspotenzial. Für 2026 rechnen die von MarketScreener erfassten Schätzungen mit einem Umsatz von rund 39,3 Milliarden Euro. Für 2027 läge die Erwartung bei rund 49,0 Milliarden Euro. Damit würden Analysten davon ausgehen, dass der KI-getriebene Investitionszyklus über 2026 hinaus anhält.

Ausblick: Q2-Zahlen werden zum nächsten Kurstest

Bis zu den Q2-Zahlen am 15. Juli dürfte die ASML Aktie anfällig für Schwankungen bleiben. Der Markt wird weniger auf einen isolierten Quartalsgewinn achten, sondern vor allem auf Aussagen zum Auftragsbestand, zur EUV-Kapazität, zur China-Nachfrage und zur Umsatzspanne für 2026. Sollte ASML die obere Hälfte seiner Jahresprognose glaubhaft untermauern, könnte das den positiven Analystenkonsens stützen. Sollten Exportbeschränkungen, Lieferengpässe oder ein schwächerer Auftragstrend stärker in den Vordergrund rücken, könnte die hohe Bewertung unter Druck geraten.

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