
Der DAX hat am Montag seine Rekordjagd fortgesetzt, am Ende aber nur leicht zugelegt. Nach einem neuen Hoch bei 25.900,10 Punkten schloss der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,15 Prozent bei 25.817,89 Punkten. Im Blick bleiben Zinsen, US-Handelspolitik und die beginnende Berichtssaison.
Der deutsche Leitindex startete am Montag bei 25.811,90 Punkten und stieg im Tagesverlauf erstmals über die Marke von 25.900 Punkten. Das neue Hoch lag bei 25.900,10 Punkten. Danach setzten Gewinnmitnahmen ein, sodass vom zwischenzeitlichen Anstieg nur ein moderates Plus übrig blieb. Zum Handelsschluss standen 25.817,89 Punkte auf der Kurstafel. Das entsprach einem Tagesgewinn von 0,15 Prozent. Damit blieb der DAX in unmittelbarer Nähe seines bisherigen Rekordniveaus. Bereits am Donnerstag und Freitag hatte der Index neue Bestmarken erreicht. Am Freitag war der DAX um 0,78 Prozent auf 25.779,31 Punkte gestiegen und hatte damit so hoch wie nie zuvor geschlossen.
Die Wochenbilanz ist zweigeteilt. In der vergangenen Handelswoche hatte der DAX deutlich zugelegt. Der Schlusskurs am Freitag bedeutete ein Wochenplus von 4,49 Prozent. Zum Auftakt der neuen Woche kam nun ein kleiner Zuwachs hinzu. Für die laufende Woche steht der Index damit zunächst bei plus 0,15 Prozent. Marktbeobachter verweisen allerdings darauf, dass nach der starken Bewegung der vergangenen Tage die Luft dünner werden könne. In Marktberichten wurde auf schwächere Umsätze und einen technisch überkauften Markt hingewiesen. Das bedeutet nicht zwingend eine Trendwende, erhöht aber die Bedeutung neuer Impulse durch Konjunkturdaten, Unternehmenszahlen und Aussagen der Notenbanken.
Unter den DAX-Werten führte Rheinmetall die Gewinnerliste an. Die Aktie legte am Montag um gut drei Prozent zu und notierte am Abend bei rund 1.130 Euro. Dahinter folgten Deutsche Börse, Zalando, Commerzbank und Fresenius mit klaren Tagesgewinnen. Auch Deutsche Telekom, Beiersdorf und Scout24 lagen im Plus. Auf der Verliererseite stand Bayer am Ende deutlich unter Druck. Das Papier verlor mehr als vier Prozent und war damit der schwächste Wert im DAX. Ebenfalls schwächer tendierten Merck, QIAGEN, Symrise, BMW, MTU Aero Engines, GEA, Fresenius Medical Care und Henkel. Die Breite des Marktes war damit nicht einheitlich: Einzelne Industrie-, Finanz- und Verteidigungswerte stützten den Index, während Pharma-, Chemie- und Gesundheitswerte belasteten.
Die Geldpolitik bleibt ein wichtiger Belastungs- und Bewertungsfaktor für den DAX. Die Europäische Zentralbank hatte im Juni die drei Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Seit dem 17. Juni 2026 liegen der Einlagensatz bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Die Bundesbank verwies im Zusammenhang mit dem EZB-Beschluss auf höheren Inflationsdruck und auf Unsicherheiten durch Energiepreise. In den USA hält die Federal Reserve den Zielkorridor für die Federal Funds Rate derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Für die Märkte wird in dieser Woche vor allem wichtig, ob neue Daten und Fed-Signale die Erwartung weiterer Zinsschritte verändern.
Neben den Zinsen bleibt die US-Handelspolitik ein Thema für exportorientierte DAX-Konzerne. Die EU-Staaten hatten zuletzt Gesetzgebung auf den Weg gebracht, um ihren Teil eines Handelsabkommens mit den USA umzusetzen und neue transatlantische Spannungen zu vermeiden. Die Vereinbarung sieht unter anderem Erleichterungen bei Zöllen auf bestimmte US-Industriegüter und bevorzugten Zugang für US-Agrarprodukte vor. Für den DAX ist diese Entwicklung relevant, weil viele Indexkonzerne stark von globalen Lieferketten, Absatzmärkten und Wechselkursen abhängen. Eine Entspannung im Zollstreit könnte die Planbarkeit verbessern. Neue Konflikte oder schärfere Maßnahmen könnten dagegen besonders Auto-, Industrie-, Chemie- und Technologiewerte belasten.
Die kommende Berichtssaison dürfte den Markt stärker auf Unternehmensdaten ausrichten. International stehen zunächst Zahlen großer Konzerne wie Samsung, PepsiCo und Delta Air Lines im Blick, bevor in den USA die großen Banken folgen. Analysten richten ihr Augenmerk vor allem auf Gewinnentwicklung, Margen, Nachfrage und Aussagen zum zweiten Halbjahr. Für den DAX dürften die Zahlen aus den USA besonders wichtig sein, weil sie Hinweise auf Konsum, Industrie, Technologieausgaben und Finanzierungskosten liefern. Sollten die Unternehmen stabile Ausblicke geben, könnte das die hohen Bewertungen stützen. Schwächere Margen, vorsichtigere Prognosen oder Hinweise auf Zollbelastungen könnten dagegen Gewinnmitnahmen auslösen.
Für den weiteren Wochenverlauf bleibt die Marke von 26.000 Punkten die naheliegende Orientierungsgröße. Der DAX hat sie am Montag bereits ins Visier genommen, aber noch nicht erreicht. Entscheidend dürfte werden, ob Anschlusskäufe einsetzen oder ob die jüngsten Gewinne zunächst verarbeitet werden. Unterstützend könnten robuste Konjunkturdaten und ein positiver Auftakt der Berichtssaison wirken. Belastend könnten dagegen neue geopolitische Risiken, eine restriktivere Notenbanksprache oder Rückschläge bei Unternehmenszahlen wirken.
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