
Die Heidelberg-Materials-Aktie gehörte am Freitag zu den stärksten Papieren im DAX. Der Kurs legte zeitweise rund 2,1 Prozent auf etwa 169 bis 170 Euro zu. Eine neue Unternehmensmeldung, ein größerer Auftrag oder eine weitere Übernahme war als unmittelbarer Auslöser zunächst nicht zu erkennen. Der Anstieg dürfte daher vor allem auf eine freundlichere Einschätzung der europäischen Baustoffbranche und eine technische Erholung nach vorherigen Kursverlusten zurückzuführen sein.
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 4,536 Milliarden Euro. Das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft, kurz RCO, ging von 235 Millionen auf 163 Millionen Euro zurück. Die operative EBITDA-Marge verringerte sich von 11,8 auf 10,7 Prozent. Als Belastungen nannte Heidelberg Materials vor allem schwierige Wetterbedingungen in Europa und den USA. Preissteigerungen und Kostensenkungen konnten die rückläufigen Absatzmengen nur teilweise ausgleichen.
An seiner Jahresprognose hielt das Unternehmen fest. Für 2026 wird weiterhin ein RCO zwischen 3,40 und 3,75 Milliarden Euro erwartet. Die Kapitalrendite ROIC soll oberhalb von zehn Prozent liegen. Das laufende Effizienzprogramm hatte bis Ende März Einsparungen von rund 405 Millionen Euro erreicht. Bis zum Jahresende sollen es mindestens 500 Millionen Euro sein.
Für die Geschäftsjahre 2025 wurde die Dividende um neun Prozent auf 3,60 Euro je Aktie angehoben. Die Nachfrage nach Zement bleibt in vielen Regionen eng an öffentliche Infrastrukturprogramme, Rechenzentrums-Bauprojekte und den Wohnungsbau geknüpft. In den USA profitiert der Konzern von den langfristigen Infrastrukturpaketen, während die Bauwirtschaft in Europa nach einem schwachen Winter wieder anzieht.
Ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie bleibt die Senkung der hohen CO2-Emissionen bei der Zementproduktion. Mit der Anlage im norwegischen Brevik betreibt Heidelberg Materials seit 2025 ein industrielles CCS-Projekt. Das dort abgeschiedene Kohlendioxid wird dauerhaft gespeichert. Unter der Marke evoZero vermarktet der Konzern Zement, dessen verbleibende Emissionen durch die Abscheidung rechnerisch ausgeglichen werden.
In Deutschland soll das Projekt GeZero am Standort Geseke die erste vollständig mit einer CO2-Abscheidung ausgestattete inländische Zementproduktion ermöglichen. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit 191 Millionen Euro.
Auch Wettbewerber investieren stark in klimafreundlichere Baustoffe. Bei Holcim stieg der Anteil CO2-reduzierter Zemente und Betone im ersten Quartal weiter. Cemex meldete gleichzeitig einen Anstieg des Quartalsumsatzes um elf Prozent und ein EBITDA-Plus von 34 Prozent. Die Analysten bleiben überwiegend positiv, unterscheiden sich aber bei der erwarteten Geschwindigkeit der Erholung. JPMorgan bestätigte Anfang Juli ein Kursziel von 250 Euro und verwies auf günstigere Preis-Kosten-Verhältnisse.
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