VfB Stuttgart holt Dzenan Pejcinovic nach langem Transferpoker

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Symbolbild mit KI erstellt

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Pejcinovic wechselt zum VfB Stuttgart. Nach wochenlangen Verhandlungen hat der Bundesligist die Verpflichtung des 21 Jahre alten Mittelstürmers vom VfL Wolfsburg am Montag, 10. August 2026, offiziell bekannt gegeben. Pejcinovic unterschrieb einen langfristigen Vertrag bis zum 30. Juni 2031. Eine Ablösesumme nannten weder der VfB noch der VfL. Kicker, Sky und Bild beziffern den Transfer übereinstimmend auf rund 25 Millionen Euro. Sky und Bild berichten, dass keine zusätzlichen Bonuszahlungen vereinbart seien. Eine Rückennummer teilte der VfB bei der Vorstellung dagegen zunächst nicht mit. Damit war am Montagabend noch keine Trikotnummer offiziell bestätigt.

VfB bindet Pejcinovic langfristig bis 2031

Mit Pejcinovic bekommt Trainer Sebastian Hoeneß einen weiteren Mittelstürmer für einen Kader, der in der neuen Saison in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League gefordert ist. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth erklärte bei der Vorstellung, der VfB habe sich intern schon früh darauf verständigt, den Angreifer verpflichten zu wollen. Pejcinovic bringe die Voraussetzungen mit, um „sofort eine wertvolle Option“ in der Offensive zu sein, besitze aufgrund seines Alters zugleich aber noch erhebliches Entwicklungspotenzial.

Auch Pejcinovic selbst machte deutlich, dass Stuttgart sein Wunschziel war. Die Gespräche mit Wohlgemuth und Hoeneß hätten ihm früh ein gutes Gefühl vermittelt. In seinem ersten VfB-Interview sagte der Münchner, seine Entscheidung sei ihm deshalb sehr leicht gefallen. Einige neue Teamkollegen wie Finn Jeltsch, Dennis Seimen und Laurin Ulrich kennt er bereits aus dem deutschen Nachwuchsfußball. Sein Einstieg ins Mannschaftstraining war für Dienstag vorgesehen.

Eine bemerkenswerte offene Personalie blieb zunächst die Rückennummer. Während der VfB etwa bei der Verpflichtung von Leo Sauer ausdrücklich die Nummer 44 bekannt gegeben hatte, findet sich in der offiziellen Pejcinovic-Mitteilung keine entsprechende Angabe. Auch der VfL Wolfsburg nannte in seiner Abschiedsmeldung keine künftige Nummer. Eine offiziell bestätigte VfB-Rückennummer für Pejcinovic lag damit zunächst nicht vor.

Der Transferpoker zog sich über mehr als einen Monat

Der Weg zur Einigung war deutlich länger als die endgültige Abwicklung. Bereits Anfang Juli berichtete der Kicker über das konkrete Stuttgarter Interesse. Zu diesem Zeitpunkt soll Wolfsburg für Pejcinovic noch eine Ablösesumme von rund 30 Millionen Euro aufgerufen haben. Der VfB war nach diesem Bericht nicht bereit, diese Größenordnung zu akzeptieren. Im weiteren Verlauf bewegte sich die Wolfsburger Forderung nach Kicker-Angaben in Richtung 25 Millionen Euro, während Stuttgart zunächst etwas mehr als 20 Millionen Euro geboten haben soll.

Ende Juli berichtete der Kicker bereits über ein drittes Angebot des VfB. Eine Einigung gab es trotzdem noch nicht. Anfang August bestätigte Wohlgemuth öffentlich, dass die Gespräche mit Wolfsburg zwar von gegenseitiger Wertschätzung geprägt seien, beide Seiten zu diesem Zeitpunkt bei den finanziellen Vorstellungen aber noch weit auseinanderlägen. Wenige Tage später erklärte er im Trainingslager, Stuttgart werde wirtschaftlich alles Vertretbare versuchen, um den Transfer umzusetzen.

Unterschiedliche Ablösevorstellungen verzögerten die Einigung

Der wichtigste Grund für die lange Verhandlungsdauer war damit die Bewertung des Spielers. Wolfsburg hatte Pejcinovic langfristig gebunden und konnte trotz des Bundesliga-Abstiegs eine hohe Forderung vertreten. Der VfB wiederum wollte seine finanzielle Grenze zunächst nicht überschreiten. Zusätzlich gab es Konkurrenz. Sky berichtete am 4. August, dass der FC Porto rund 23 Millionen Euro für den Stürmer geboten habe. Pejcinovic habe einen Wechsel zum portugiesischen Champions-League-Teilnehmer jedoch abgelehnt und weiterhin Stuttgart bevorzugt.

Diese Position des Spielers stärkte die Stuttgarter Ausgangslage, beseitigte die finanzielle Differenz zwischen den Vereinen aber nicht sofort. Erst am Wochenende vor der offiziellen Vorstellung kam Bewegung in die Sache. Beim Wolfsburger Zweitligaauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag saß Pejcinovic noch auf der Bank, wurde beim 0:0 jedoch nicht eingewechselt. Trainer Tobias Strobl erklärte anschließend, der Verein habe signalisiert, dass die Transfergespräche auf der Zielgeraden seien. Sportdirektor Pirmin Schwegler bestätigte, dass bereits eine Einigung mit einem anderen Klub erzielt worden war. Am Montag folgte schließlich die offizielle Bekanntgabe des Wechsels nach Stuttgart.

Die endgültige Ablösesumme bleibt formal eine Medienangabe. Der Kicker bezifferte sie auf 25 Millionen Euro. Sky und Bild nannten ebenfalls 25 Millionen Euro und berichteten, dass keine erfolgsabhängigen Boni hinzukommen. Die Vereine selbst machten dazu keine Angaben.

Pejcinovic entwickelte sich vom Nachwuchstorjäger zum Bundesligastürmer

Pejcinovic wurde am 15. Februar 2005 in München geboren. Seine ersten Schritte im Vereinsfußball machte er beim SC Bajuwaren München, anschließend spielte er im Nachwuchs des FC Bayern. 2017 wechselte er als Zwölfjähriger in das Nachwuchsleistungszentrum des FC Augsburg. Im Sommer 2022 verpflichtete ihn der VfL Wolfsburg. Sein Bundesligadebüt für die Niedersachsen gab er am 27. Mai 2023 im Alter von 18 Jahren.

Für die Saison 2024/25 verlieh Wolfsburg den Angreifer an Fortuna Düsseldorf. Dort bestritt er 19 Zweitligaspiele sowie eine Partie im DFB-Pokal und erzielte insgesamt fünf Tore. Nach seiner Rückkehr nach Wolfsburg gelang ihm in der folgenden Spielzeit der Durchbruch auf Bundesligaebene. Besonders auffällig war sein Auftritt gegen den SC Freiburg am 20. Dezember 2025, als er bei der 3:4-Niederlage alle drei Wolfsburger Treffer erzielte und damit seine ersten Bundesligatore überhaupt erzielte.

Die Zahlen der Saison 2025/26 verdeutlichen seinen Entwicklungsschritt. Laut Kicker kam Pejcinovic in 30 Bundesligaspielen auf acht Tore. Im DFB-Pokal erzielte er drei Treffer in zwei Begegnungen, in den beiden Relegationsspielen gegen den SC Paderborn kam ein weiteres Tor hinzu. Das ergibt zwölf Treffer in 34 Pflichtspielen dieser Saison. Insgesamt weist der VfB für seine Wolfsburger Profizeit 39 Pflichtspiele, zwölf Tore und eine Vorlage aus. Für die Wolfsburger A-Junioren gelangen ihm zuvor 36 Tore in 38 Partien.

Pejcinovic erhöht den Konkurrenzkampf mit Undav und Demirovic

In Stuttgart trifft Pejcinovic auf einen bereits prominent besetzten Angriff. Deniz Undav und Ermedin Demirovic bilden die erfahrensten Optionen für das Sturmzentrum. Gerade wegen der zusätzlichen Belastung durch die Champions League hatte Hoeneß mehrfach zusätzliche Qualität und Tiefe im Kader gefordert. Der SWR ordnet Pejcinovic entsprechend als zusätzlichen Konkurrenten für Undav und Demirovic ein.

Dabei muss die Verpflichtung nicht automatisch bedeuten, dass einer der beiden etablierten Angreifer den Verein verlässt. Demirovic hatte während des Trainingslagers öffentlich erklärt, beim VfB bleiben zu wollen, und zusätzliche Konkurrenz ausdrücklich begrüßt. Für Hoeneß entsteht dadurch mehr Flexibilität. Pejcinovic ist mit 1,88 Metern ein klassischer Mittelstürmer, verfügt zugleich aber über genügend Beweglichkeit, um sich am Kombinationsspiel zu beteiligen. Der VfB selbst beschreibt ihn als Spieler, der unmittelbar helfen und zugleich weiterentwickelt werden soll.

Mit Tim van der Leij steht außerdem ein weiterer junger Mittelstürmer unter Vertrag. Der 20 Jahre alte Niederländer kam im Juni von RKC Waalwijk, sollte zunächst jedoch schrittweise über die U21 an ein höheres Niveau herangeführt werden. Pejcinovic ist dagegen ausdrücklich als sofortige Option für den Profikader verpflichtet worden. Damit unterscheidet sich die kurzfristige sportliche Rolle der beiden jungen Angreifer deutlich.

Wolfsburg spricht von einem sportlichen und menschlichen Verlust

Beim VfL Wolfsburg wird der Abschied nicht als sportlich gewünschte Trennung dargestellt. Geschäftsführer Dieter Hecking erklärte in der offiziellen Mitteilung, man hätte Pejcinovic auf dem weiteren Weg des Vereins sehr gerne dabeigehabt. Sein Wechsel sei „sportlich wie menschlich ein Verlust“. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass der Angreifer selbst den Wunsch nach einer Veränderung geäußert habe. Wolfsburg habe diesem Wunsch letztlich entsprochen.

Pejcinovic bemühte sich in seiner Abschiedserklärung ebenfalls um eine klare Trennung zwischen dem Wechselwunsch und seiner Bewertung des VfL. Der Schritt nach Stuttgart sei „keine Entscheidung gegen den VfL“. Er habe sich im Verein und in der Stadt wohlgefühlt, sehe in Stuttgart nun aber die Möglichkeit, den nächsten Karriereschritt bei einem Champions-League-Teilnehmer zu machen. Diese Begründung deckt sich mit seinen Aussagen nach der Ankunft beim VfB, wonach sein Wunsch nach Stuttgart bereits kurz nach dem Ende der vergangenen Saison feststand.

Für Wolfsburg bedeutet der Verkauf zugleich den Verlust eines der erfolgreichsten Offensivspieler der vergangenen Saison. Pejcinovic kam trotz des Abstiegs auf zwölf Pflichtspieltore. Beim Start in die neue Zweitligasaison gegen Kaiserslautern gehörte er zwar noch zum Spieltagskader, sportlich plante der VfL wegen des unmittelbar bevorstehenden Transfers aber bereits ohne einen Einsatz des Angreifers.

Deutsche U21 ist derzeit Pejcinovics Nationalmannschaft

Auch auf internationaler Ebene besitzt Pejcinovic eine auffällige Nachwuchsbilanz. Er hat sowohl die deutsche als auch die montenegrinische Staatsbürgerschaft. Nachdem er zunächst im montenegrinischen Nachwuchs eingesetzt worden war, durchlief er seit der U16 die Auswahlmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes. Der VfB weist für ihn insgesamt 49 Spiele im deutschen Nachwuchs mit außergewöhnlichen 41 Toren und zehn Vorlagen aus. 2024 erhielt der Stürmer die Fritz-Walter-Medaille in Silber.

Aktuell gehört Pejcinovic zur deutschen U21. In der laufenden Qualifikation für die U21-Europameisterschaft 2027 kam er laut VfB bereits sechsmal zum Einsatz. Eine Berufung in eine A-Nationalmannschaft ist bislang nicht bekannt gegeben worden. Seine Bundesligaerfahrung, die hohe Trefferquote in den deutschen Nachwuchsteams und künftig mögliche Einsätze in der Champions League geben ihm jedoch eine Bühne auf deutlich höherem Niveau. Eine konkrete bevorstehende Berufung in die deutsche A-Auswahl ist daraus nicht abzuleiten.

Seine montenegrinische Staatsbürgerschaft bleibt Teil seiner Biografie. Einen aktuellen Wechsel zu einer anderen Nationalmannschaft oder eine entsprechende Entscheidung hat Pejcinovic im Zusammenhang mit dem Stuttgart-Transfer jedoch nicht bekannt gegeben. Sportlich konzentriert sich seine internationale Laufbahn derzeit auf die deutsche U21 und die Qualifikation für die Europameisterschaft 2027.

VfB baut seinen Kader für die Champions League breiter auf

Pejcinovic setzt eine Transferperiode fort, in der Stuttgart den Kader auf mehreren Positionen ergänzt hat. Den ersten Neuzugang für 2026/27 präsentierte der VfB Ende Mai mit Grischa Prömel von der TSG Hoffenheim. Der Mittelfeldspieler unterschrieb bis 2029. Ebenfalls verpflichtet wurde Torhüter Marius Funk von Energie Cottbus, der bis 2028 gebunden ist. Im Juni folgte der niederländische Stürmer Tim van der Leij mit einem Vertrag bis 2030.

Ende Juli kam mit Leo Sauer von Feyenoord Rotterdam eine weitere offensive Verstärkung hinzu. Der slowakische Nationalspieler unterschrieb wie Pejcinovic bis 2031. Hinzu kommt Bilal El Khannouss, dessen vorheriges Leihverhältnis vertragsgemäß in eine feste Verpflichtung überging. Rückkehrer wie Torhüter Dennis Seimen vergrößern den Kader zusätzlich. Auf der Abgangsseite endete unter anderem die Leihe von Alexander Nübel, der zum FC Bayern zurückkehrte. Pascal Stenzel verließ Stuttgart nach Vertragsende, Noah Darvich wurde an die SV Elversberg verliehen.

Eine exakte finanzielle Netto-Transferbilanz lässt sich aus den Vereinsangaben nicht errechnen, weil bei mehreren Geschäften keine Ablösen veröffentlicht wurden. Der Pejcinovic-Transfer gehört mit den von Kicker, Sky und Bild genannten 25 Millionen Euro aber zu den klar bezifferten großen Investitionen dieses Stuttgarter Sommers. Sportlich folgt die Verpflichtung einem erkennbaren Muster: Der VfB verbindet erfahrenere Verstärkungen wie Prömel mit entwicklungsfähigen Spielern wie Sauer, van der Leij und Pejcinovic. Für eine Saison mit Bundesliga, Pokal und Champions League wächst damit besonders in der Offensive die Auswahl für Trainer Sebastian Hoeneß.

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