
Yamaha muss in Nordamerika mehrere tausend Ténéré 700 des Modelljahrs 2025 wegen eines möglichen Blinkerfehlers zurückrufen. Der Yamaha Ténéré 700 Rückruf betrifft nicht nur ein einzelnes Leuchtmittel oder einen Schalter am Lenker, sondern die Instrumenteneinheit. In den USA ist der Rückruf mit einer klaren Fahrwarnung verbunden. Besitzer sollen ihre Motorräder bis zur Reparatur nicht weiter nutzen. Für Europa war zunächst kein gleichlautender Rückruf wegen dieses Blinkerproblems behördlich bestätigt.
In den USA sind nach Angaben der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA 4.173 Motorräder des Modelljahrs 2025 betroffen. Die Behörde führt den Vorgang unter der Rückrufnummer 26V367. Es handelt sich um Maschinen vom Typ Yamaha XTZ690, die zwischen dem 2. Dezember 2024 und dem 29. August 2025 produziert wurden. Yamaha geht in den US-Unterlagen davon aus, dass die gesamte dortige betroffene Modellpopulation ein mögliches Defektpotenzial aufweist.
In Kanada läuft ein entsprechender Rückruf unter der Nummer 2026-236. Dort werden 860 betroffene Ténéré 700 des Modelljahrs 2025 genannt. Insgesamt geht es damit in Nordamerika um rund 5.033 Maschinen.
Auslöser ist ein Problem in der sogenannten Meter Assembly, also im Kombiinstrument. Diese Einheit kann laut Rückrufunterlagen fälschlicherweise erkennen, dass die Blinker ihre Aktivierungsphase verlassen sollen. In der Folge können die Fahrtrichtungsanzeiger beim erneuten Einschalten ausbleiben.
Der Defekt liegt damit weder in den Glühlampen noch im Lenkerschalter, sondern in der Steuerung. Das macht den Rückruf auch deshalb relevant, weil die Reparatur nicht über einen einfachen Lampentausch erledigt wird.
In den USA ist der Rückruf mit dem Hinweis verbunden, die betroffenen Motorräder bis zur Abhilfe nicht zu fahren. Dieser Fahrstopp ist sicherheitsrelevant, weil funktionierende Blinker im Straßenverkehr eine zentrale Rolle spielen. Wenn ein Motorradfahrer einen Abbiegevorgang oder einen Spurwechsel nicht zuverlässig anzeigen kann, können andere Verkehrsteilnehmer die Fahrabsicht schlechter erkennen.
Die NHTSA ordnet den Mangel als Verstoß gegen die US-Beleuchtungsvorschrift FMVSS 108 ein. Yamaha gab in den Unterlagen an, keine Berichte über Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Defekt zu kennen.
Die Abhilfe besteht im Austausch der Instrumenteneinheit. Yamaha-Händler in den USA sollen die Meter Assembly kostenlos ersetzen. Teile und Arbeitszeit sollen für die Halter nicht berechnet werden. Auch noch nicht ausgelieferte Neufahrzeuge dürfen erst nach Durchführung der Maßnahme an Kunden übergeben werden.
Die überarbeitete Komponente soll eine geänderte interne Schaltung besitzen, damit die Blinker ordnungsgemäß funktionieren. Maschinen, die ab September 2025 produziert wurden, sollen bereits mit der korrigierten Einheit ausgestattet sein.
Für europäische Halter ist der wichtigste Punkt die Abgrenzung. Offiziell bestätigt war zunächst der Rückruf in den USA und Kanada. Eine behördlich belegte Ausweitung dieses konkreten Blinkerproblems auf Europa lag zunächst nicht vor. Damit lässt sich auch kein europaweites Fahrverbot für die Yamaha Ténéré 700 des Modelljahrs 2025 ableiten.
In Europa gab es allerdings einen separaten, technisch unabhängigen Ténéré-700-Rückruf zu Schrauben am vorderen Kotflügel, der mit dem nordamerikanischen Blinkerproblem nichts zu tun hat. Wer eine Ténéré 700 des Modelljahrs 2025 fährt, sollte bei ungewöhnlichem Verhalten der Blinker nicht weiter abwarten, sondern eine Yamaha-Vertragswerkstatt kontaktieren. Besonders relevant ist das für importierte Motorräder aus Nordamerika oder für Maschinen, deren Historie nicht eindeutig ist.
Der Fall zeigt, wie stark moderne Motorräder inzwischen von elektronischen Steuergeräten und Displayeinheiten abhängig sind. Die Ténéré 700 gilt als robuste Reiseenduro, wurde für das Modelljahr 2025 aber technisch deutlich modernisiert. Gerade bei einem Fahrzeug, das auch auf langen Touren und außerhalb gewohnter Werkstattnähe gefahren wird, wirken solche Rückrufe schnell weltweit nach.
Maßgeblich für deutsche und europäische Halter bleibt die Prüfung über Händler, Hersteller oder nationale Rückrufdatenbanken. Solange keine offizielle europäische Maßnahme zum Blinkerproblem bestätigt ist, besteht für hiesige Ténéré-700-Fahrer kein automatisches Fahrverbot.
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