Rheinmetall-Aktie stürzt ab: F126-Bericht belastet

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Rheinmetall-Aktie ist am Mittwoch massiv unter Druck geraten. Im Xetra-Handel fiel der Kurs am Vormittag zeitweise unter die Marke von 1.000 Euro. Gegen 9.49 Uhr wurde die Aktie bei 993,30 Euro gehandelt, ein Minus von 14,86 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 1.166,60 Euro. Das Tagestief wurde zu diesem Zeitpunkt mit 978 Euro angegeben, das Tageshoch mit 1.080,40 Euro. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 2.008 Euro.

Bericht über F126-Projekt belastet Rheinmetall-Aktie

Als Auslöser des Kurssturzes nannten mehrere Finanzmedien Berichte über ein mögliches Aus für das Fregattenprojekt F126 der Deutschen Marine. Reuters berichtete unter Berufung auf die Financial Times, Deutschland plane, das verzögerte milliardenschwere Projekt zum Bau von sechs F126-Fregatten nicht weiterzuverfolgen. Demnach sollen Verteidigungsminister Boris Pistorius und weitere Regierungsvertreter Vertreter der Industrie und führende Abgeordnete über entsprechende Pläne informiert haben. Stattdessen sei vorgesehen, acht kleinere Fregatten des Typs MEKO A-200 beim Kieler Marineschiffbauer TKMS zu beschaffen.

Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass es in den vergangenen Monaten Gespräche über die Zukunft des F126-Projekts gab. Eine endgültige Entscheidung über das mögliche Ende des Projekts war zum Zeitpunkt der ersten Marktreaktion nicht in gleicher Weise öffentlich belastbar bestätigt wie die Kursbewegung selbst. Die genaue Ursache des Kurssturzes bleibt daher eine Markteinschätzung. Der zeitliche Zusammenhang zwischen den Berichten und dem Kursrutsch ist jedoch deutlich.

Wie Rheinmetall mit F126 verbunden ist

Rheinmetall war beim F126-Projekt nicht der ursprüngliche Hauptauftragnehmer. Der Beschaffungsvertrag wurde ursprünglich mit Damen Schelde Naval Shipbuilding geschlossen. Rheinmetall kam über die Übernahme von Naval Vessels Lürssen, kurz NVL, stärker ins Spiel. Der Düsseldorfer Konzern schloss die Übernahme des militärischen Schiffbaubereichs der Lürssen-Gruppe zum 1. März 2026 ab. Damit entstand bei Rheinmetall die Division Naval Systems.

Über NVL hätte Rheinmetall eine zentrale Rolle bei einem möglichen Neustart des F126-Programms übernehmen können. Konzernchef Armin Papperger hatte Anfang Mai erklärt, ein Vertrag zur Übernahme des verzögerten F126-Programms könne im zweiten Quartal zustande kommen. Dabei wurde das Projekt in Marktberichten als besonders großer potenzieller Auftrag für Rheinmetall eingeordnet. Ein mögliches Aus würde deshalb nicht das laufende Kerngeschäft des Konzerns unmittelbar treffen, wohl aber eine erwartete Großchance im Marineschiffbau.

Kurssturz trifft auf bereits hohe Erwartungen

Die heftige Reaktion an der Börse zeigt auch, wie stark die Erwartungen an Rheinmetall zuvor gestiegen waren. Der Konzern gilt seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als einer der wichtigsten europäischen Profiteure steigender Verteidigungsausgaben. Gleichzeitig war die Aktie nach ihrem starken Anstieg empfindlich für Nachrichten, die künftige Aufträge, Margen oder Projektlaufzeiten infrage stellen.

Der Rückgang auf zeitweise unter 1.000 Euro ist deshalb nicht nur eine Reaktion auf ein einzelnes Projekt. Er fällt in eine Phase, in der Investoren die Bewertung des Konzerns, die Umsetzbarkeit großer Rüstungsaufträge und politische Beschaffungsentscheidungen neu gewichten. Gerade Marineprojekte gelten als komplex, teuer und anfällig für Verzögerungen. Das F126-Programm war bereits zuvor wegen Zeitplan, Kosten und Zuständigkeiten belastet.

Keine Kursprognose, aber klare Marktreaktion

Eine Kursprognose lässt sich aus dem Einbruch nicht ableiten. Belastbar ist, dass Rheinmetall am Mittwoch deutlich stärker fiel als der Gesamtmarkt und dass Finanzmarktteilnehmer den Bericht über das mögliche F126-Aus als wichtigen Belastungsfaktor werteten. Ebenso belastbar ist, dass Rheinmetall über NVL inzwischen direkt im militärischen Schiffbau aktiv ist und sich Hoffnungen auf eine größere Rolle im F126-Programm gemacht hatte.

Ob die Bundesregierung das Projekt tatsächlich endgültig beendet, welche vertraglichen Folgen daraus entstehen und wie hoch ein möglicher wirtschaftlicher Effekt für Rheinmetall wäre, war zunächst nicht abschließend geklärt. Für die Börse reichte die Unsicherheit aus, um die Aktie massiv unter Druck zu setzen.

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