Noroviren in Beeren möglich: Das ist jetzt zu beachten

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Ein bundesweiter Rückruf von tiefgefrorenen Beerenmischungen sorgt aktuell für Aufmerksamkeit. Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost warnt vor mehreren Produkten, die bei Lidl, Aldi Nord, Aldi Süd und Netto Marken-Discount verkauft wurden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die betroffenen Beeren Noroviren enthalten. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die aufgeführten Packungen deshalb nicht verzehren.

Daneben wurden im Juli zwei regionale Ausbruchsgeschehen bekannt. Nach dem Besuch des Naturfreibads in Ennigerloh im Kreis Warendorf meldeten rund 200 Menschen Magen-Darm-Beschwerden. Das Gesundheitsamt bestätigte bei zehn Erkrankten Noroviren. Ein Zusammenhang mit dem Freibadbesuch wurde untersucht. Bei einem Musikfestival in Ferropolis in Sachsen-Anhalt erkrankten nach Behördenangaben rund 60 Menschen. Auch dort wurden Noroviren nachgewiesen. Die genaue Quelle des Ausbruchs blieb zunächst offen.

Welche Tiefkühlbeeren vom Rückruf betroffen sind

Der aktuelle Rückruf betrifft 300-Gramm-Packungen verschiedener Bio-Beerenmischungen. Bei Lidl wird die „Freshona Bio Beerenmischung erntefrisch tiefgefroren“ zurückgerufen. Nach einer Erweiterung gilt der Rückruf deutschlandweit. Betroffen sind Packungen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 22. Februar 2028, 23. Februar 2028, 2. März 2028, 14. April 2028, 17. April 2028 und 18. April 2028. Entscheidend sind zusätzlich die vom Hersteller genannten Chargennummern.

Bei Aldi Nord und Aldi Süd betrifft die Warnung die tiefgefrorene „Bio Beerenmischung Bio“ mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 21., 22. und 23. März 2028. Bei Netto Marken-Discount wird die „Bio Beerenmischung BioBio“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 26. März 2028 und der Charge L270326B3 zurückgerufen.

Die betroffenen Produkte können in den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird den Angaben zufolge auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Andere Packungen sollten anhand der Produktbezeichnung, des Mindesthaltbarkeitsdatums und gegebenenfalls der Chargennummer sorgfältig von der zurückgerufenen Ware unterschieden werden.

Wie sich Noroviren übertragen

Noroviren sind hoch ansteckende Erreger einer akuten Gastroenteritis. Erkrankte scheiden große Mengen der Viren über den Stuhl und das Erbrochene aus. Bereits eine geringe Erregermenge kann für eine Infektion ausreichen.

Die Übertragung erfolgt häufig direkt von Mensch zu Mensch. Viren können außerdem über verunreinigte Hände, Toiletten, Türgriffe, Wasserhähne oder andere Oberflächen in den Mund gelangen. Beim Erbrechen können sich zudem feine virushaltige Tröpfchen in der Luft verteilen.

Auch belastete Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser kommen als Übertragungsweg infrage. Lebensmittel können bereits während ihrer Herstellung oder Verarbeitung verunreinigt werden. Sie können aber auch durch erkrankte Personen kontaminiert werden, die Speisen zubereiten. Tiefgefrieren tötet Noroviren nicht zuverlässig ab. Deshalb dürfen ausdrücklich zurückgerufene Tiefkühlbeeren nicht gegessen oder lediglich wieder eingefroren werden.

Symptome beginnen häufig sehr plötzlich

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel etwa sechs Stunden bis zwei Tage. Typisch ist ein plötzlich einsetzender Brechdurchfall mit heftigem Erbrechen und wässrigem Durchfall. Hinzukommen können Übelkeit, Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Mattigkeit und leicht erhöhte Körpertemperatur.

Nicht jede erkrankte Person entwickelt alle Beschwerden. Bei manchen Betroffenen steht das Erbrechen im Vordergrund, bei anderen der Durchfall. Die Symptome klingen bei ansonsten gesunden Menschen meistens nach ein bis drei Tagen ab. Der Flüssigkeitsverlust kann jedoch erheblich sein.

Auch nachdem die Beschwerden verschwunden sind, können Erkrankte weiterhin Noroviren ausscheiden. Eine besonders sorgfältige Hand- und Toilettenhygiene bleibt deshalb noch mindestens zwei Tage nach dem Ende der Symptome wichtig. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Viren im Einzelfall sogar über einen längeren Zeitraum mit dem Stuhl ausgeschieden werden können.

Behandlung konzentriert sich auf Flüssigkeit und Salze

Eine gezielte antivirale Standardtherapie gegen eine Norovirus-Infektion gibt es nicht. Die Behandlung besteht hauptsächlich darin, den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Erkrankte sollten regelmäßig kleine Mengen trinken. Geeignet sind beispielsweise Wasser, Tee oder verdünnte Säfte. Elektrolytlösungen aus der Apotheke können vor allem bei stärkerem Durchfall oder Erbrechen sinnvoll sein.

Leicht verdauliche Nahrung kann wieder aufgenommen werden, sobald sie vertragen wird. Antibiotika helfen bei einer reinen Norovirus-Infektion nicht, da sie gegen Bakterien und nicht gegen Viren wirken. Medikamente gegen Erbrechen oder Durchfall sollten insbesondere bei Kindern, älteren Menschen, Schwangeren oder Personen mit Vorerkrankungen nicht ohne medizinischen Rat eingesetzt werden.

Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn Betroffene kaum Flüssigkeit behalten können, ungewöhnlich schläfrig oder verwirrt wirken, Kreislaufprobleme entwickeln oder deutlich weniger Urin ausscheiden. Auch Blut im Stuhl, starke Schmerzen, hohes Fieber oder länger anhaltende Beschwerden müssen medizinisch abgeklärt werden. Besonders gefährdet durch Austrocknung sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Mit konsequenter Hygiene weitere Infektionen verhindern

Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Die Hände sollten besonders nach dem Toilettengang, nach dem Wechseln von Windeln, vor der Zubereitung von Lebensmitteln und vor dem Essen gereinigt werden. Erkrankte sollten möglichst eine eigene Toilette benutzen. Ist das nicht möglich, müssen Toilettensitz, Spültaste, Wasserhähne, Waschbecken und Türgriffe regelmäßig gereinigt werden.

Erbrochenes und Stuhl sollten möglichst rasch beseitigt werden. Einmalhandschuhe können dabei zusätzlichen Schutz bieten. Anschließend müssen die Hände sorgfältig gewaschen werden. Verschmutzte Handtücher, Bettwäsche und Kleidung sollten getrennt gesammelt und bei der höchstmöglichen für das Material geeigneten Temperatur gewaschen werden.

Erkrankte dürfen keine Speisen für andere Personen zubereiten. Beschäftigte, die beruflich mit Lebensmitteln arbeiten, müssen besondere infektionsschutzrechtliche Vorgaben beachten. Kinder unter sechs Jahren dürfen Gemeinschaftseinrichtungen während einer ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung vorübergehend nicht besuchen. Für die Rückkehr gelten die Vorgaben der Einrichtung und des zuständigen Gesundheitsamts.

Der aktuelle Rückruf bedeutet nicht, dass jede Packung Noroviren enthält oder dass jede Person nach dem Verzehr erkrankt. Wer ein betroffenes Produkt besitzt, sollte es jedoch vorsorglich nicht essen. Treten nach dem Verzehr plötzlich Erbrechen und Durchfall auf, sollte besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und den Schutz anderer Haushaltsmitglieder geachtet werden.

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