
Elefant, Tiger & Co. läuft heute, Dienstag, 28. Juli 2026, von 16.10 bis 17.00 Uhr im Ersten. Gezeigt wird die Folge „Ruhig Blut, Kala!“. Im Mittelpunkt der 538. Langfassung stehen mehrere bevorstehende Abschiede, ein verwaistes Elefantenkalb, eine misstrauische Tigerin und ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk für Löwin Kigali. Bei der Ausstrahlung handelt es sich um eine Wiederholung: Die Folge wurde erstmals am 10. Mai 2025 gezeigt.
Kala ist ein junges Okapiweibchen und zum Zeitpunkt der Dreharbeiten etwa anderthalb Jahre alt. Für sie endet in dieser Ausgabe die Kindheit im Leipziger Elternstall. Kala soll in den Zoo Breslau, das heutige Wrocław, gebracht werden. Dort soll sie später selbst für Nachwuchs sorgen und damit Teil des europäischen Erhaltungszuchtprogramms für die seltenen Waldgiraffen werden. Bevor die Reise beginnen kann, muss das sensible Tier jedoch freiwillig eine Transportkiste betreten.
Die Tierpflegerinnen Anita Färber und Irina Frink haben Kala über Wochen auf diesen Moment vorbereitet. Das Training soll verhindern, dass das Okapi am Abreisetag unter unnötigen Stress gerät. Kala kennt die Kiste und hat gelernt, sich ihr schrittweise zu nähern. Verlässlich ist sie deshalb noch lange nicht: Das Okapimädchen zeigt einen ausgeprägten eigenen Willen. Die entscheidende Frage der Folge lautet daher, ob Kala ausgerechnet beim tatsächlichen Transport ruhig bleibt und das Geübte umsetzt.
Auch im Schneeleopardengehege steht ein Abschied im Mittelpunkt. Tierpfleger Steffen Tucholski hatte ursprünglich eine Beschäftigung für Laura vorbereitet, die 18 Jahre alt werden sollte. Dazu kommt es nicht mehr: Die Schneeleopardin ist vier Wochen zuvor gestorben. Ihr langjähriger Partner Onegin lebt nun allein in der Anlage.
Das vorbereitete Geschenk wird dennoch verwendet. Onegin soll sich damit beschäftigen, und zugleich steht die Szene im Zeichen der Erinnerung an Laura. Die Tiergeschichte zeigt eine der ernsteren Seiten des Zooalltags, die Elefant Tiger & Co. regelmäßig dokumentiert: Langjährige Beziehungen entstehen nicht nur zwischen Pflegern und Tieren, sondern auch innerhalb der Tiergruppen. Der Tod eines Tieres verändert deshalb Routinen, Haltungsbedingungen und häufig auch das Verhalten des zurückbleibenden Partners.
Bei den Asiatischen Elefanten richtet sich der Blick auf ein Jungtier, das kurz zuvor am Nabel operiert worden ist. Das Kalb wurde von seiner Mutter Hoa nicht angenommen und wird deshalb von anderen Elefantenkühen der Herde betreut. Nur wenige Tage nach dem Eingriff bewegt es sich wieder auf der Außenanlage und sucht die Nähe seiner Tanten. Elefantenpfleger Holger Wust wertet die schnelle Rückkehr in die Gruppe als Zeichen für den Überlebenswillen des Jungtiers.
Hoa hält sich währenddessen abseits ihres Kalbes auf. Hinter den Kulissen trainiert sie andere Abläufe mit den Pflegern. Die Folge stellt damit zwei parallele Entwicklungen gegenüber: Während das Jungtier körperlich wieder zu Kräften kommt und Anschluss an die Ersatzmütter findet, bleibt die Distanz zur leiblichen Mutter bestehen. Die Dokumentation verzichtet dabei auf eine einfache Versöhnungsgeschichte und zeigt stattdessen, wie das Pflegerteam mit einer schwierigen familiären Situation innerhalb der Herde umgeht.
Auch die zweijährige Tigerin Lenya soll den Zoo Leipzig verlassen. Ihr Ziel liegt deutlich weiter entfernt: Die Raubkatze soll nach Japan gebracht werden. Tierpfleger Dennis Hochgreve trainiert deshalb täglich mit ihr das Betreten der Transportkiste. Anders als bei Kala können die Pfleger einer ausgewachsenen Tigerin nicht direkt helfen, falls sie im entscheidenden Moment die Mitarbeit verweigert.
Lenya reagiert misstrauisch. Obwohl sie zwei Fastentage hinter sich hat, lässt sie sich von den angebotenen Rindfleischstücken nicht sofort überzeugen. Sie nähert sich der Kiste nur langsam, faucht und prüft jeden Schritt. Das Training lebt von Geduld und positiver Verstärkung. Zwang würde die Skepsis der Tigerin eher vergrößern und könnte den späteren Transport zusätzlich erschweren. Die Folge macht damit anschaulich, wie aufwendig ein Zootiertransfer vorbereitet werden muss.
Für einen leichteren Abschluss sorgt Löwin Kigali. Zu ihrem fünften Geburtstag organisiert Tierpfleger Jörg Gräser eine besondere Überraschung. Er fährt durch den Zoo, um eine Giraffe zu besorgen. Gemeint ist allerdings kein echtes Tier, sondern ein als Giraffe gestaltetes Futterobjekt, das Kigali beschäftigen und ihren Jagd- sowie Erkundungstrieb anregen soll.
Elefant, Tiger & Co. begleitet den Zoo Leipzig seit 2002. Nach zwölf kurzen Beiträgen innerhalb der Reihe „Hierzulande“ wurde das Format am 1. April 2003 zu einer eigenständigen Sendung. Sprecher Christian Steyer prägt die Reihe seit vielen Jahren mit seiner markanten Erzählweise. Neue Ausgaben laufen regulär freitags um 19.50 Uhr im MDR; viele Folgen stehen anschließend in der ARD Mediathek.
Der Zoo selbst umfasst sechs Erlebniswelten. Dazu gehören Gondwanaland mit tropischen Lebensräumen aus Afrika, Asien und Südamerika sowie Pongoland, wo Gorillas, Bonobos, Schimpansen und Orang-Utans leben. Aktuell meldet der Zoo unter anderem zwei Jungtiere bei den Roten Pandas, Nachwuchs bei den Riesenottern und ein im Juni geborenes Rothschildgiraffen-Kalb. Damit setzt sich die Mischung aus Tiergeburten, Transfers, medizinischer Betreuung und Abschieden fort, von der auch die heutige Folge erzählt.
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