
Hertha BSC und Michal Karbownik gehen ab Sommer getrennte Wege. Wie der Berliner Zweitligist am Montag, 8. Juni 2026, mitteilte, verlässt der polnische Außenverteidiger den Verein mit Auslaufen seines Vertrags zum 30. Juni. Eine Verlängerung kommt nicht zustande. Der 25-Jährige war im August 2023 von Brighton & Hove Albion nach Berlin gewechselt und absolvierte seitdem 79 Pflichtspiele für Hertha.
Sportgeschäftsführer Benjamin Weber bestätigte den Abgang in der Vereinsmitteilung mit klaren Worten. Man sei mit Michal Karbownik in einem transparenten und offenen Austausch über seine sportliche Zukunft gewesen. Nun habe der Spieler entschieden, seine Laufbahn an einem anderen Standort fortzusetzen. Hertha bedankte sich ausdrücklich für seine Leistungen im blau-weißen Trikot.
Damit verliert der Hauptstadtclub einen defensiv flexibel einsetzbaren Spieler ohne Ablöse. Der Grund ist einfach: Karbowniks Vertrag läuft am 30. Juni 2026 aus. Weil keine Verlängerung vereinbart wurde, kann er den Verein anschließend frei verlassen. Für Hertha bedeutet das sportlich einen weiteren Einschnitt, wirtschaftlich aber keinen Transfererlös.
Karbownik stammt aus der Nachwuchsarbeit von Legia Warschau. Dort gelang ihm der Sprung in den Profifußball. Im August 2019 debütierte er als 18-Jähriger in der polnischen Ekstraklasa. Für Legia kam er auf Einsätze in Liga, Pokal und Europapokal, ehe Brighton & Hove Albion im Oktober 2020 zuschlug.
In England setzte sich Karbownik nicht dauerhaft durch. Brighton verlieh ihn zunächst zu Olympiakos Piräus und später zu Fortuna Düsseldorf. Bei der Fortuna sammelte er in der Saison 2022/23 bereits Erfahrung in der 2. Bundesliga. Hertha verpflichtete ihn im August 2023 von Brighton und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2026 aus. Schon damals hob Benjamin Weber seine Vielseitigkeit hervor, weil Karbownik auf beiden Außenverteidigerseiten und auch im Mittelfeld eingesetzt werden kann.
In der abgelaufenen Zweitliga-Saison gehörte Karbownik unter Trainer Stefan Leitl regelmäßig zum Stammpersonal. Nach Daten der Bundesliga kam er in der Saison 2025/26 auf 26 Ligaeinsätze, ohne Tor, aber mit zwei Vorlagen. Wettbewerbsübergreifend standen laut dpa-Bericht 30 Pflichtspiele zu Buche. Häufig spielte der Pole über die volle Distanz.
Seine Rolle war dabei nicht auf klassische Defensivarbeit begrenzt. Karbownik brachte Tempo, Ballsicherheit und Flexibilität in Herthas Spiel. Gerade in einer Saison, in der die Berliner ihre Aufstiegsziele verfehlten und defensiv mehrfach umbauen mussten, war seine Verlässlichkeit ein Faktor. Sein Abschied vergrößert nun den Handlungsbedarf auf den Außenverteidigerpositionen.
Wohin Karbownik wechselt, ist offiziell noch nicht bekannt. Laut Kicker beschäftigte sich auch Widzew Lodz mit dem viermaligen polnischen Nationalspieler, der ablösefrei zu haben ist. In Polen wurde zuletzt über eine Rückkehr in die Ekstraklasa berichtet. Gleichzeitig kursieren Berichte über Interesse aus der Türkei, unter anderem aus Istanbul. Belastbar bestätigt ist ein neuer Verein aber nicht.
Konkrete Hinweise auf einen Wechsel nach Italien lagen zunächst nicht vor. Deshalb bleibt der Markt für Karbownik offen. Seine Ausgangslage ist dennoch klar: Als ablösefreier Außenverteidiger im besten Fußballeralter ist er für mehrere Ligen interessant. Für Hertha endet die Personalie dagegen ohne Verhandlungsspielraum, weil der auslaufende Vertrag dem Spieler die freie Wahl ermöglicht.
Der Abgang passt in einen größeren Umbruch bei Hertha BSC. Nach einer enttäuschenden Saison 2025/26 bleibt der Verein ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga. Gleichzeitig stehen die Berliner wirtschaftlich unter Druck. Berichten zufolge muss Hertha mit knappen Mitteln planen und Transfererlöse erzielen. In dieser Lage wiegt jeder ablösefreie Abgang doppelt: Der Kader verliert Qualität, ohne dass Geld für Ersatzspieler in die Kasse kommt.
Für Hertha beginnt die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 mit mehreren offenen Baustellen. Die linke Abwehrseite gehört nach Karbowniks Abschied dazu. Der Verein muss entscheiden, ob er intern nachrückt, junge Spieler stärker einbindet oder auf dem Transfermarkt nach einer günstigen Lösung sucht. Klar ist: Der nächste Anlauf in der 2. Bundesliga wird auch davon abhängen, ob Hertha trotz wirtschaftlicher Einschränkungen einen stabilen und ausgewogenen Kader formen kann.
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