
Der Berufsbildungsbericht 2026 ist veröffentlicht: Bundesbildungsministerin Karin Prien stellte am 6. Mai 2026 die neuesten Zahlen zum deutschen Ausbildungsmarkt im Bundeskabinett vor. Die Ergebnisse zeichnen ein gemischtes, teilweise alarmierendes Bild. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist gesunken, während immer mehr Jugendliche auf der Suche nach einem geeigneten Platz leer ausgehen. Gleichzeitig bleiben Tausende Stellen unbesetzt – ein Paradox, das die Politik vor große Herausforderungen stellt.
Der Berufsbildungsbericht 2026 macht deutlich, dass der Ausbildungsmarkt unter erheblichem Druck steht. Stichtag für die erhobenen Daten war der 30. September 2025. Das Ausbildungsstellenangebot ist auf 530.300 Stellen gesunken – ein Minus von 25.300 Stellen beziehungsweise 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System lag bei 476.700 Stellen, was einem Rückgang von 2,1 Prozent entspricht.
Auf der Bewerberseite zeigt sich ein anderes Bild: Die traditionelle Ausbildungsnachfrage ist leicht auf 515.800 zurückgegangen (-0,3 Prozent), während die erweiterte Nachfrage auf 560.300 Stellen leicht angestiegen ist (+0,3 Prozent). Besonders besorgniserregend ist der Anstieg bei den Jugendlichen, die am Ende des Berichtszeitraums noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren: 84.400 Bewerberinnen und Bewerber – das sind 14.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der unversorgt Gebliebenen stieg auf 39.900 Jugendliche, ein Anstieg von rund 28 Prozent.
Ein scheinbarer Widerspruch prägt den Berufsbildungsbericht 2026: Trotz sinkenden Angebots blieben laut Bericht 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das allerdings einem Rückgang von 15.000 unbesetzten Stellen beziehungsweise 21,6 Prozent. Das zeigt: Das Problem liegt weniger im absoluten Mangel an Angeboten, sondern vielmehr in der mangelnden Passung zwischen Angebot und Nachfrage.
Regionale Unterschiede und eine ungleiche Verteilung auf Berufsfelder verschärfen die Situation zusätzlich. In beliebten Ausbildungsberufen bleiben viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, während es in anderen Branchen weiterhin offene Stellen gibt. Auf dem Arbeitsmarkt 2026 spüren auch Young Professionals den Stelleneinbruch – ein Trend, der das gesamte Beschäftigungssystem in Deutschland betrifft und die Dringlichkeit von Reformen unterstreicht.
Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichts 2026 auch positive Aspekte: 79 Prozent der Auszubildenden seien 2024 nach Abschluss ihrer Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen worden. Damit biete die duale Ausbildung nach wie vor eine verlässliche und attraktive Perspektive für eine stabile Berufsbiografie.
Um den negativen Entwicklungen entgegenzusteuern, startete das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) 2026 die Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB). Die Initiative setzt an mehreren Punkten gleichzeitig an: verbesserte Berufsorientierung für unterschiedliche Schulformen, attraktivere Arbeits- und Lernbedingungen in der Ausbildung sowie gleichwertige Karrierewege zwischen akademischer und beruflicher Bildung. Auch das Kita-Investitionsprogramm 2026 der Bundesregierung zielt darauf ab, Bildungsgrundlagen bereits in frühen Jahren zu legen und Familien zu entlasten.
Die Gewerkschaft ver.di reagierte auf den Berufsbildungsbericht 2026 mit deutlicher Kritik und forderte von Arbeitgebern und Politik erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Ausbildungsmarktlage. Da rund 40.000 junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen seien, sei die bundesweite Einführung einer Ausbildungsumlage dringend erforderlich, um wieder mehr Betriebe zur Ausbildung zu motivieren.
Die SPD-Bundestagsfraktion betonte hingegen, es mangele nicht grundsätzlich an Angeboten oder Nachfrage, sondern vor allem an der Passung. Deshalb müsse die Berufsorientierung frühzeitig gestärkt und junge Menschen gezielter bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf begleitet werden. Politisch dürfte der Berufsbildungsbericht 2026 damit zum Ausgangspunkt weiterer bildungspolitischer Debatten im Bundestag werden.
Quellen: BMBFSFJ, Bundesregierung, SPD-Bundestagsfraktion, ver.di Presseportal
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu