
Der BioNTech Stellenabbau trifft den Pharmastandort Marburg hart: Das Tübinger mRNA-Unternehmen schließt sein Werk in Marburg und baut konzernweit rund 1.860 Stellen ab. Allein in Hessen sind etwa 540 Beschäftigte betroffen. Gewerkschaften und Betriebsräte haben bereits entschiedenen Widerstand angekündigt.
BioNTech hat angekündigt, seinen Produktionsstandort in Marburg bis Ende 2027 zu schließen. Das Werk war während der Corona-Pandemie zu einem der größten mRNA-Produktionsstandorte in Europa ausgebaut worden. Neben Marburg betrifft die Restrukturierung auch die Standorte in Idar-Oberstein und Singapur sowie mehrere Standorte des im Dezember 2025 für rund 1,25 Milliarden US-Dollar übernommenen Unternehmens CureVac. Die Herstellung des Covid-Impfstoffs wird laut Unternehmensangaben vollständig an den US-Pharmariesen Pfizer übertragen.
Der BioNTech Stellenabbau trifft eine Region, die stark auf den Pharmasektor ausgerichtet ist. Der Marburger Standort war jahrelang ein wichtiger Arbeitgeber in Mittelhessen. Nun sehen sich hunderte Fachkräfte mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Auch in anderen Industriebereichen kämpfen Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze – ähnliche Entwicklungen zeigen sich etwa bei Automobilherstellern wie VW in Zwickau, wo Sparpläne ebenfalls Tausende Jobs bedrohen.
Konzernweit sollen bei BioNTech laut Unternehmensangaben bis zu 1.860 Stellen wegfallen. Die größten Einschnitte betreffen die Produktionswerke, die in der Hochphase der Pandemie für die Massenherstellung des mRNA-Impfstoffs aufgebaut worden waren. Mit dem Ende des akuten Bedarfs an COVID-Impfstoffen soll die Nachfrage nach Angaben von Analysten deutlich gesunken sein – was den Konzern zu einem grundlegenden Umbau seiner Fertigungskapazitäten veranlasst haben soll.
In Marburg sind nach derzeitigem Stand rund 540 Stellen von der Schließung bedroht. Zusätzlich sind die CureVac-Standorte betroffen, die BioNTech erst im Dezember 2025 übernommen hatte. CureVac-Aktien wurden am 16. Januar 2026 von der Nasdaq delistet. Die Übernahme war als strategischer Schritt zur Stärkung der mRNA-Technologiebasis gedacht – nun werden die integrierten Standorte offenbar ebenfalls aufgegeben.
Im Kontext der laufenden Kassenreform 2026 und der Diskussion über die Zukunft des deutschen Gesundheitssektors wirft der BioNTech Stellenabbau Fragen über die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Pharmaindustrie auf.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) reagierte mit scharfer Kritik auf die Ankündigung. Gewerkschaftsvertreter bezeichneten die geplanten Werksschließungen als Kahlschlag und warfen BioNTech gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit vor. Im Konzern hätten offenbar endgültig die Rechenschieber das Regiment übernommen, hieß es von Gewerkschaftsseite.
Die Betriebsräte der betroffenen Standorte kündigten entschiedenen Widerstand an und bezeichneten die Pläne als inakzeptabel und verantwortungslos. Am 4. März 2026 gingen rund 3.000 bis 4.000 Menschen in Marburg auf die Straße, um gegen den Jobabbau bei BioNTech und CSL Behring zu demonstrieren. Der Protest zeigte: Die Belegschaft will die Schließung nicht hinnehmen.
Der BioNTech Stellenabbau steht im direkten Zusammenhang mit dem Ende der COVID-Hochphase. Während das Unternehmen in den Jahren 2021 und 2022 Milliardengewinne einfuhr, ist die Nachfrage nach mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 seither stark zurückgegangen. BioNTech möchte sich künftig stärker auf die Entwicklung von Krebstherapien auf mRNA-Basis konzentrieren – ein Bereich, in dem das Unternehmen mehrere vielversprechende Kandidaten in der klinischen Pipeline hat.
Die Übernahme von CureVac sollte ursprünglich die mRNA-Technologiebasis stärken. Dass die integrierten Standorte nun ebenfalls vor der Schließung stehen, zeigt, wie stark das Unternehmen seine Strukturen verschlankt. Der BioNTech Stellenabbau ist damit ein deutliches Signal: Der Boom des Pandemiebooms ist vorbei – der Umbau des Konzerns läuft auf Hochtouren.
Quellen: hessenschau.de, finanznachrichten.de, infranken.de, aerztezeitung.de
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