Ölpreis gibt trotz neuer Kämpfe zeitweise deutlich nach

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der Ölmarkt hat am Mittwoch zunächst gegen die übliche Logik gehandelt: Obwohl sich die militärischen Spannungen zwischen den USA und Iran erneut verschärften, gerieten die Notierungen zeitweise unter Druck. Brent-Öl verbilligte sich nach Reuters-Angaben gegen 17.43 Uhr MESZ um 1,11 Dollar oder 1,31 Prozent auf 83,62 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor 81 Cent auf 78,53 Dollar. Später holten beide Referenzsorten einen Teil der Verluste wieder auf. 0turn639496search11

US-Lagerdaten bremsen den Ölpreis

Auslöser des Rückgangs waren vor allem neue Lagerdaten aus den Vereinigten Staaten. Die US-Energiebehörde EIA meldete für die Woche bis zum 10. Juli einen Rückgang der kommerziellen Rohölbestände um knapp 1,7 Millionen Barrel. Reuters zufolge war ein stärkerer Abbau um 2,6 Millionen Barrel erwartet worden. Die Bestände sanken damit von 411,36 Millionen auf 409,67 Millionen Barrel. Gleichzeitig stiegen die Vorräte an Destillaten, zu denen Diesel und Heizöl gehören, kräftig von 103,62 Millionen auf 108,18 Millionen Barrel. Das dämpfte Sorgen vor einer kurzfristig angespannten Versorgungslage. EIA-Daten lieferten ebenfalls keinen Hinweis auf einen akuten Engpass. Die US-Rohölförderung blieb mit rund 13,86 Millionen Barrel pro Tag nahezu unverändert. Die Raffinerien erhöhten ihre Auslastung auf 96,2 Prozent und verarbeiteten gut 17,1 Millionen Barrel täglich. Zwar gingen die Benzinvorräte um rund 1,5 Millionen Barrel zurück, der deutliche Aufbau bei den Destillaten wirkte jedoch preisdämpfend. ang war nur eine Momentaufnahme

Der Brent-Kurs von 83,62 Dollar war kein Tagesabschluss, sondern ein Reuters-Zwischenstand aus dem laufenden Handel. Spätere Marktdaten zeigten Brent wieder bei knapp 85 Dollar und WTI bei rund 79,60 Dollar. Der Richtungswechsel unterstreicht, wie nervös der Markt derzeit auf neue Informationen reagiert. Bereits am Dienstag waren die Ölpreise laut Reuters um rund zwei Prozent auf den höchsten Stand seit etwa einem Monat gestiegen. gung vom Mittwoch lässt sich deshalb teilweise auch als Gegenreaktion auf die vorherigen Kursgewinne einordnen. Händler wägen fortlaufend zwei gegensätzliche Faktoren ab: mögliche Lieferausfälle im Persischen Golf und Fundamentaldaten wie Lagerbestände, Förderung und Nachfrage. Schon kleine Veränderungen bei diesen Erwartungen können derzeit deutliche Ausschläge auslösen.

Straße von Hormus bleibt das größte Risiko

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Straße von Hormus. Vor Ausbruch des Krieges passierte nach Reuters-Angaben etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasaufkommens diese Meerenge. Die USA hatten eine Blockade iranischer Häfen erneut in Kraft gesetzt und weitere Angriffe auf militärische Ziele nahe der strategischen Wasserstraße gemeldet. Iran drohte seinerseits mit Maßnahmen gegen zusätzliche Exportwege. ger anhaltende Behinderung des Schiffsverkehrs könnte rasch wieder einen höheren Risikoaufschlag auslösen. Goldman Sachs hielt laut Reuters einen Brent-Preis von mehr als 110 Dollar im vierten Quartal für möglich, falls sich die Ölexporte aus der Golfregion nicht erholen. Die EIA erwartet in ihrem Basisszenario dagegen, dass ein steigendes Angebot und spätere Lageraufbauten die Preise mittelfristig drücken. Anfang Juli prognostizierte die Behörde für das dritte Quartal durchschnittlich 74 Dollar je Barrel. kt bleibt von Schlagzeilen abhängig

Der zeitweise Rückgang trotz neuer Angriffe bedeutet daher nicht, dass sich die Lage im Nahen Osten entspannt hat. Er zeigt vielmehr, dass der Markt militärische Meldungen nicht isoliert bewertet. Solange keine dauerhafte Unterbrechung wichtiger Lieferströme erkennbar ist, können Lagerdaten oder hohe Produktionszahlen geopolitische Risiken zeitweise überlagern.

Für Anleger, Unternehmen und Verbraucher bleibt die Entwicklung dennoch schwer berechenbar. Eine neue Meldung über Tanker, Häfen oder Angriffe kann die Notierungen binnen kurzer Zeit wieder nach oben treiben. Solange die Schifffahrt durch die Straße von Hormus unsicher bleibt, dürfte der Ölpreis stark schwanken und besonders empfindlich auf politische Nachrichten reagieren.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu