
Auf dem Cannstatter Wasen laufen die Vorbereitungen für eines der größten Volksfeste Deutschlands. Das Cannstatter Volksfest 2026 beginnt am Freitag, 25. September, und dauert bis Sonntag, 11. Oktober. Damit stehen in Stuttgart erneut 17 Festtage mit Fahrgeschäften, Festzelten, Marktständen und mehreren Millionen erwarteten Gästen bevor. Es ist die 179. Ausgabe des Traditionsfestes, dessen Geschichte bis ins Jahr 1818 zurückreicht.
Am Eröffnungstag nehmen die Fahrgeschäfte nach Angaben der Veranstalter bereits um 15 Uhr den Betrieb auf. Die offizielle Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr in Wilhelmer’s SchwabenWelt. Traditionell eröffnet der Stuttgarter Oberbürgermeister das Volksfest mit dem Fassanstich. Erst danach startet der reguläre Bierausschank in den Festzelten. An den folgenden Tagen öffnet der Wasen montags bis freitags um 12 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 Uhr. Von Sonntag bis Donnerstag endet der Festbetrieb regulär um 23 Uhr, freitags und samstags um Mitternacht.
Der Veranstalter in.Stuttgart kündigt für das Cannstatter Volksfest rund 300 Schausteller, Wirte und Marktkaufleute an. Dazu gehören Fahrgeschäfte, Imbissbetriebe, Spielgeschäfte, der Krämermarkt sowie acht große Festzelte. Auf der offiziellen Liste stehen die Zelte von Sonja Merz, Weller’s Klauss & Klauss, Fürstenberg, Göckelesmaier, Beim Benz, SchwabenWelt und Wasenwirt sowie die Almhütte Royal.
Zu den auffälligsten Veränderungen gehört in diesem Jahr das Wahrzeichen des Festes. Die Fruchtsäule wurde nach mehr als 50 Jahren technisch erneuert. Ihr bisheriger Korpus wurde durch eine langlebige Stahlkonstruktion ersetzt. Das äußere Erscheinungsbild orientiert sich weiterhin am historischen Vorbild. Die rund 26 Meter hohe Säule bleibt damit zentraler Treffpunkt auf dem Wasengelände.
Auch bei den Fahrgeschäften gibt es Veränderungen. Nach Angaben des Veranstalters sind mehr als zehn Attraktionen neu auf dem Volksfest vertreten. Dazu zählt das rund 65 Meter hohe Riesenrad City Star. Ebenfalls angekündigt ist die Wilde Maus XXL. Ergänzt wird das Angebot durch klassische Volksfestgeschäfte wie Autoskooter, Geisterbahnen, Kettenflieger, Rutschen und den Freifallturm Fortress Tower.
Insgesamt setzt der Wasen damit erneut auf eine Mischung aus großen modernen Fahrgeschäften und traditionellen Angeboten. Der Eintritt auf das Festgelände bleibt frei. Bezahlt werden die einzelnen Fahrten, Speisen und Getränke. Für Familien gibt es am 30. September und am 7. Oktober zwei Familientage. Ab 12 Uhr sollen Schausteller, Gastronomen und Händler dann bei zahlreichen Angeboten reduzierte Preise verlangen.
Bei den Getränkepreisen zeichnet sich für 2026 erneut ein Anstieg ab. Einen einheitlichen Bierpreis gibt es auf dem Cannstatter Volksfest nicht, weil die Festwirte ihre Preise selbst festlegen. Laut veröffentlichter Getränkekarte des Wasenwirts kostet die Maß Stuttgarter Hofbräu Volksfestbier in diesem Jahr 14,80 Euro inklusive Bedienungsgeld. Im Fürstenbergzelt liegt der angekündigte Preis ebenfalls bei 14,80 Euro.
Göckelesmaier hat für die Maß Wulle einen regulären Preis von 15,40 Euro angekündigt. Von Montag bis Freitag gibt es dort zwischen 12 und 15 Uhr ein günstigeres Mittagsangebot. Im Festzelt Beim Benz liegt der veröffentlichte Preis für einen Liter Stuttgarter Hofbräu bei 15,60 Euro. Damit unterscheiden sich die Kosten je nach Zelt erneut deutlich. Noch nicht für sämtliche Festzelte lagen zum Wochenende endgültige reguläre Maßpreise vor.
Zum Vergleich: Beim Volksfest 2025 lagen die Preise nach Angaben der Festwirte je nach Zelt zwischen 14,40 und 15,20 Euro. Die Betreiber verweisen bei den aktuellen Anpassungen unter anderem auf höhere Ausgaben für Personal, Lebensmittel, Energie und Platzkosten.
Der Cannstatter Wasen gehört gemessen an seiner Besucherzahl zu den größten Volksfesten weltweit. Der Veranstalter rechnet auch 2026 mit rund vier Millionen Gästen. Wie stark das Fest tatsächlich besucht wird, hängt traditionell deutlich von Wetter, Wochenenden und Feiertagen ab. Im vergangenen Jahr kamen nach der offiziellen Abschlussbilanz rund 4,2 Millionen Menschen auf den Wasen.
Besonders stark besucht werden erfahrungsgemäß die Wochenenden sowie der Tag der Deutschen Einheit. Der 3. Oktober fällt 2026 auf einen Samstag. Hinzu kommt am ersten Festwochenende der traditionelle Volksfestumzug. Er beginnt am Sonntag, 27. September, um 11 Uhr und führt mit Festwagen, Trachtengruppen, Kapellen und weiteren Teilnehmern durch Bad Cannstatt zum Wasen.
Eine Besonderheit der diesjährigen Ausgabe ist das Landwirtschaftliche Hauptfest. Es findet vom 27. September bis 4. Oktober ebenfalls auf dem Cannstatter Wasen statt und wird nur alle vier Jahre veranstaltet. Die Landwirtschaftsmesse öffnet täglich von 9 bis 18 Uhr und nutzt einen erheblichen Teil des Areals. Präsentiert werden unter anderem Tiere, Landtechnik und Themen aus Landwirtschaft und Ernährung.
Dadurch stehen während des Volksfestes weniger Flächen für Parkplätze zur Verfügung. Der Veranstalter empfiehlt deshalb ausdrücklich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Stadtbahnlinien U11 und U19 bedienen während des Festes die Haltestelle Cannstatter Wasen, außerdem ist das Gelände vom Bahnhof Bad Cannstatt zu Fuß erreichbar.
Das Cannstatter Volksfest geht auf eine Initiative des württembergischen Königs Wilhelm I. und seiner Frau Katharina zurück. Nach schweren Missernten sollte das 1818 erstmals veranstaltete landwirtschaftliche Fest die Landwirtschaft fördern und neue Zuversicht schaffen. Aus dem damaligen Erntedankfest entwickelte sich über mehr als zwei Jahrhunderte eine Großveranstaltung mit internationaler Ausstrahlung.
2026 verbindet der Wasen erneut diese Tradition mit einem modernen Vergnügungspark, großen Festzelten und mehreren Sonderveranstaltungen. Nach dem Start am 25. September endet das 179. Cannstatter Volksfest am Sonntag, 11. Oktober.
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