
Bei Caren Miosga rückt am Sonntagabend die zentrale Frage der Berliner Regierungspolitik in den Mittelpunkt: Kriegt die schwarz-rote Koalition nach einem Jahr im Amt noch die Kurve? Die ARD-Talkshow läuft am 17. Mai 2026 um 21:45 Uhr im Ersten. Das Thema der Sendung lautet: Kriegt die Regierung die Kurve, Herr Söder? Im Studio diskutieren Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident Bayerns, die Unternehmerin Melanie Baum, Geschäftsführerin von Baum Zerspanungstechnik, sowie Gordon Repinski, Chefredakteur von Politico Deutschland.
Damit setzt die Sendung auf eine klassische politische Konstellation: ein führender Unionspolitiker, eine Stimme aus dem industriellen Mittelstand und ein Hauptstadtjournalist, der die strategische Lage der Koalition einordnet. Im Zentrum steht nicht nur die Frage, welche Reformen versprochen wurden, sondern auch, warum viele dieser Vorhaben noch nicht spürbar sind. Hohe Energiepreise, fehlende Planbarkeit für Betriebe, eine noch nicht beschlossene Steuerreform und ein schleppender Bürokratieabbau stehen auf der Agenda.
Ein Jahr nach Beginn der schwarz-roten Bundesregierung steht die Koalition unter erheblichem Erwartungsdruck. Die Regierung aus CDU, CSU und SPD hat das Versprechen abgegeben, wirtschaftliche Stärke, Handlungsfähigkeit und politische Stabilität zurückzugewinnen. Die öffentliche Bilanz fällt bislang ernüchternd aus. Diese Zahlen erklären, warum die Talkshow mehr ist als ein gewöhnlicher Sonntagsauftritt. Es geht um die Frage, ob die Regierung noch den Eindruck vermitteln kann, Probleme wirklich zu lösen.
Denn der Reformbedarf ist breit: Rente, Pflege, Steuern, Arbeitsmarkt, Bürokratie und Energiepolitik zählen zu den Feldern, auf denen die Koalition liefern muss. Zugleich kollidieren die politischen Interessen. Die Union drängt auf Entlastung und Wettbewerbsfähigkeit. Die SPD achtet stärker auf soziale Absicherung und Verteilungsgerechtigkeit. Beim Bürokratieabbau entscheidet sich, ob Reformpolitik bei Betrieben tatsächlich ankommt.
Markus Söder ist in dieser Debatte mehr als ein Landespolitiker. Als CSU-Chef ist er Teil der Unionsspitze und damit direkt in die Machtarchitektur der Bundesregierung eingebunden. Zugleich regiert er nicht in Berlin, sondern in Bayern. Diese Doppelrolle verschafft ihm politischen Spielraum. Er kann die Koalition antreiben, Forderungen zuspitzen und sich als Mahner wirtschaftlicher Vernunft positionieren, ohne selbst als Bundesminister für einzelne Reformprojekte verantwortlich zu sein.
Söder führt die CSU seit 2019 und ist seit 2018 Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Für die schwarz-rote Koalition ist das ambivalent. Einerseits braucht Kanzler Friedrich Merz die Geschlossenheit der Union. Andererseits erhöhen öffentliche Forderungen aus München den Druck auf Berlin. Wenn Söder mehr Tempo bei Steuerreform oder Bürokratieabbau verlangt, richtet sich das nicht nur an die SPD, sondern auch an die eigene Regierung. Genau darin liegt der Reiz des Miosga-Auftritts: Söder muss erklären, wie Kritik und Regierungsverantwortung zusammenpassen.
Melanie Baum bringt die Perspektive jener Unternehmen ein, die politisch oft als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. Für den Mittelstand zählt weniger, ob Reformen in Koalitionspapieren stehen. Entscheidend ist, ob sie in der Praxis ankommen: ob Genehmigungsverfahren kürzer werden, ob Steuern planbar sinken, ob Energiekosten handhabbar bleiben. Baum Zerspanungstechnik steht exemplarisch für die vielen Betriebe, die auf diese Antworten warten.
Gordon Repinski schließlich bringt den Berliner Blickwinkel ein. Als Chefredakteur von Politico Deutschland kennt er die taktischen Abläufe der Koalitionspolitik ebenso wie die öffentliche Wahrnehmung. Caren Miosga zeigt den Artikel um 21:45 Uhr im Ersten. Es ist eine Sendung, bei der die Frage nach dem Vertrauen in die Politik konkret wird, nicht im abstrakten Raum, sondern mit einer Unternehmerin, einem Regierungspartei-Chef und einem kritischen Journalisten am Tisch.
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