
Münster. Comcast will sein Mediengeschäft von seinem Technologie- und Verbindungsgeschäft trennen. Der US-Konzern kündigte am 29. Juni 2026 an, NBCUniversal und Sky über eine steuerfreie Abspaltung in eine eigene börsennotierte Gesellschaft zu überführen. Damit setzt Comcast die Comcast NBCUniversal Sky Abspaltung in Gang. Comcast-Aktionäre sollen nach Abschluss der Transaktion Anteile an beiden Unternehmen halten. Die Umsetzung ist nach Angaben des Konzerns innerhalb von etwa einem Jahr vorgesehen.
Das verbleibende Unternehmen Comcast soll sich auf Breitband, Mobilfunk, Geschäftskundendienste und Entertainment-Plattformen konzentrieren. Comcast verweist dabei auf ein Netz, das mehr als 65 Millionen Haushalte und Unternehmen erreicht.
An der Spitze des künftigen Comcast soll nach Abschluss der Trennung der frühere Finanzchef Michael Angelakis stehen. Brian L. Roberts soll weiter in die Führung beider Unternehmen eingebunden bleiben.
Die neue Mediengesellschaft soll den Namen NBCUniversal tragen und das Film- und Fernsehstudio Universal, die Sender NBC und Telemundo, den Streamingdienst Peacock, Bravo, das Freizeitparkgeschäft sowie Sky umfassen. Sky bleibt damit Teil des internationalen Medienpakets, das künftig getrennt von Comcasts Netz- und Plattformgeschäft geführt werden soll.
Als künftiger Chef von NBCUniversal ist Mike Cavanagh vorgesehen.
Die Abspaltung ist noch nicht vollzogen. Comcast nennt als Voraussetzungen unter anderem die endgültige Zustimmung des Verwaltungsrats, steuerliche Prüfungen, regulatorische Genehmigungen und Finanzierungsvereinbarungen. Offiziell bestätigt war zunächst nur die Absicht zur Trennung.
Comcast weist selbst darauf hin, dass nicht garantiert ist, ob die Transaktion tatsächlich abgeschlossen wird oder ob sich Zeitpunkt und Bedingungen noch ändern.
Die neue Struktur folgt auf eine frühere Abspaltung im Comcast-Konzern. Anfang Januar 2026 hatte Comcast die Trennung von Versant Media Group abgeschlossen. Zu Versant gehören unter anderem CNBC, MS NOW, USA Network, Golf Channel, Oxygen, E!, SYFY sowie digitale Angebote wie Fandango und Rotten Tomatoes.
NBCUniversal, Peacock, Bravo, Studios und Freizeitparks blieben damals noch bei Comcast.
Die geplante Abspaltung betrifft nicht nur den US-Markt. Mit Sky wäre auch ein großer europäischer Medienanbieter Teil der neuen NBCUniversal-Gruppe. Comcast hatte Sky 2018 übernommen und damit sein Geschäft außerhalb der USA deutlich ausgebaut.
Die nun geplante Trennung zeigt, dass der Konzern Netzgeschäft und Mediengeschäft künftig organisatorisch klarer voneinander abgrenzen will.
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