
Münster. Verizon Communications hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 34,4 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 5,1 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA bei 13,4 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg auf 1,28 Dollar. Nach dem Quartal erhöhte Verizon die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie 2026 auf 4,95 bis 4,99 Dollar. Damit beschreibt die Verizon Communications aktuelle Lage einen wichtigen Schritt für den US-Telekomriesen. Zugleich stieg die unbesicherte Gesamtverschuldung zum Quartalsende auf 142,5 Milliarden Dollar. Frontier ist seit dem 20. Januar 2026 in den Zahlen enthalten.
Für die Verizon-Aktie standen zuletzt vor allem die angehobene Jahresprognose, der freie Cashflow und die Kapitalrückgabe im Mittelpunkt. Verizon meldete für das erste Quartal einen freien Cashflow von 3,8 Milliarden Dollar und Aktienrückkäufe von 2,5 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern mindestens 3,0 Milliarden Dollar an Rückkäufen an.
Am 4. Juni erklärte der Verwaltungsrat zudem eine Quartalsdividende von 70,75 Cent je Aktie, zahlbar am 3. August 2026 an Aktionäre mit Stichtag 10. Juli.
Die Frontier-Übernahme ist ein zentraler Baustein der Breitbandstrategie. Verizon und Frontier hatten am 15. Januar 2026 alle regulatorischen Genehmigungen gemeldet und den Abschluss für den 20. Januar angekündigt. Die Transaktion soll Verizons Glasfaserreichweite auf fast 30 Millionen Haushalte und Unternehmen in 31 Bundesstaaten sowie Washington, D.C., ausweiten.
Im ersten Quartal meldete Verizon 341.000 neue Breitbandanschlüsse, darunter 214.000 Fixed-Wireless-Zugänge und 127.000 Glasfaserzugänge. Insgesamt kam Verizon auf rund 16,8 Millionen Fixed-Wireless- und Glasfaser-Breitbandverbindungen.
Beim 5G-Ausbau bleibt der Zugriff auf Frequenzen und Standorte entscheidend. Verizon bot laut FCC-Angaben knapp 3,2 Milliarden Dollar für Mobilfunklizenzen in einer Auktion für Mid-Band-Spektrum. Auch AT&T, T-Mobile und SpaceX erhielten Lizenzen.
Zusätzlich hatte Verizon bereits 2024 eine 3,3-Milliarden-Dollar-Transaktion mit Vertical Bridge vereinbart: 6.339 Türme in allen US-Bundesstaaten und Washington, D.C., werden von Vertical Bridge geleast, betrieben und verwaltet; Verizon bleibt über eine Rückmietung Ankernutzer. Ein weiterer langfristiger Vertrag mit SBA Communications soll Kostensicherheit und Flexibilität beim 4G- und 5G-Ausbau schaffen.
Im Juni stellte Verizon neue Angebote vor. Der Konzern schafft nach eigenen Angaben Aktivierungs- und Upgradegebühren für teilnehmende Postpaid-Kunden ab, führt ein Loyalty-Programm mit drei Prozent Rückvergütung in Verizon Dollars ein und startet den Tarif „Verizon Simplicity“ ohne Netz-Tiers.
Mit „Verizon One“ kombiniert Verizon Mobilfunk und Heimanschluss auf einer Rechnung inklusive Steuern und Gebühren. Unklar blieb zunächst, wie hoch die Kosten der neuen Programme ausfallen. Verizon erklärte aber, dass die Änderungen die Finanzprognose für 2026 nicht verändern.
Der US-Mobilfunkmarkt bleibt hart umkämpft. AT&T gewann im ersten Quartal 2026 laut eigenen Zahlen 294.000 monatlich zahlende Mobilfunkkunden hinzu und profitierte von Bündelangeboten aus Mobilfunk und Glasfaser. T-Mobile erhöhte nach einem starken Quartal die Jahresprognose für neue Postpaid-Konten auf 950.000 bis 1,05 Millionen.
Verizon meldete im ersten Quartal 55.000 neue Postpaid-Telefonkunden und damit erstmals seit 2013 wieder positive Nettozugänge in einem ersten Quartal. Die Kennzahlen sind nicht vollständig deckungsgleich, zeigen aber den Wettbewerb um Kundenbindung, Bündelangebote und Netzqualität.
Tagesaktuell kommt ein weiterer Umbau hinzu: BT Group und Verizon wollen ihre internationalen Unternehmenskundengeschäfte in einem 50:50-Gemeinschaftsunternehmen bündeln. Das neue Unternehmen soll mehr als 3.000 Kunden in über 180 Ländern bedienen und rund 4 Milliarden Dollar kombinierten Jahresumsatz repräsentieren.
Verizon zahlt BT dafür eine Ausgleichszahlung von 625 Millionen Dollar. Der Abschluss wird für 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben und weiterer üblicher Bedingungen.
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