
Der Commerzbank Stellenabbau geht in die nächste Runde: Die Frankfurter Großbank hat am 8. Mai 2026 angekündigt, im Rahmen ihrer neuen Strategie „Momentum 2030“ weitere 3.000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2030 zu streichen. Gleichzeitig präsentierte das Institut sein bestes Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte – und schickt damit eine klare Botschaft an den italienischen Konkurrenten UniCredit, der eine Übernahme anstrebt.
Mit der Strategie „Momentum 2030“ verschärft die Commerzbank ihr Sparprogramm erheblich. Die rund 3.000 weiteren Vollzeitstellen kommen zu den bereits im Jahr 2025 angekündigten 3.900 Stellen hinzu, die bis Ende 2027 abgebaut werden sollen. Insgesamt stehen damit in den kommenden Jahren mehrere tausend Stellen auf dem Spiel. Der Vorstand beziffert die Restrukturierungskosten für das neue Programm auf rund 450 Millionen Euro. Der Abbau soll sozialverträglich über Verrentung und ein Altersteilzeitprogramm mit einer Zusatzprämie von 50.000 Euro geregelt werden. Parallel dazu hat die Bank ihre Gewinnziele deutlich angehoben: Für 2026 peilt die Commerzbank einen Nettoüberschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro an – 200 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Bis 2028 sollen es 4,6 Milliarden, bis 2030 sogar 5,9 Milliarden Euro sein.
Die aggressive Strategie ist keine Zufallsentscheidung. Die Commerzbank steht seit Monaten im Visier der italienischen Großbank UniCredit, die ein formelles Übernahmeangebot vorgelegt hat. UniCredit hatte ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt, das die Bank als feindlich einordnet. Mit der neuen Strategie will Commerzbank-Chef Bettina Orlopp Investoren davon überzeugen, dass eine eigenständige Commerzbank profitabler ist als eine Übernahme durch den Konkurrenten. Das Kalkül: Wenn die Commerzbank selbst die gleichen oder bessere Kostensenkungen und Gewinne erreicht, die UniCredit als Argument für eine Übernahme ins Feld führt, verliert das Übernahmeargument an Kraft. Die Commerzbank-Führung argumentiert, dass UniCredit zur Refinanzierung der angestrebten Synergien zusätzlich 3.000 bis 4.000 Stellen streichen müsste – eine unattraktive Perspektive für Arbeitnehmer und Gewerkschaften.
Die zeitgleich vorgelegten Q1-2026-Zahlen unterstreichen die Eigenständigkeitsstrategie. Die Commerzbank erzielte im ersten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 913 Millionen Euro – ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und das beste Quartalsresultat in der Geschichte des Instituts. Das operative Ergebnis stieg um elf Prozent auf 1,358 Milliarden Euro. Die Erträge wuchsen um 4,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, die Provisionserträge legten um neun Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Für die Eigenkapitalrendite (RoE) strebt das Institut bis 2030 einen Wert von 21 Prozent an. Ähnliche Strategien zur Stärkung der Eigenständigkeit verfolgt derzeit auch der Finanzsektor insgesamt: Auch in anderen Branchen werden Konsolidierungs- und Effizienzprogramme mit erheblichem Stellenabbau verbunden.
Bemerkenswert ist die Zustimmung der Arbeitnehmerseite. Betriebsratsvorsitzender Sascha Uebel erklärte, die Einsparungen seien unvermeidlich, aber deutlich weniger schmerzhaft als die Folgen einer Übernahme durch UniCredit. Auch Verdi hat die Pläne mitgetragen. Gewerkschaftssekretär Kevin Voß betonte: Niemand solle gegen seinen Willen seinen Arbeitsplatz verlieren. Verdi und der Gesamtbetriebsrat vereinbarten mit dem Vorstand betriebsbedingte Kündigungen faktisch auszuschließen. Das Altersteilzeitprogramm mit einer attraktiven 50.000-Euro-Prämie gilt als wichtigstes Instrument für den sozialverträglichen Rückbau der Belegschaft. Ob die Strategie langfristig aufgeht und UniCreditS Übernahmeambitionen abwehren kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Die Hauptversammlung und die weiteren Verhandlungen werden darüber entscheiden, ob die Commerzbank ihre Unabhängigkeit bewahren kann.
Quellen: Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Hessenschau, Finanzen.net, taz, Onvista, Finews
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu