
Die UniCredit macht ernst: Am 5. Mai 2026 legt die italienische Großbank das formelle Übernahmeangebot für die Commerzbank vor. Nachdem die UniCredit-Aktionäre am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für die notwendige Kapitalerhöhung gegeben haben, kann das lang erwartete Angebot nun offiziell veröffentlicht werden. Damit beginnt die entscheidende Phase in einem der größten Banken-Deals der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die BaFin hat das Angebot zuvor freigegeben.
Das Angebot sieht vor, dass Commerzbank-Aktionäre für jede ihrer Aktien 0,485 neue UniCredit-Aktien erhalten. Auf Basis der aktuellen Kurse entspricht dies einem Gesamtvolumen von rund 35 Milliarden Euro – eine der teuersten Bankenübernahmen, die Europa je gesehen hat. UniCredit hält bereits knapp 29,99 Prozent der Commerzbank-Anteile und wäre damit bei Erfolg des Angebots klarer Mehrheitseigentümer des DAX-Konzerns.
Die Annahmefrist für Commerzbank-Aktionäre soll vier Wochen betragen. Sollte es zu regulatorischen Anpassungen kommen, könnte die Frist um bis zu zwei weitere Wochen verlängert werden. Mit einem abschließenden Ergebnis ist laut UniCredit-Chef Andrea Orcel Ende Juni oder im Juli 2026 zu rechnen. Mehr Hintergrund zur Eskalation der Übernahme: Übernahme eskaliert – 35 Milliarden Euro auf dem Tisch.
Die Reaktion der Arbeitnehmervertreter fiel scharf aus. Der Commerzbank-Betriebsrat bezeichnete das UniCredit-Angebot als „Unverschämtheit“ und warnte eindringlich vor den Folgen für die gesamte Belegschaft. Hintergrund: Orcel hat offen angekündigt, im Zuge der Fusion rund 7.000 Vollzeitstellen in Deutschland abbauen zu wollen. Für einen der größten deutschen Arbeitgeber im Bankensektor wäre das ein massiver Einschnitt in die Beschäftigung.
Gewerkschaft und Betriebsrat fordern, dass die Bundesregierung und die BaFin alle regulatorischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Übernahme zu blockieren oder zumindest an strenge Auflagen zu knüpfen. Sie verweisen auf die systemische Bedeutung der Commerzbank für die Finanzierung des deutschen Mittelstands und warnen vor einem Ausverkauf eines deutschen Schlüsselinstituts an ausländische Investoren.
Auch aus Berlin kommt klarer Widerstand. Die Bundesregierung hält etwa 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat sich bislang entschieden gegen eine Übernahme durch UniCredit ausgesprochen. Die Politik fürchtet einen Kontrollverlust über ein systemrelevantes deutsches Institut sowie negative Auswirkungen auf die Kreditvergabe und Arbeitsplätze in der gesamten Bundesrepublik.
Ob der Bund seine Anteile im Rahmen des Übernahmeangebots andient oder weiter auf Gegenwehr setzt, gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Ausgang des Deals. Experten gehen davon aus, dass UniCredit für den Erfolg des Angebots eine Annahmequote von mindestens 50 Prozent plus eine Aktie benötigt.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat das Angebot als zu niedrig bewertet und ihre Aktionäre aufgefordert, es abzulehnen. Die Bank hat in den vergangenen Monaten ihrerseits mit einem ambitionierten Restrukturierungsprogramm und einer Rekord-Dividendenausschüttung gezeigt, dass sie auch eigenständig nachhaltigen Wert für ihre Aktionäre schaffen kann. Orlopp plant weiteren Stellenabbau bei der Commerzbank – ein Versuch, dem UniCredit-Angebot den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Das formelle Übernahmeangebot, das ab dem 5. Mai 2026 vorliegt, setzt die Commerzbank-Aktionäre nun unter erheblichen Zugzwang. In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob die Commerzbank ihre Eigenständigkeit behalten kann – oder ob mit UniCredit eine neue Ära in der europäischen Bankenlandschaft beginnt. Die Finanzmärkte, Politiker und über 40.000 Commerzbank-Mitarbeiter warten gespannt auf das Ergebnis der Annahmefrist.
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