
Im Zusammenhang mit dem Cyclospora-Ausbruch in den USA sind erstmals zwei Todesfälle bekannt geworden. Die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Michigan meldete am 3. August insgesamt 11.234 Erkrankungen. Mindestens 193 Betroffene mussten nach dem Datenstand vom 30. Juli im Krankenhaus behandelt werden. Die beiden Verstorbenen litten den Behörden zufolge unter erheblichen Vorerkrankungen. Die Infektion und der damit verbundene Flüssigkeitsverlust könnten ihren Gesundheitszustand zusätzlich belastet haben. Todesfälle infolge einer Cyclosporiasis gelten in den USA als selten.
Die Behörden in Michigan untersuchen weiterhin, wodurch die große Zahl der Erkrankungen verursacht wurde. Nach dem bisherigen Stand kommen Salat oder anderes Blattgemüse als mögliche Infektionsquelle infrage. Für den gesamten Ausbruch in Michigan wurde jedoch bislang weder eine bestimmte Gemüsesorte noch ein einzelner Erzeuger oder Lieferant als Ursache identifiziert. Damit ist nicht belegt, dass alle mehr als 11.000 Cyclospora-Fälle in Michigan auf dasselbe Lebensmittel zurückgehen. Die beiden später verstorbenen Menschen erkrankten bereits vor dem am 17. Juli veröffentlichten Rückruf von Eisbergsalat.
Ein Teil des Cyclospora-Ausbruchs in den USA konnte dagegen mit Eisbergsalat aus Zentralmexiko in Verbindung gebracht werden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC führt mindestens 1.947 Erkrankungen in neun Bundesstaaten auf diesen Ausbruch zurück. Mindestens 98 Menschen wurden stationär behandelt. Die Erkrankungen begannen zwischen dem 22. Juni und dem 20. Juli 2026. Betroffene hatten zuvor unter anderem Speisen in Taco-Bell-Restaurants gegessen. Nach Angaben der FDA gaben 90 Prozent einer untersuchten Gruppe von Erkrankten an, Eisbergsalat verzehrt zu haben.
Der Hersteller Taylor Farms de Mexico rief am 17. Juli sämtlichen Eisbergsalat aus bestimmten Anbaugebieten Zentralmexikos vom US-Markt zurück. Betroffen waren unterschiedliche Marken, Verpackungsgrößen und Produkte für Restaurants sowie den Einzelhandel. Die Ware war nach Angaben der FDA in mindestens 27 US-Bundesstaaten verteilt worden. Auch in Mexiko gelangten zurückgerufene Produkte in den Handel.
Aus den bislang veröffentlichten Rückrufinformationen ergibt sich derzeit kein Hinweis darauf, dass die betroffenen Eisbergsalat-Produkte nach Deutschland geliefert wurden. Die FDA nennt als Vertriebsgebiete zahlreiche US-Bundesstaaten sowie Mexiko. Eine Lieferung nach Europa wird in den veröffentlichten Angaben nicht aufgeführt. Die Untersuchung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Behörde weist darauf hin, dass weitere Vertriebswege, Marken oder Verkaufsstellen bekannt werden könnten.
Die amerikanischen Fallzahlen umfassen zudem mehrere unterschiedliche Erkrankungsgruppen. Der mit Eisbergsalat verbundene Ausbruch ist nur ein Teil der landesweit gemeldeten Cyclosporiasis in den USA. Auch die mehr als 11.000 Meldungen aus Michigan lassen sich bislang nicht vollständig dem zurückgerufenen Salat zuordnen.
Cyclospora cayetanensis ist ein mikroskopisch kleiner Parasit, der eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts verursacht. Menschen können sich über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser infizieren. Besonders häufig tritt wässriger und teilweise sehr häufiger Durchfall auf. Weitere mögliche Beschwerden sind Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und starke Müdigkeit. Gelegentlich kommen Fieber, Erbrechen, Kopf- oder Gliederschmerzen hinzu.
Die ersten Symptome beginnen meistens etwa eine Woche nach der Infektion. Möglich ist ein Zeitraum von zwei Tagen bis zu zwei Wochen oder länger. Ohne Behandlung können die Beschwerden mehrere Wochen anhalten, vorübergehend nachlassen und anschließend erneut auftreten. Durch den starken Flüssigkeitsverlust besteht insbesondere für ältere, vorerkrankte oder immungeschwächte Menschen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen.
Auch außerhalb der USA beobachten Gesundheitsbehörden einen Anstieg reisebedingter Infektionen. Die britische Gesundheitsschutzbehörde UKHSA meldete Ende Juli 67 Erkrankungen bei Reiserückkehrern aus England, Wales und Schottland. Bei 51 Fällen lagen Angaben zu den besuchten Ländern vor. Davon hatten sich 48 Personen zuvor in Mexiko aufgehalten, insbesondere in den Urlaubsregionen Cancún und Riviera Maya. Einzelne Erkrankte waren außerdem in den USA oder in Kenia gewesen.
Die britischen Zahlen belegen keinen Ausbruch in Deutschland. Sie zeigen jedoch, dass Cyclospora nach einer Mexiko-Reise auch für europäische Urlauber relevant sein kann. Wer nach einer Reise länger unter wässrigem Durchfall, Bauchschmerzen oder starkem Gewichtsverlust leidet, sollte ärztlichen Rat einholen und auf den vorherigen Auslandsaufenthalt hinweisen. Routinemäßige Stuhluntersuchungen erfassen den Parasiten nach Angaben der CDC nicht immer automatisch.
Obst, Salat, Gemüse und frische Kräuter sollten vor der Zubereitung gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden. Das gilt nach Angaben der CDC auch für Produkte, die bereits als gewaschen verkauft werden. Festes Obst und Gemüse kann zusätzlich mit einer sauberen Bürste gereinigt werden. Vollständig ausschließen lässt sich eine Cyclospora-Infektion dadurch jedoch nicht.
Der Parasit kann durch ausreichendes Erhitzen abgetötet werden. Die US-Behörden nennen dafür eine Temperatur von mindestens 70 Grad Celsius. Reisenden in betroffenen Regionen wird außerdem empfohlen, auf sicher abgefülltes Wasser und gut durchgegarte Speisen zu achten. Bei ungekochtem Salat, frischen Kräutern, Beeren und ungeschältem Obst ist besondere Vorsicht geboten.
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